04. Dezember 2020
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Rolf Hürzeler

Die deutsche Schriftstellerin Monika Maron fasst ein verbreitetes Missbehagen in deutliche Worte

Das deutsche Feuilleton enerviert sich wieder einmal. Es sei unakzeptabel, dass der S.Fischer-Verlag die Zusammenarbeit mit der deutschen Schriftstellerin Monika Maron beendet habe.

Das ist natürlich Unfug. Jedes vertragliche Verhältnis kann aufgelöst werden, sofern keine arbeitsrechtlichen Bestimmungen verletzt wurden. Zudem ist Maron ja bei Hoffmann und Campe untergekommen, einer mindestens ebenso guten Adresse.

Viel wichtiger als die Verlagsdebatte wäre es indes, sich damit auseinanderzusetzen, was Maron, zu sagen hat. So schrieb sie vor der letzten Bundestagswahl in der NZZ, dass sie sich für die FDP entscheide, weil sie die Merkel-Regierung für unzumutbar halte, und die Sozialdemokraten versagt hätten: «Denn wer soziale Gerechtigkeit fordert, ohne zu erklären, wie die illegale Einwanderung gestoppt werden kann und die illegal Eingewanderten zur Auswanderung bewogen werden können, bleibt die entscheidenden Antworten schuldig…»

Dem Deutschlandfunk sagte sie, nach einer Warnung vor dem politischen Islam: «Die Leute vergewissern sich erst mal, mit wem sie reden und ob sie offen reden wollen oder nicht. Man kommt dafür nicht ins Gefängnis, es droht einem auch keine schwere Strafe, aber es droht einem eine kleine oder grössere Ächtung.»

Monika Maron bringt damit ein verbreitetes Missbehagen zum Ausdruck, das nicht nur in Deutschland herrscht. Auch hierzulande ist das freie Wort riskanter als auch schon. Das hat soeben die ausgebliebene politische Debatte nach den Messerattacken von Morges und Lugano gezeigt.

 

 

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