08. April 2021
Florian Schwab

Die Leute haben die Nase voll vom Homeoffice. Man trifft sich vermehrt wieder von Angesicht zu Angesicht

Im Februar fanden nahezu 100 Prozent aller Meetings via Internet statt. Wer sich bei seinen Gesprächspartnern erkundigte, ob denn eher eine Zoom-Sitzung oder ein physisches Treffen genehm sei, erhielt postwendend zur Antwort: Zoom, natürlich!

Der Wind hat gedreht. Unternehmer berichten, dass sie von vielen Kunden in aller Selbstverständlichkeit zu persönlichen Treffen in Büros eingeladen werden. Die Option Zoom ist vielfach nicht mehr im Angebot. Auch dort, wo keine Kunden-Meetings anstehen, füllen sich die Büro-Gebäude wieder.

Haben wir etwas verpasst? Hat der Bundesrat heimlich die Homeoffice-Pflicht aufgehoben? Nein. Aber die Leute haben gemerkt, dass aus dem permanenten Homeoffice langfristig kein Business zu machen ist. Viele leiden in den eigenen vier Wänden an Lagerkoller.

Die Kantone scheinen an der Durchsetzung der Homeoffice-Pflicht jedes Interesse verloren zu haben. Trotz der neu erwachten Freude am Arbeiten von Angesicht zu Angesicht bleiben die Covid-Zahlen relativ tief.

Die einzigen, die noch in Vollzeit daheim hocken, sind vermutlich die Bundesbeamten. Aber das ist ein anderes Thema.

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10 Kommentare zu “Die Leute haben die Nase voll vom Homeoffice. Man trifft sich vermehrt wieder von Angesicht zu Angesicht”

  • Buecherwurm sagt:

    In TEXAS (USA) ist alles wieder offen und erlaubt, die Menschen sollen selber auf sich aufpassen !

    . . . . und Oh Wunder, die Zahlen von Infizirten, Kranken und Todesfällen sinken gleichermassen !

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  • ThinkAgain sagt:

    Also den Lagerkoller kenne ich nur zu gut. Den ganzen Tag alleine rumhocken ist extrem deprimierend. Ich habe die Schnauze gestrichen voll von diesen Massnahmen.

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  • Reutimann Werner sagt:

    RE

    ja, Edmo:
    und ganz besonders verstehen es all die vielen "Jungpolitiker" aus SP, Grünen oder Grünliberalen nicht, die nach einem langjährigen Studium - teilweise auch dann OHNE Abschluss - überhaupt noch NIE gearbeitet haben. Und somit Verantwortung nur vom Hören-Sagen kennen.

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  • Janosh sagt:

    Bei 'Fernsitzungen' fehlten trotz Farbbildschirm die Farbe und Tiefe, das spürbare Gegenüber.
    Wir Rationaldenkenden haben dieses Manko auf uns genommen. Unsere Kinder zum Durchhalten beim Homeschooling zu motivieren war ungleich anspruchsvoller. Die Auswirkungen dieses Fernunterrichts werden die Jungen noch sehr lange spüren.

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  • Fritz sagt:

    "Die einzigen, die noch in Vollzeit daheim hocken, sind vermutlich die Bundesbeamten. "
    Ich habe den Steuerbescheid für 2019 erst jetzt bekommen. Was haben die Beamten zu Hause gemacht?

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  • Gadsden flag sagt:

    Politiker wissen das auch. Deswegen wurden ja keine Mühen gescheut, die Session nicht von zuhause aus abzuhalten. Aber es ist ihnen egal, was die Privatwirtschaft betrifft. Für Politiker gelten halt andere Regeln, was man ja auch bei den Restaurants gesehen hat.

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  • heinzkeller sagt:

    Ja liebe Schweizer! Weiter so. Nehmt das Heft und die Verantwortung selbst in die Hand.

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  • Heidi sagt:

    Die Homeoffice-Pflicht ist nur eine der vielen Freiheitsberaubungen, die wir uns nicht länger gefallen lassen sollten.

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  • Edmo sagt:

    Wer jemals richtige Teamarbeit geleistet hat, weiss ganz genau, dass Zoom bestenfalls eine unhandliche Krücke ist. Innovative Teams brauchen den stetigen Dialog, den gemeinsamen Kaffee und möglichst auch noch das gemeinsame Mittagessen. Wenn jeder zuhause vor sich hin werkelt, entsteht niemals ein Stück aus einem Guss. Doch solche Dinge wissen nur Praktiker. Politiker sind da völlig ahnungslos. Dass die Leute wieder am Arbeitsplatz erscheinen, ist eine sehr gute Nachricht.

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