21. Dezember 2020
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Hubert Mooser
Hubis Bundeshaus

Die Corona Task Force ist eine Art Superspreader bei der Verbreitung von Halbwahrheiten und Vermutungen

Über das Wochenende hat die sogenannte Swiss National Corona Science Task-Force wieder einmal das halbe Land unnötig in Aufregung versetzt. Dabei ging es um eine in Grossbritannien neu entdeckte Variante des Coronavirus, die den britischen Behörden grosse Sorge bereitet. Noch weiss man so gut wie gar nichts über diese Mutation. Aber das hindert die Corona Task Force nicht, Mutmassungen und Spekulationen darüber anzustellen und zu verbreiten.

So hat ein Mitglied dieser Expertenrunde gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am letzten Sonntag zu Protokoll gegeben, man schätze die neue Variante als «sehr problematisch» für die Schweiz ein. Die Mutation habe in der Schweiz noch nicht nachgewiesen werden können. Die Task Force geht aber davon aus, «dass die Variante schon in kleiner Zahl hier ist». Wer von der 70-köpfigen Task Force ohne fundierte Kenntnisse des Sachverhaltes, diese unwissenschaftlichen Mutmassungen aus dem Ärmel schüttelte, erfuhr man indessen nicht.

Gehört es zu den Aufgaben eines Beratergremiums unbewiesene Hypothesen in die Luft zu blasen? Als sich die Task Force der Wissenschaftler im Frühjahr selber konstituierte und anerbot, gab man vor, den Bundesrat, den Gesundheitsminister sowie die zuständigen Stellen des Bundes und der Kantone beratend zu unterstützen.

Jetzt stresst dieser Trupp das ganze Land mit einer seit Wochen anhaltenden beispiellosen Kommunikations-Kakophonie und mit widersprüchlichen Angaben. Wäre es nicht langsam an der Zeit, dass der Bundesrat dieses Beratergremium entweder auflöst oder dann an die kurze Leine nimmt? Eine Wissenschaftliche Task Force, die bei der Verbreitung von Halbwahrheiten fast als Super-Spreader auftritt, hat seine Glaubwürdigkeit langsam aber sich vertan.

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