13. April 2021
Alles lesen
Hubert Mooser
Hubis Bundeshaus

Die Kantone bunkern Impfstoffe – aus Angst, dass die zweiten Dosen nicht rechtzeitig geliefert werden können. Das müsste Gesundheitsminister Berset zu denken geben

Zuerst stand der Vorwurf aus Bern im Raum, die Kantone würden beim Impfen trödeln. Übers Wochenende schlugen die Stände zurück. Kantonsvertreter gaben gegenüber Medien zu verstehen, es gehe nicht schneller vorwärts, weil man Dosen für die zweite Impfung sicherheitshalber aufspare.

Zu dieser Art der Vorratshaltung bestünde eigentlich kein Grund. Berset hat vor Ostern in einer grossen PR-Show mit Repräsentanten der Impfstoff-Hersteller vollmundig versprochen, dass in den kommenden Wochen über 10 Millionen Dosen bereitstünden. Diese Menge würde ausreichen, um alle Impfwilligen bis Ende Juli gegen das Coronavirus zu immunisieren.

Es wäre aber nicht das erste Mal, dass der Gesundheitsminister Termine verspricht, die er nicht halten kann. Über Wochen hiess es, dass bis Ende Juni, alle geimpft werden könnten, die dies auch wünschten.

Dann kam Sand ins Getriebe. Oder besser: Es gab Lieferengpässe und der Fahrplan geriet in Verzug. Auch wegen verspäteter Bestellungen seines Bundesamtes für Gesundheit (BAG).

Das Vertrauen der Kantone in Berset erodiert. Vielleicht wäre der Gesundheitsminister gut beraten, wenn er als vertrauensbildende Massnahme die von den Kantonen vor Ostern geforderte rasche Öffnung der Restaurants durchsetzt.

456 6

6 Kommentare zu “Die Kantone bunkern Impfstoffe – aus Angst, dass die zweiten Dosen nicht rechtzeitig geliefert werden können. Das müsste Gesundheitsminister Berset zu denken geben”

  • Heidi sagt:

    Warum sollte sich die breite Bevölkerung gegen eine Krankheit impfen lassen, die 99,7% der Betroffenen nachweislich schadlos überstehen? Da sind selbst geringe Impfnebenwirkungen das grössere Risiko. Frage also: Wem nützt diese De-facto-Zwangsimpfung? Ärzte erhalten CHF 24.50 pro Impfung. Davon geht der Löwenanteil an die Pharmaindustrie, ein Milliardenmarkt, den man perpetuieren will mit zwei (oder doch besser drei?) Spritzen und jährlicher (oder doch besser halbjährlicher?) Wiederholung!

    54
    2
  • D. Keller sagt:

    Selbst für die wissenschaftlich belegte (und in GB seit Monaten auch praktizierte) Impfdosisintervall Erweiterung von 4 auf 12 Wochen ist Berset und das BAG unfähig, zu bequem, stur, beratungsresident oder was auch immer. Viel einfacher, günstiger, risikoloser und schneller kann man die Impfungen (mit der jetzigen Impfstoffknappheit) nicht beschleunigen.

    50
    2
  • Sapere Aude sagt:

    Leitspruch für Politiker : “Nicht das Erreichte zählt, sondern das Erzählte reicht.”

    96
    0
  • Arnold Ganz sagt:

    Gerade nach der Forderung des Bundesrates: „Testen, Testen, Testen ,,,!“, stellt man fest, dass zu wenig Testmaterial zur Verfügung steht. Um dem kommunikativen Unvermögen in der Corona-Strategie des Bundesrates noch die Krone aufzusetzen, darf man jetzt, aller dings auf medialer Sparflamme zur Kenntnis nehmen, dass 740`000 Tests wegen abgelaufenem Verwendungsdatum vernichtet werden müssen. Das ist gelinde gesagt skandalös!

    157
    0
  • Edmo sagt:

    Noch viel gescheiter wäre es, Berset würde endlich die ganzen absurden und nutzlosen Corona-Zwangsmassnahmen aufheben und den Leuten ihre verfassungsmässig garantierte Freiheit wieder uneingeschränkt gewähren. Wir brauchen keine Zückerchen für die Kantone, sondern Freiheit und Eigenverantwortung für das Volk.

    184
    0

Schreiben Sie einen Kommentar

© Copyright 2021 - Weltwoche daily

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche-daily.ch dienen als Diskussionsplattform und sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird. Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels oder wo angebracht an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Persönlichkeitsverletzende und diskriminierende Äusserungen hingegen verstossen gegen unsere Richtlinien. Sie werden ebenso gelöscht wie Kommentare, die eine sexistische, beleidigende oder anstössige Ausdrucksweise verwenden. Beiträge kommerzieller Natur werden nicht freigegeben. Zu verzichten ist grundsätzlich auch auf Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen), wobei die Online-Redaktion mit Augenmass Ausnahmen zulassen kann.

Die Kommentarspalten sind artikelbezogen, die thematische Ausrichtung ist damit vorgegeben. Wir bitten Sie deshalb auf Beiträge zu verzichten, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Unzulässig sind Wortmeldungen, die

  • Nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommerzieller Natur sind
  • andere Forumsteilnehmer persönlich beleidigen
  • einzelne Personen oder Gruppen aufgrund von Rasse, Ethnie oder Religion herabsetzen
  • in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • verächtliche Abänderungen von Namen oder Umschreibungen von Personen enthalten
  • mehr als einen externen Link enthalten
  • einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Online-Redaktion behält sich jedoch vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Es besteht grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.