14. Juni 2021
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Hubert Mooser
Hubis Bundeshaus

Die Lifestyle-Linke Sommaruga wollte sich mit dem C02-Gesetz ein Denkmal setzen. Jetzt, wo der Traum geplatzt ist, soll das Parlament schuld sein

Man kann es nicht anders sagen: Gemessen am Aufwand, den Bundesrätin Simonetta Sommaruga (SP) mit dem CO2-Gesetz betrieb, hat sie am Sonntag eine Ohrfeige kassiert.

Mit dem Brecheisen wollte sie die sozialistische Energiewende erzwingen. Sie tingelte dafür monatelang durchs Land, stieg mit Skifahrerin Michelle Gisin auf den Titlis, setzte sich mit Solarpionier Bertrant Piccard in Szene, und eilte von einer Talk Show zur nächsten Baumpflanz-Aktion.

Kurz: Sommaruga hat das CO2-Gesetz zu ihrem Kampf gemacht und hoffte insgeheim, sich damit ein Denkmal zu setzen.

Am Sonntag vor den Medien tat sie so, als sei das Gesetz bloss ein Machwerk des Parlamentes, das wohl zu viel in eine Vorlage hineingepackt habe.

Diese Pleite muss sie auf ihre Kappe nehmen. Vielleicht ist es für die SP-Bundesrätin ja auch eine heilsame Erfahrung, wenn sie einmal erfährt, dass zwar alle den Klimaschutz toll finden, aber nicht, wenn es an ihr Portemonnaie geht.

Es kann sein, dass für eine Bundesrätin mit einem Einkommen von 450.000 Franken, die für mehrere Millionen in Bern ein Haus gekauft hat, ein klimaverträglicher Umbau finanziell kein Problem darstellt. Viele Menschen in diesem Land aber kommen bereits ins Schleudern, wenn sie monatlich 300 Franken mehr auslegen müssen.

Vielleicht sollte sich Sommaruga einmal darüber den Kopf zerbrechen, bevor sie die Schweizer im Namen eines sakrosankten Klimaschutzes zur Kasse bittet. So vorbildlich wir heute den Müll trennen, so werden wir uns auch um den Klimaschutz bemühen. Es muss aber für alle finanziell tragbar sein – nicht nur für gutverdienende linke Staatsfunktionäre.

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31 Kommentare zu “Die Lifestyle-Linke Sommaruga wollte sich mit dem C02-Gesetz ein Denkmal setzen. Jetzt, wo der Traum geplatzt ist, soll das Parlament schuld sein”

  • Buecherwurm sagt:

    Noch mal knapp gut gegangen ! Erschreckend, dass inzwischen 49 % an das vom Menschen steuerbare Klima glauben. Es ist ein Glaube wie Christentum und Islam, Beweislage dünn bis gar nicht vothanden.

    Für die meisten Menschen sind Mathematik und Physik Schreckgespenster, mit denen man nichts zu tun haben will, aber dafür um so ungenierter den eigenen Glauben als wissenschaftlich Tatsache durchdrücken wollen.

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  • Bruno Bettoli sagt:

    Eine grosse Ohrfeige für die «gekauften» Medienhäuser
    Wenn weiterhin auf der Ideologieschiene mit wissenschaftlichem Touch, statt mit evidenzbasierten Fakten informiert wird, ist die völlige Unglaubwürdigkeit der Medienhäuser sehr nahe. Wenn nun sogar Regionalzeitungen eine redaktionelle Vollseite für das CO2-Gesetz mit einem missbrauchten «Stockerzögling» und tendenziösen Bildern präsentiert, ohne der Gegenseite einen gleichen Raum freizumachen, werden die Auswirkungen verheerender.

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  • Juerg Schneeberger sagt:

    Nach der CO2 Schlappe für die Klima-Propheten kommt in der Kritik leider einer bis jetzt ungeschoren davon. Es ist dieser Angsteinflösser Knutti, der die Wissenschaft missbraucht und mit seiner Wahrsagerei betreffend CO2 induzierter Apokalypse das Volk verängstigt und damit manipuliert. Sind wir uns bewusst, dass bis heute keine empirischen Beweise seiner Aussagen vorliegen und auch darüber, dass wir alle nicht wissen wie das Klima tatsächlich funktioniert.

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    • Juerg Brechbuehl Diplombiologe sagt:

      Wer stoppt Knutti?

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      • Ingo sagt:

        Der Weltklimarat (IPCC) hat selber festgestellt: „Klimamodelle arbeiten mit gekoppelten, nicht linearen chaotischen Systemen, dadurch ist eine langfristige Voraussage des Systems Klima nicht möglich.“ Chaotische Systeme lassen sich nicht vorhersagen. Das ist Stand des Wissens. Man versucht es aber trotzdem und sagt dann, es sind aber keine Prognosen, sondern Szenarien. Zu Modellrechnungen erhalten wir gerade Anschauungsunterricht im Rahmen des Coronavirus. Alles unbrauchbarer Schrott.

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  • Fredi Stutz sagt:

    Das korrupte Pariser Klimaabkommen garantiert auf oberster Stufe, dass internationale Profiteure (China, Indien, Entwicklungsländer, usw.) das Klima weiterhin schädigen dürfen. Das CO2-Gesetz ist endlich weg, und der Weg frei für intelligente Lösungen. Sommaruga wird diese leider nicht packen, denn viel zu leicht lässt sie sich von internationalen Obrigkeiten befehlen, was sie tun soll. Schliesslich will sie sich empört und betroffen fühlen, die SP vertreten und eine "bella figura" machen.

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  • Pablo sagt:

    Das Volk hat gesprochen und es hat meiner Meinung nach richtig entschieden.
    Was mich aber immer noch besorgt, ist die FDP mit ihrer grünen Präsidentin. Die FDP ist doch eigentlich die Partei, die unser Land Gross gemacht hat und jetzt gehört sie immer mehr zu den Verlierern. Das tut weh!

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    • Christof sagt:

      Ja, der Sinkflug der FDP tut auch mir weh. Gut, dass die Parteibasis anders denkt als die Parteiführung. Vielleicht wäre Frau Gössi bei den Grünen oder bei den Grünliberalen besser aufgehoben.

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    • Stefan Mueller sagt:

      FDP
      - mit den 18%-Geisterfahrer-Gipser/Flurischäden-Inländervorrang-light-Verfassungsbrechern, - mit den EU-Kranken Nosic/Quarkwalder/Portmann,
      - mit den Volksverhetzern Helikopterfanz/Duce-Couche pine,
      - mit den Härtefall Schüblig-Caroni etc.
      - mit den Schwätzer Fiala/Walti/Gröss-Wahn
      tatsächlich muss das weh tun!

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    • waschiwischi sagt:

      Der mit einem Höhenmesser ausgestattet mutierte Virus explodiert offensichtlich in den Obergeschossen der meisten FDP-Genossen. Nur so kann man die infantile, masochistische Selbstzerfleischung gewisser Gutmensch-Träumer in dieser Partei einschätzen. Hier braucht es dringend, aber kollektiv, einen Elektroschocker der diese LINKS-FDP endlich NEU positioniert!

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  • johann6a sagt:

    Dieses denkwürdige Abstimmungsresultat verdient eine vertieftere Analyse, als man sie hier lesen kann. Ich empfehle, auf die VOTO-Studie aus der Nachbefragung zur Abstimmung zu warten. Dort findet man immer Interessantes für die nachträgliche Interpretation. Ein Beispiel: Beim Energiegesetz (2017) zeigten die Stimmenden mit Hochschulabschluss die klar höchste Zustimmungsrate von 70% (Stimmvolk 58%). Also ist die Zustimmung zum CO2-Gesetz in den Goldküsten-Gemeinden wenig überraschend.

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  • hape sagt:

    Hätte ich darüber abstimmen müssen, dass jeder Schweizer und jede Schweizerin über 18 und verdienend jährlich eine Fünfzigernote in einen Topf werfen muss, aus dem dann direkt Forschung und Innovation zum Thema unterstützt werden, ich hätte ein Ja eingelegt.
    Doch einen Hunderter zahlen, von dem ein Fünfziger zurückkommt, ein Dreissiger an den verteilenden Beamtenapparat (muss ja dazu aufgebaut werden) geht und letztlich noch ein Zwanziger in den Fonds - das ist ein Nogo.

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  • Realo100 sagt:

    Das Nein zum CO-2 Gesetz ist ein weiterer Beweis dafür, dass der Bundesrat am Volk vorbei politisiert. Politiker mit Charakter sollten nach Niederlagen zurücktreten, aber das ist von der Konzertpianistin Sommaruga kaum zu erwarten. Sie wird weiter musizieren und findet ihre Kakophonie womöglich noch cool.

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  • Andreas sagt:

    Um angeblich das Wetter zu retten, wird durch Klimaschutz und "grüne Energie" unsere Natur und unsere Umwelt zerstört.

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  • minibixi2008 sagt:

    Wer denkt diese Klimakrankheit der Linken und der Grünen wäre jetzt vom Tisch der irrt.
    Es wird so lange weiter gehen bis der letzte Gegner weichgeklopft ist. Die Gletscherschmelze wird auch dem letzten Kritiker sein eigen Hirn schmelzen lassen.

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  • Edmo sagt:

    Ja, Sommaruga könnte eventuell einen klimaverträglichen Umbau für ihr Haus finanzieren. Doch niemand weiss, wie man das machen muss. Wir alle wissen nicht wie das Klima funktioniert. Wie sollen wir etwas steuern, das wir nicht ansatzweise begriffen haben? Das CO2 macht jedenfalls unser Klima nicht. Wenn Sommaruga ihr Haus umbaut, kann sie niemals behaupten, für das Klima etwas Gutes getan zu haben. Wir sollten uns immer wieder bewusst machen, dass das Klima-Gedöns nur Politik ist. Nichts weiter.

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  • winner16 sagt:

    Vielleicht ist das Gesetz ja auch bachab, WEIL die Sommaruga so weibelte! Ich kenne kaum jemanden, der diese Frau, die keinerlei Kompetenzen für diesen Job mitbringt, nicht ins Pfefferland wünscht!

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    • Christof sagt:

      Im kommenden November müssen wir 11 Jahre Bundesrätin Simonetta Sommaruga beklagen. Vielleicht gibt das Resultat der CO2 Abstimmung einmal den Anlass, um darüber nachzudenken, was Frau Sommaruga ausser den Spesen sonst noch gewesen ist. Auch am 7 jährigen Leerlauf beim gescheiterten Rahmenabkommen war sie mit in der Partie. Aufgrund von Märchen und Sagen, das Volk abzuzocken das ist einfacher, als eine verwertbare Leistung zu erbringen.

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  • Rolf Bolliger sagt:

    Die unglaubliche Werbekampagne der SP-Bundesrätin Sommaruga zeigt einmal mehr ! "Wasser predigen und Wein trinken! "In einer eigenen Villa wohnen, fast eine halbe Million Jahreseinkommen beziehen und anderseits so vehement für eine Umverteilung, vorallem Kleinverdiener und der Mittelstand mit staatlichen Abgaben belasten, die gar nichts zur Klimaverbesserung beiträgt! Eine Mehrheit hat diese linke Abzockerei an der Urne nicht goutiert! Jetzt sind Ideen, Forschung und die Wirtschaft gefordert!

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  • Juerg Brechbuehl Diplombiologe sagt:

    Meine Interpretation der Abstimmungserfolge in den Grosstädten ist, dass dort die Bevölkerung lebt, die wohl meinte, dass sowieso andere die Rechnung zahlen. Wir alle zahlen denen ÖV. Als Mieter durften sie meinen, dass nur die bösen Kapitalisten von Hauseigentümern an die Kasse kommen und nicht sie als Mieter. -- En passant wurde in Bern und Zürich auch die häufigsten Nein zum Antiterrorgesetz in die Urne geworfen.Das sind dann die Leute, die den System Change mit Gewalt durchsetzen wollen.

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    • olive sagt:

      Es wäre ja gut, wenn sie ein NEIN in die Urne geworfen hätten, oder?

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      • Hans Peter sagt:

        Ganz bei Ihnen, Olive. Wohl nicht nur für mich ein dezidiertes Kopfschütteln wert über Bürger, die sich hier in ihrem Kommentar einerseits als Hüter der Freiheit und Eigenverantwortung in Pose werfen, dann aber das den Freiheitsgarant Rechtsstaat in seinen Fundamenten sabotierenden sog. "Antiterrorgesetz" (passender wohl Staatsterrorgesetz) blindwütig billigen.

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  • Angy Scheiwiler sagt:

    Die grüne Klimadiktatur soll sich Bundesbern bzw. Sommaruga definitiv abschminken. Diese Gängelung von oben ist schlicht unerträglich. Insofern ist das Abstimmungsresultat fürs erste positiv. Doch bleiben wir wachsam.

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