16. April 2021
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Marcel Odermatt

Die Flugticket-Abgabe trifft vor allem Leute mit kleinen Einkommen. Den grünen Beamten in der Verwaltung ist das egal

Eigentlich wäre jetzt die Zeit, die Sommerferien zu buchen. Doch wegen Covid-19 ist es unklar, welche Reisen in drei Monaten möglich sein werden.

Während die Bevölkerung um ihre Trips in die Ferne bangt, bleibt die Verwaltung nicht untätig. Sie gab diese Woche bekannt, wie hoch die Abgaben auf die Flugtickets künftig sein werden, wenn das Volk am 13. Juni dem C02-Gesetz zustimmt.

Der Gebührenaufschlag ist happig: Nehmen wir eine vierköpfige Familie, die einige Tage in London verbringen möchte, wie das jedes Jahr Zehntausende von Schweizer tun. Sie berappen auf ihrem Flugbillett einen CO2-Zuschlag von je 30 Franken, das heisst der Ausflug verteuert insgesamt sich um 120 Franken. Bei einem Interkontinentalflug beträgt dieser Aufschlag gar 360 Franken.

Gutverdiener, davon arbeiten heute viele beim Staat, kann diese zusätzliche Steuer egal sein. Denn die Höhe des Lohns spielt keine Rolle. Mit anderen Worten: Die Preiserhöhung ist für Bundesräte und Spitzenbeamte gleich gross wie für Arbeiter, die wenig verdienen. Sozial ist das nicht gerade. Aber was spielt das schon für eine Rolle, wenn man das Klima retten will.

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33 Kommentare zu “Die Flugticket-Abgabe trifft vor allem Leute mit kleinen Einkommen. Den grünen Beamten in der Verwaltung ist das egal”

  • marplesmeow sagt:

    Ich wünsche mir die Zeiten zurück wo ich noch jahrelang sparen musste für einen London Flug, dafür aber in der Holzklasse mehr Service hatte wie jetzt in der First! Mit diesen „Massen „ und Ihren Billigtickets, hat sich die Tourismusbranche selber geschadet!

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  • christian.penguin sagt:

    Tatsächlich hatte ich einmal die Gelegenheit eine grüne Gemeinderatskandidatin anzusprechen (nachdem ich sie gefragt habe, ob sie die grüne Ideologie wirklich vertrete). Ich fragte sie, ob sie sich bewusst sei, dass alle diese grünen Anliegen vor allem den unteren Mittelstand (auch mich) betreffen. Reiche können sich Heizungsersatz, E-Auto, CO2-Àbgabe etc. locker leisten. Wir nicht.
    Sie hatte so einen Einwand das erste Mal gehört. Das zeigt die Blase, in der die reichen Grünen residieren.

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  • Schorsch sagt:

    Es ist doch gerade der Trick einer solchen Abgabe, dass weniger geflogen wird. Und wenn die vierköpfige Familie statt nach London nach Genf reist, dann ist schon etwas erreicht.

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  • ulrich vogt sagt:

    Leute, ich bin 78 jährig, habe Langstrecken nach Asien und Afrika vor Jahrzehnten beruflich und privat geflogen und komme zur Erkenntnis, dass ich das nicht mehr brauche. Ich nehme mir die Freiheit, eine andere Sichtweise einzunehmen als ihr. Offenbar finden 99% der Kommentierenden, das sei das Allerletzte, der Vogt solle schweigen und verreisen. Wird er aber nicht, solange nach Verfassung die Meinungsfreiheit gilt. Den Einheitsbrei, der hier serviert wird, darf man wohl auch hinterfragen.

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    • christian.penguin sagt:

      @Ulrich Vogt: Schön, dass sie zu der Erkenntnis gekommen sind. Aber das wird ja wohl nicht ihre Begründung sein, jüngeren Menschen mit tiefem Einkommen das ganze Leben zusätzlich zu erschweren?

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    • Realistin sagt:

      😉
      Es ist wohltuend, dass auch jemand wie Sie hier ist.
      Ich brauche hier keine einheitliche Meinung, wie das bei den Mainstream Medien der Fall ist.
      Ich bine in meinem Leben früher viel gereist. Heute bin ich sehr froh darüber. Natürlich braucht man das heute viel weniger, wenn man schon weit gereitst ist.
      Falls der Klimawandel überhaupt etwas mit den Menschen zu tun hat, ist es wohl eher die massive Überbevölkerung des Planeten und die damit einhergehende Zerstörung ganzer Landschaften.

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    • baloiszydeco sagt:

      Ist ja gut. Dann lassen sie den Jungen und beruflich Vielflieger die Freiheit und Möglichkeit bis sie auch 78 sind und zur Erkenntnis kommen, dass sie das nicht mehr brauchen, Motto: been there, done it, boring... and to hell with the rest. Schön sozial, ihre Einstellung, alter weiser Mann.

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  • Herbi Waldvogel sagt:

    Vogt
    Ihre Ansichten verwundern mich nicht.
    Fehlt nur noch, dass Sie sich um einen Job in Bern bemühen. Brauchen wir aber nicht, weil jetzt schon zu viele Ihrer Sinnesgenossen in Bern Einzug gehalten haben.
    Habe nach den letzten grossen Wahlen prophezeit, dass die Bevölkerung der Schweiz nun auf die Welt kommen und erleben wird, was diese linken rot/grünen Genossen in den kommenden vier Jahren anrichten werden.
    Personen in Bern, welche noch keinen einzigen Tag in ihrem Leben gearbeitet haben.

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  • D. Keller sagt:

    Sogar die Abstufung ist unsozial:
    Economy Fr. 30 kurz / 60 mittel / 90 lang
    First-/Businessclass Fr. 60 kurz / 90 mittel / 120 lang

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  • Realistin sagt:

    Bin ganz bei Ihnen, Herr Vogt. Fliegen soll wieder viel mehr kosten, damit ich wieder freie Strände geniessen kann und in den Gassen der Altstädte ohne Gedränge mich frei bewegen kann. Wie früher mal vor 40 Jahren. Höchste Zeit, dem Massen- und Billigtourismus ein Ende zu setzen. Es braucht keine sozial abhängige Kosten, im Gegenteil. Muss man wieder auf eine Reise sparen, benehmen sich die Leute wieder anständiger am Zielort.

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    • hape sagt:

      So ein Müll, Realistin

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      • hape sagt:

        ...sorry, ging zu früh raus...
        Das Problem liegt nicht bei den Flugis. Die paar Passagiere verstopfen keine Städte. Warum schuen Sie nicht mal die Kreuzfahrtschiffe an? Dagegen sind die Flugis harmlos. Scheinbar ist Ihre Meinung: Hauptsache grün - also müssen wir das arme Klima genau so retten, wie die "vulnerablen" Bevölkerungsgruppen. Ohne zu fragen, ob das gewünscht ist...

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        • Realistin sagt:

          Sie haben mich nicht verstanden, hape.
          Mit dem Klima haben meine Wünsche gar nichts zu tun. Sondern mit den Massen, die man unterdessen leider überall getroffen hat, fast egal, wohin man in die Ferien ging. Und selbstverständlich hatte das mit den unglaublich billigen Flügen zu tun, die Stunde um Stunde neue Touristen herflogen. Klar gibts Ausnahmen, wo die Kreuzfahrtschiffe noch mehr Leute brachten, wie Venedig oder Dubrovnik.
          Aber Mauritius oder die Seychellen sind total überlaufen.

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    • christian.penguin sagt:

      Sagte die privilegierte, reiche Schweizerin zu dem von ihr verachteten Pöbel...

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      • Realistin sagt:

        Reich? Ich bin noch zu Zeiten in die Ferien geflogen, als ich auf jede Reise sparen musste.
        Und die Massen nerven mich überall, vor allem auch in der Schweiz.
        Das kommt daher, dass ich noch Zeiten erlebt habe, an dem man an einem Samstag Nachmittag noch schnell skifahren gehen konnte, ohne im Stau zu stecken und überall anzustehen, falls man überhaupt noch einen Parkplatz hat.

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  • R.Roth sagt:

    Was soll das dem Klima nützen? Es wird ja nur Geld umverteilt und die Grün-roten füllen sich ihre Taschen. Die Flugzeuge fliegen ja sowieso. Nur mit weniger Passagieren, was die Bilanz verschlechtert

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  • johann6a sagt:

    Wir leben schon in einer verkehrten Welt. Heute springt eine rechte Partei für die Interessen der kleinen Leute in die Bresche, weil sich die Linke lieber den zeitgeistigen Kapriolen einer akademisch gebildeten urbanen Elite zudient.

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  • Peter Meier sagt:

    Wenn Du einer Sache nicht sicher bist, so folge dem Strom des Geldes! Das gilt auch hier. Wohin die Milliarden aus dem CO2-Gesetz fliessen, wissen wir spätestens seit Economisuisse und die Bankiervereinigung dafür plädiert - wie übrigens damals beim KVG und beim BVG. Vielleicht merkt nun endlich die andere Seite, diejenigen die bei Aldi und Lidl einkaufen und um Steuern zu sparen aus der Kirche austreten weil das Budget immer enger wird, dass sie auch hier wieder zur Kasse gebeten werden.

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  • Gadsden flag sagt:

    Dann fährt die vierköpfige Familie halt mit dem Auto nach München oder Frankfurt und fliegt von dort.

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  • Edmo sagt:

    Die Flugticket-Abgabe soll ja gar nicht sozial sein. Sie soll die Leute am Fliegen hindern. Natürlich trifft es immer die weniger Begüterten. Ebenso natürlich schauen die Urheber der Abzockerei genau darauf, dass sie sich selbst nicht einschränken müssen. Genau gesehen verschaffen sich die Gutverdiener den Vorteil, dass man wieder mehr unter Seinesgleichen ist und die überfüllten Flieger und Flugplätze Geschichte sind. Natürlich alles moralisch korrekt zur Rettung des Klimas und des Planeten.

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  • Elba sagt:

    Die Rot/Grünen Zwangsbeglückungen dienen immer nur dem einen Zweck: Macht und Geld in die Taschen Rot/Grüner Seilschaften umzuverteilen. Egal worum es angeblich geht, die Zwangsbeglückten werden immer entrechtet und ausgenommen.

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  • steinlin sagt:

    Das dürfte bei sehr vielen grünen Anliegen der Fall sein, der kleine Mann, der die grünen wählt, zahlt.

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  • ulrich vogt sagt:

    Fliegen belastet die Umwelt. Darum soll eine Abgabe für das Vergnügen erhoben werden. Einmal mehr wird hier der arme Arbeiter in der Weltwoche zelebriert, der sich deswegen - im Gegensatz zu den fürstlich Entlöhnten beim Staat - einen Londontrip nicht leisten kann. Der Redaktor vermutlich halt auch nicht.Er bangt. Umherjeten bis die Welt untergeht zum Nulltarif? Ist doch auch nicht sozial. Vorschlag: Die Weltwoche lanciert eine Inititiative für einen sozial einkommensabhängigen Flugzuschlag.

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    • hape sagt:

      Lieber Herr Vogt Ich hoffe, Sie werden sich dann freiwillig melden, wenn es darum geht, eine Maske zu tragen die Ihren täglichen CO2-Ausstoss misst und dann freiwillig Ihren Klimaschutz-Obulus pro Atemzug zahlen.

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    • lionmo sagt:

      Herr Vogt,machen Sie uns allen eine GRATIS-FREUDE...: Gehen Sie in die Ferien..

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    • Peter Eschmann sagt:

      Herr Vogt, ist eigentlich die Weltwoche noch die einzige Zeitung, die ihre vielen kritischen Beiträge ungefiltert bringt?

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    • Herbi Waldvogel sagt:

      Vogt
      Ihre Ansichten verwundern mich nicht.
      Fehlt nur noch, dass Sie sich um einen Job in Bern bemühen. Brauchen wir aber nicht, weil jetzt schon zu viele Ihrer Sinnesgenossen in Bern Einzug gehalten haben.
      Habe nach den letzten grossen Wahlen prophezeit, dass die Bevölkerung der Schweiz nun auf die Welt kommen und erleben wird, was diese linken rot/grünen Genossen in den kommenden vier Jahren anrichten werden.
      Personen in Bern, welche noch keinen einzigen Tag in ihrem Leben gearbeitet haben.

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    • marplesmeow sagt:

      Wieso eigentlich eine Abgabe, warum nicht einfach „freie Wirtschaft“ keinerlei Steuergelder für Airlines, Airports, Zufahrten etcetc , einfach nichts, und die wo fliegen wollen, zahlen ALLES mit dem Ticket , Basta !

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