25. Mai 2021
Christoph Mörgeli

Die Bernischen Kraftwerke BKW betreiben Staatspropaganda für einen Grünliberalen. Lobbyist der Strom-Branche sollte man sein

In einem zweiseitigen bezahlten Inserat im Sonntagsblick setzt sich der Präsident der Grünliberalen, Nationalrat Jürg Grossen, in Wort und Bild in Szene. Bezahlt wird diese Staatspropaganda für einen einzelnen Politiker von den Bernischen Kraftwerken (BKW).

Das bezahlte Pseudo-Interview mit Jürg Grossen dreht sich um sein bezahltes Präsidium des Verbands E-Mobilität und sein künftiges bezahltes Präsidium des Branchenverbands Solarenergie – angeblich «zwei Technologien, die sich ergänzen». Für Jürg Grossen zwei Einkommen, die sich ergänzen. Energie schafft Synergie.

Ausgerechnet Jürg Grossen, der obendrein mit seinem Unternehmen massiv vom CO2-Gesetz und von der «Energiewende» profitieren wird, nennt sich im Inserat der BKW einen «Überzeugungstäter». Dabei sind mehr Egoismus und Eigeninteressen kaum noch möglich.

Warum loben und preisen die Bernischen Kraftwerke (BKW) Jürg Grossen? Weil er sich dafür einsetzt, dass die Energie im Allgemeinen und der Strom im Besonderen immer teurer wird. Das freut zwar nicht die Konsumenten. Aber es freut die BKW. Diese ist übrigens nicht wählerisch: Die Betreuerfirma meiner Ölheizung gehört ebenfalls den BKW.

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9 Kommentare zu “Die Bernischen Kraftwerke BKW betreiben Staatspropaganda für einen Grünliberalen. Lobbyist der Strom-Branche sollte man sein”

  • johann6a sagt:

    Die BKW sind eines dieser typischen schweizerischen Zwitterunternehmen, wo sich die Vorteile des früheren Staatsmonopols und einer "natürlichen" Marktdominanz mit den Vorteilen privatwirtschaftlicher Aktivitäten kumulieren. Das ist das Ergebnis der halbherzigen Entstaatlichung der alten Staatsmonopole in der Schweiz. Wegen föderalistischem und gewerkschaftlichem Widerstand sind wir bei der Liberalisierung im verklärten "service public" auf halber Strecke stehen geblieben.

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  • VP-Falger sagt:

    Nicht vergebens wurde im vergangenen Jahrhundert der Begriff "Strombarone" geprägt. Ein vom Staat regulierte und gleichsam geschütztes, um nicht zu sagen, immer mehr behütete privatwirtschaftlich organisierte Abzockerunternehmen.

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    • Stefan Mueller sagt:

      und die vom Linksstaat installierte, mit erlogener Zwangssteuer finanzierte Äss Ärr Äff-Rotfunk-Anstalt, vermeldet den am Staatstropf hängenden Grossen immer auch noch als...hihihi...grossen ""Unternehmer"" wie auch Glättli und speziell die Badran ...was dann gezwungenermassen wieder an Alf erinnert, die komische haarige Gestalt, mit Riesenohren Riesen-Nase krächzender Stimme, feuchter Aussprache und Plattfüssen,....die ausseridische Geschichten erzählt und mit utopischen Spinnereien umherirrt!

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  • Markus Mohr sagt:

    Was die BKW kann, kann die Axpo auch: ihr CEO Christoph Brand weibelt an vorderster Stelle für das CO2-Gesetz - wer errät warum?!

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  • Rolf Bolliger sagt:

    Die ständigen vielen "Sonntags-Schul-Lehrer-Auftritte" beim gebührenpflichtigen Staatsfernsehen und Radio machten den GLP-Präsidenten Jürg Grossen zum "TV-Star Nummer 1"! Jetzt konnte Grossen auch noch mit der Gratiswerbung der BKW seine persönlichen Absichten unterstreichen! Ja, würde das CO2-Abzocker-Gesetz angenommen, könnte Grossen als Unternehmer schnell profitieren! Seine Preisansicht zum el. Strom gefällt den BKW natürlich ebenfalls! Also, diese Lobby-Aktion ist gut nachvollziehbar!

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  • hape sagt:

    Also wieder einer, der auf meiner "Nicht-Wählbar"-Lissteht.

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  • Edmo sagt:

    Selbstverständlich ist Jürg Grossen ein Überzeugungstäter. Seine Überzeugung, ihm stehe das alles zu, ist unerschütterlich. Er ist der klassische grünrote Politiker. Weil diese Leute nichts anzubieten haben, was ökonomisch sinnvoll wäre, brauchen sie den Staat. Der soll die grünroten Produkte und Dienstleistungen mit Gesetzen und Subventionen so stützen, dass sie von der Bevölkerung zwangsweise konsumiert werden müssen. Der Unsinn nennt sich Ökologie und rettet die Welt. Versprochen!

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  • markus.schudel@gmx.ch sagt:

    Darum ein schrilles NEIN zum CO2-Gesetz am 13.6. NEIN! NEIN! NEIN! NEIN!

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