12. Januar 2021
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Beat Gygi

«Die Nationalbank muss ihre Milliarden verteilen», schreibt die «Republik» – welch ein Populismus

Mit leuchtenden Augen schauen Millionen Schweizer auf die vielen Milliarden Franken, die in der Bilanz der Nationalbank liegen. Das ist ein ungeheurer Schatz, den das Volk gemäss Spielregeln nur anschauen, nicht antasten soll.

Das weckt Fantasien, wie dieser Tresor zu knacken wäre.

Der junge Ökonom Fabio Canetg, der in Geldpolitik doktoriert hat, packt dies als Chance, um sich als eine Art Robin Hood in Szene zu setzen. Sein Rezept: die Stimmung anheizen bei jenen, die in der Corona-Not dringend Geld brauchen, und ihnen dann sagen: Holt es euch bei der Nationalbank, da liegt es! Von Politikern tönt es ähnlich.

«Die Nationalbank muss ihre Milliarden verteilen», schrieb Canetg soeben auf dem Medienportal «Republik»; er ist neben seiner Uni-Tätigkeit in Neuenburg auch Journalist. Die enormen Nationalbank-Gewinne seien jetzt grosszügig an Bund und Kantone zu geben, um grosse Staatsausgaben ohne Schmerzen zu ermöglichen. Würde Finanzminister Ueli Maurer eine Sparpolitik durchsetzen, wäre das ein Staatsversagen.

Halb so wild, kann man einwenden, der schneidige Jung-Keynesianer Canetg ist kein Titan der Branche. Aber der Tresor der Nationalbank ist mittlerweile so gross, dass er bei vielen Begehrlichkeiten, Unruhe, Neid und Forderungen weckt. Da reichen ein paar Reizworte.

Vergangenen Herbst erregte Canetg bereits mit dem modischen Vorwurf, die Nationalbank-Führung um Präsident Thomas Jordan habe ein Frauenproblem, so viel Aufsehen, dass man in der Politik darüber sprach.

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