27. Juli 2021
Christoph Mörgeli

Die EU wolle Schweizer Universitäten die besten Forscher abwerben. Wetten, dass kaum einer geht?

Gewiss, es ist für die Schweiz unangenehm, wenn sie von der Europäischen Union gepiesackt, geplagt und gestichelt wird, weil sie sich institutionell nicht anbinden will. Diskriminierung ist niemals schön. Aber das Verhalten Brüssels ist uns immerhin eine Lehre: Nie und nimmer darf die Schweiz einem politischen Gebilde beitreten, das es nötig hat, andere zu diskriminieren.

Neustes Instrument aus der europäischen Folterkammer sei – will uns unsere EU-hörige Presse verängstigen – sei der Versuch, Wissenschaftler in der Schweiz zum Wechsel an eine Hochschule auf ihrem Hoheitsgebiet zu bewegen. Jetzt übe sich der Bund in «Schadensbegrenzung», heisst es.

Werden jetzt unsere Professoren in Massen auswandern? Zweifel sind angebracht. Es scheint höchst unwahrscheinlich, dass die Soziologie-Dozentin aus dem Ruhrpott ihr Haus in Küsnacht am Zürichsee mitsamt ihren schulpflichtigen Kindern verlässt und nach Bochum zurückkehrt.

Auch ist nicht anzunehmen, dass der Klinikdirektor im Berner Inselspital seine Eigentumswohnung an bester Hanglage in Muri verlässt und seine ebenfalls als Ärztin arbeitende Frau und die beiden studierenden Töchter überzeugt, die Koffer zu packen, um an die Universität Rostock zu wechseln.

Was die Brüsseler Piesacker zu vergessen scheinen: In der Schweiz sind die Löhne, die Sozialleistungen, die Lebensqualität, die Freizeitmöglichkeiten, das Bildungssystem und das Volksvermögen wesentlich attraktiver als in der EU. Darum sind die Forscher in unser Land gekommen, um zu bleiben.

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19 Kommentare zu “Die EU wolle Schweizer Universitäten die besten Forscher abwerben. Wetten, dass kaum einer geht?”

  • landart sagt:

    Wer diskriminiert hier wen? Neben den beiden ETHs in Zürich und Lausanne ist doch noch viel Schweizer Luft zur Exellenz. Und im übrigen tragen die vielen ausländischen Studierenden an den ETHs zum sehr guten Ruf der Forschung bei. Wissenschaftliche Konkurrenz ist doch gut...es kommt im übrigen immer auf die Programme und Ziele an - einschl. der finanziellen Förderung - wo es Studenten und Hochschullehrer hinzieht. Biontech war auch nur mit dem Hintergrund der Uni Mainz so gut aufgestellt...

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  • ulrich vogt sagt:

    Vielleicht, Herr Mörgeli, hätten Sie in der EU eine zweite Chance. Wäre sicher interessanter und besser bezahlt als bei der Weltwoche.

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  • Juerg sagt:

    Wenn uns die EU schon diskriminiert, dann wäre das ein guter Grund die 1Mrd. € nicht nach Brüssel zu senden, sondern zur Förderung der internationalen Forschung in Zusammenarbeit mit der Schweiz zu verwenden, also HORIZON 2.0 mit der ETH als Koordinator in Zusammenarbeit mit den besten Hochschulen der Welt (GB, USA (MIT, Caltech), ..).
    Positive Impulse setzen, statt der billigen Erpressung der EU nachzugeben und zu jammern, damit kommen wir weiter!

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  • kaercher sagt:

    Die Zwangsmaßnahmen und Schikanen der EU zeugen von der Verzweiflung ihrer Despoten.
    Souveräne Gemeinschaften bauen ihre Anziehungskraft aus, anstatt Mitglieder herein- oder hineinzuzwingen. Der EU bleibt bald nur noch das Geld als Attraktor. Wie prekär!

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  • Andreas sagt:

    In Cern befindet sich sich das weltbeste Forschungszentrum für Teilchen Physik. Dort wurden bereits die Thesen von Svensmark bestätigt, nach denen die Wolkenbildung durch den Teilchenstrom der Sterne beeinflusst wird. Das ist natürlich den Klimasektierern ein Dorn im Auge.
    (und Knutti)
    Wer freie Forschung will, wird bestimmt nicht dort weggehen.

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  • Rolf Bolliger sagt:

    Am unwahrscheinlichsten würden eingewanderte Deutsche Professoren die Hochlohn- und freiheitliche Schweiz, mit guten Arbeits- und Sozialeinrichtungen , die Hochschulen in unserem Land wieder Richtung Deutschland verlassen! Darum hat Christoph Mörgeli recht: "Wetten, dass kaum einer geht!"

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  • Mueller sagt:

    Nein die gehen nicht, die kommen !

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  • Florence sagt:

    Eigentlich, Herr Mörgeli, sollten diese Leute der hohen Qualität unserer Hochschulen wegen bleiben. …

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  • markus.schudel@gmx.ch sagt:

    Die Kohäsionsmilliarden nicht nach Brüssel schicken, sondern einerseits in die Forschung an Schweizer Unis und ETHs sowie andererseits in die Ausbildung von Schweizer Ärzten und Forschern investieren.
    Ärzte und Forscher aus der EU / Deutschland sollen hier in erster Linie EINHEIMISCHE FACHKRÄFTE AUSBILDEN und dafür gut bezahlt werden, wenn der eigene Nachwuchs fehlt / mangelhaft ist, nicht um sich hier breitzumachen. Befristete Verträge mit klaren ERFOLGSKONTROLLEN!

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    • VP-Falger sagt:

      Nicht zu vergessen Kindergärtner- und Lehrpersonen, damit ausser des Deutschunterrichtes und auf den Pausenplätzen wieder Schwizerdütsch gesprochen wird.

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    • landart sagt:

      Wer Spitzenkräfte ausbilden soll, ist doch selbst eine Spitzenkraft...und versteht sich nicht als Tagelöhner. In Dubai oder Katar kaufen die Scheichs sich ausländische Experten ein, aber in Mitteleuropa - also auch in der Schweiz - wäre ein solches Verlangen mit Niederlassungsverbot nicht nur unwürdig...kein Medizinprofessor u.ä. würde sich so überhaupt anwerben lassen.

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  • Edmo sagt:

    Einen grossen Fehler hat unser System trotz all der lobenden Worte. Die Soziologie-Dozentin aus dem Ruhrpott wird niemals nach Bochum zurückkehren. Ihr Haus in Küsnacht, der fürstliche Lohn, die Sozialleistungen und vieles mehr liebt sie einfach zu sehr. Als Dank für das Verwöhnprogramm verpasst sie unzähligen Studenten eine abartige, marxistisch gefärbte Gehirnwäsche. Bis zum Abschluss des Studiums lernen ihre Studenten nichts als Zeitgeist, Marxismus und Gendersternchen.

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  • oazu sagt:

    Da gäbe es schon ein paar Beispiele wie solche in Soziologie oder gar Genderthemen unterwegs Befindliche, ihre Wissenschaften in grosser freier EU-Welt auszuleben. Oder gar Spezialistinnen in EU_Recht, sind sie doch mit ihrem Wissensgebiet in CH eher am falschen Ort, das sind Pespektiven zur Profilierung ganz andere in EU. Hoffe nur, niemand hindert sie zu gehen, wäre wohl vielen willkommen, sie würden das tun.

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  • Realo100 sagt:

    Zuerst die Schweiz von HORIZON ausschließen und dann versuchen, unsere besten Forscher abzuwerben. Einmal mehr beweist die EU, wie verlogen und korrupt ihre Politik ist. Und sie beweist mit diesem Verhalten auch die Tatsache, dass wir die besseren Universitäten und Forschungsinstitute besitzen. Der Bundesrat wäre gut beraten, in diesem Zusammenhang auf die Zahlung der Kohäsionsmilliarde zu verzichten. Er würde damit nur den aufgeblähten EU - Machtapparat finanzieren

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