27. April 2021
Christoph Mörgeli

Die Medien wissen alles, was die Parlamentskommissionen beraten. Höchste Zeit, die Sitzungen öffentlich abzuhalten

Gestern berichteten die Online-Medien fast minutengenau, was in der Aussenpolitischen Kommission des Nationalrats beraten wurde.

Heutzutage müssen die Parlamentarier nicht einmal den Gang auf die Toilette antreten, um den vor der Tür versammelten Journalisten den Gang der Ereignisse zuzuflüstern. Es geht bequem aus dem Sitzungszimmer via Smartphone und SMS-Nachrichten. Oder man kann auch gleich Tonbandaufnahmen herstellen und versenden.

So wusste die Öffentlichkeit per Ticker exakt, wie Jacqueline Badran (SP) und Gerhard Pfister (CVP) gestimmt haben. Und warum.

Auch die Stimmenverhältnisse bei der Beratung des EU-Rahmenvertrags waren augenblicklich bekannt. Das angebliche Kommissionsgeheimnis ist nur noch ein Witz. Es führt dazu, dass jene, die Geheimnisse verraten, von den entsprechenden Journalisten gut dargestellt werden. Jedenfalls besser, als sie es verdienen..

Man sollte die Kommissionssitzungen öffentlich abhalten. Dann würden sie auch für die Journalisten viel langweiliger. Die Öffentlichkeit würde so das erfahren, was wirklich ist, statt dass, was ihnen gewissenlose Politiker einflüstern.

Die EU-Turbos können gegen öffentliche Sitzungen zuletzt etwas vorbringen. In Brüssel tagen die Kommissionen längst im Beisein der Medien.

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2 Kommentare zu “Die Medien wissen alles, was die Parlamentskommissionen beraten. Höchste Zeit, die Sitzungen öffentlich abzuhalten”

  • THINK sagt:

    Was heisst öffentliche Kommissionssitzungen unseres Parlaments?
    Es ist eine Zumutung für die wählenden Schweizerbürger, dass auch die ParlamentarierInnen im Bundeshaus eine geschlossene Runde bilden. So unterschlagen die Gewählten ihre tatsächliche Präsenz im Rat, ihre dossierfeste Sachkenntnis, ihre wahre Einstellung zur Schweiz und zu ihren Wählern. So könnten die Wähler das Resultat ihrer persönlichen Wahl erkennen und infantiles Papageiengeschwätz von besonnenen Vorträgen unterscheiden.

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  • olive sagt:

    Gute Idee, das wäre dringend geboten.

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