19. Oktober 2021
René Hildbrand

Die Niederträchtigkeit nimmt zu: Immer mehr alte Menschen werden geschlagen, gequält und gedemütigt

Es gibt und es passieren Dinge im Leben, die man nie verstehen wird. Doch sie sind nicht zu akzeptieren. 

Eine Riesensauerei nimmt in ganz Europa zu, auch in der Schweiz: Immer mehr Senioren werden misshandelt, gedemütigt, vernachlässigt, physisch und psychisch gequält und auch finanziell missbraucht. 

Jeder fünfte alte Mensch ist betroffen. Das Leben vieler Alten wurde zum Albtraum.

Pro Senecute schlägt Alarm: Die zur Anzeige gebrachten Straftaten gegen Betagte hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. Von 3600 auf 7400 Fälle. 

Es ist noch sehr viel schlimmer: Die grösste Schweizer Fachstelle für Altersfragen geht davon aus, dass 96 Prozent der Fälle gar nicht gemeldet werden. 

Die meisten Misshandlungen finden zu Hause im Verborgenen statt. Wenn der Wolf alt wird, dann reiten ihn die Krähen. 

Doch in welcher Menschengesellschaft leben wir? 

Gewalt ist ein Refugium für Unfähige. Das Alter wird von allen angestrebt. Wenn es da ist, wird es verachtet. 

Doch Senioren sind die einzige noch wachsende Bevölkerungsgruppe. Man bedenke: Jede noch so schöne Rose wird einmal Hagebutte.

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29 Kommentare zu “Die Niederträchtigkeit nimmt zu: Immer mehr alte Menschen werden geschlagen, gequält und gedemütigt”

  • Noam Cherney sagt:

    Das ist eigentlich keine überraschende Entwicklung. Wer Abtreibungen bis kurz vor der Geburt und nun in den USA auch zum Teil kurz danach unterstützt entwertet das Leben. Wenn Kinder mit dem grössten Potential an “Lebensbeitrag” an die Gesellschaft so progressiv eliminiert werden können fordere ich die Euthanasie-Pflicht 5-10 Jahre nach der Pensionierung. Das ist ein Akt der Solidarität mit der arbeitenden Bevölkerung und für Euthanasie-Verweigerer habe ich kein Verständnis.

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  • Marlisa Schmid sagt:

    Die Medien haben hier ein neues Thema gefunden, an das sie sich festbeissen können. Man konnte auch schon lesen, dass Kinder von Eltern misshandelt werden, Kinder ihren Eltern Gewalt antun, Haustiere misshandelt werden, Männer ihre Frauen misshandeln, Frauen ihre Männer mit Tritten und Psychoterror quälen, Väter ihre Töchter missbrauchen... Die Misshandlungen im Zusammenhang mit Corona in den Heimen, mit Isolation, das einsamen Sterben.. dürften weit gravierender gewesen sein als jene zuhause.

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  • andreas Hartmann sagt:

    Die Alten wurden in der Tat früher respektiert. Aber nicht weil Sie alt waren. Sondern weil sie über Altersweisheit verfügten und in Würde alt wurden. Die heutigen Alten dagegen wollen "for ever young" bleiben und der Jugend hinterherlaufen. Die lacht sich daher zu Recht über diese infantile alte Generation kaputt.

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    • Juerg Brechbuehl Diplombiologe sagt:

      Sie haben keine Ahnung was es heisst, wirklich alt zu sein. Ihre Beschreibung stimmt vielleicht für frischpensionierte, die sich vor dem Altwerden fürchten. Für Leute über 80 sieht das Leben anders aus.

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    • Mamasan sagt:

      Welch eine einseitige Sicht, es mag schon auch solche ältere Herrschaften, Modell "forever young" geben, mir fallen eher viele wirklich alte, auch viele gebrechliche Ältere auf, auch viele alleinstehende Menschen. Misshandlungen, Psychoterror, lsolation sind jedenfalls keinesfalls gerechtfertigt.
      Auch ist jedem alten Menschen entsprechend Respekt entgegenzubringen, und alle, die ihr Leben lang anstaendig und diszipliniert ihre Leistung erbracht haben, dürfen doch hoffentlich wenigstens im Alter

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    • mhol sagt:

      Sie erklären rundweg und in einem Atemzug "die Alten" als infantile alte Generation.
      Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Erreichen dieses Alters.

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  • Edmo sagt:

    Die Alten werden verteufelt. Sie haben ungefähr den gleichen Stellenwert wie Ungeimpfte. Greta hat ja verkündet, dass die Alten ihr die Jugend und die Zukunft geraubt haben. Die Politik und die Medien haben das hoch erfreut in ihr Standard-Repertoire aufgenommen. Die Spaltung der Gesellschaft im Namen von Corona und Klima wird eifrig vorangetrieben. Über eine massive Zunahme der Gewalt gegenüber den Verfemten muss man nicht staunen. Da kommen längst erprobte Mechanismen wieder zum Funktionieren.

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  • EuF sagt:

    Aber wird in der heutigen Zeit das Alter nicht auf allzu unnatürliche Weise extrem verlängert?
    Wäre ein Mensch 1960, in seinen Siebzigern, noch relativ rüstig verstorben, so würde heute sein Leben veroperiert und vermedizinisiert weiter und weiter verlängert. Das kann es nicht sein uns es ist für mich keine Option geifernd und altersdement über Jahre in einem Altenheim zu vegetieren und immer wenn ich sterben könnte, verlängert die Medizin eigennützig mein Martyrium.

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    • Juerg Brechbuehl Diplombiologe sagt:

      Falsch. Fite, gut ernährte, sich regelmässige bewegende Menschen werden ohne allzuviel Medizin über 80-jährig. Bei meinen Eltern kann ich das beobachten. Das Problem ist, dass ab ca. 75-jährig der Körper sich stark verändert und andere medizinische Regeln gelten. Leider kennen sich über 90% der Ärzte nicht einmal mit den Grundregeln der geriatrischen Medizin aus. Selbst billig-billigste Behandlungen wie die Ergänzung mit Vitamin B12 wird komplett verschlampt von Hausärzten.

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  • coyote sagt:

    Unbdingt unsere Senioren schützen und hinhören, wenn Anzeichen von respektloser Behandlung auftaucht. Sehr einfach Misshandlungen zu verstecken, sie können sich nicht wehren, man glaubt ihnen nicht, vielleicht sind sie vergesslich, dann haben sie schon verloren. Viele brauchen Hilfe da bin ich sicher. Es wird überall geholfen, ist gut so, aber warum helfen wir nicht zuerst unseren Menschen, die uns den Wohlstand ermöglicht haben, mit wenig oder gar keiner Sozialhilfe? Ich möchte nie so enden du

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  • olive sagt:

    Es ist entsetzlich und nicht neu. Aber vor Corona retten , um jeden Preis, auch um den von Leiden und Einsamkeit.

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  • Melanie sagt:

    Zuhause und im Verborgenen? Mich dünkt, dass die höchst üblen Corona-Bevormundungen in Altersheimen ebenso niederträchtige Qualen und Demütigungen sind: Abschottungszwang, Besuchsverbot, Maskierungszwang, Impfzwang - und falls nicht Direktzwang und Direktverbote, sind es doch grauslige Nötigungen.

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    • Juerg Brechbuehl Diplombiologe sagt:

      Auch ohne Corona Misshandlungen in den Pflegeheimen: Schläge, Kneifen, Essensentzug, Wasserentzug, Zwangsmedikation, Fesseln an den Rollstuhl. Es sind oft keine Angehörigen zugegen, die sich für die Alten wehren.-- Ganz allgemein, wer wehrlos ist, wird in diesem Milieu zum Opfer. Beliebte Opfer sind Hirnverletzte. Ich persönlich als Patient in Neurorehabilitation konnte zahlreiche andere Patienten befragen. Meine Schlussfolgerung: In den Helferberufen sind 20% Perverse, die das Quälen geniessen

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      • Melanie sagt:

        Ich habe als Studentin jahrelang in Alters- und Pflegeheimen gearbeitet (admin. Personal). Von Pflegenden hörte ich damals auch, dass es Patienten gibt, die z.B. nicht von Frauen oder von "Ausländerinnen" betreut werden möchte. Eine erzählte mir, dass ein alter Patient ihr gerne seine Urinflasche entgegen warf, wenn sie kam oder ging. Alles in allem muss man sagen: viele Alte sind oft auch ganz und gar nicht angenehm. So wie das bei kleinen Kinder auch so ist. Schwierig dann, nett zu bleiben...

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        • Florence sagt:

          Wenn man diese Einstellung hat, sollte man nicht Altenpflegerin werden. Alte Menschen gehört unser ganzer Respekt . Es ist nicht ihre Schuld wenn sie körperlich oder geistig nicht mehr fit sind. Die meisten von ihnen haben eine Familie, Kinder grossgezogen, ihnen eine Bildung ermöglicht und sich oft auch dafür aufgeopfert. Jetzt sind sie Menschen in Schwierigkeit ,und, auch wenn sie nichts für uns getan haben , ihnen zu helfen ist unsere Pflicht. Wir werden alle alt und man weiß nie WIE …

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    • Bischi49 sagt:

      Völlig einverstanden, aber so wie es aussieht können wir uns Einfühlungsvermögen in der von Zynismus und Materialismus geprägten Welt der Polittechnokraten leider nicht mehr leisten. Dieser wird dient nur noch der wohlfeilen Dekoration von Verlautbarungen und Parteiprogrammen.

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  • juege sagt:

    Die Alten haben es sich selber zuzuschreiben. Meine Generation verhalf den linken zur Mehrheit.

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    • Mueller sagt:

      Ich schäme mich sehr für die idiotischen 68er Jahre; da haben wir den Grundstein für den kommunistischen grünen Wahnsinn gelegt! Asche über mein Haupt!

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    • mhol sagt:

      Oha! Welch ein Argument: Die Jungen kommen ja zwangsläufig von den Alten.
      Ergo: Die Jungen können verbrechen was sie wollen, die Schuldigen sind immer die Alten.
      BRAVO: So gesehen kann jeder jedes schändlichste Verbrechen tun.
      Schuld sind dann immer die Alten.
      Oder hatten Sie keine Erzeuger welche älter waren als Sie?

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      • mhol sagt:

        Die damalige Jugend wehrte sich gegen damalige Zu- und Umstände. Die Alten haben nicht einfach recht weil sie alt sind. So die Jugend auch nicht im Umkehrwert. Wohlwollende fürsorgliche Leitplanken innerhalb derjenigen, die Kinder im Prinzip der bedingungslosen Eltern-Liebe heranwachsen kann. Förderung in die Selbständigkeit und in den verantwortungsvollen Umgang mit sich selbst und der Umwelt. Wann konnten das die (immer wieder neuen) Alten je einigermassen durchgängig erwirken?

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        • mhol sagt:

          Ich befand allerdings kaum eine Jugend derart verlogen, wie die 68er. Weil, als die dann zumindest körperlich erwachsen wurden, rotzfrech dafür inkonsequent, linker als links, später grün, gegen alles Wetterten was nicht marxistisch angehaucht war. Joschka Fischer führte beispielsweise die Deutschen mit wehenden Fahnen für den Humanismus in den ersten Krieg: "Ich habe gesagt: Nie wieder Krieg, aber auch, nie wieder Ausschwitz!" Ein Grüner 68er als Kriegshetzer. Die Grünen befandens als gut.

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  • Juerg Brechbuehl Diplombiologe sagt:

    Die Behauptung, dass die "meisten Misshandlungen zuhause" stattfinden ist für sich gesehen ohne empirischen Wert. Wenn die Professionellen in Alters- und Pflegeheimen die Alten misshandeln, dann tun sie das meistens ohne dass es Zeugen gibt. Es sind keine Angehörigen zugegen. Die Bewohner von Pflegeheimen sind meistens auch in einem schlechteren Zustand und können sich weniger gut ausdrücken. Im Kanton Bern ist es normal, dass Alte in Pflegeinstitutionen verhungern und am Hunger sterben.

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    • olive sagt:

      Die Gründe für solche Zustände sind Personalmangel und/oder schlechte Ausbildung der Pflege. Es kann sehr schweirig sein, mit Dementen umzugehen und erfordert gute Ausbildung und charakterliche Reife.
      Zum Verhungern: oft wird den Leuten ( auch im Spital) das Essen vor die Nase gestellt und ohne Kontrolle, ob gegessen wurde, wieder weg getragen. Klartext sprach A.Jorde vor Jahren mit Frau Merkel, sie antwortet mit ihrem üblichen BlaBla
      https://www.youtube.com/watch?v=WClqdJSgsok

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      • olive sagt:

        Spärer reiste Jorde mit einem Filmteam in Heime und Spitäler und erfuhr Schlimmes.
        Am Ende der Reportage reisten sie nach Norwegen, wo das Gesundheitswesen in staatlicher Hand ist: guter Personalschlüssel, zufriedene Leute, anständig gepflegte Patienten und Bewohner. Aber das kostet. Profitorientiertes Gesundheitswesen hätte am liebsten Pflegeroboter.

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      • Juerg Brechbuehl Diplombiologe sagt:

        Ich beschrieb nicht die Situation von dementen. Es gibt viele andere Gründe, warum jemand im Pflegeheim ist. Eine Nachbarin hatte ein schwaches Herz und konnte nach einem Oberschenkelhalsbruch nicht mehr operiert werden. Im Pflegeheim verhungerte sie genau aus dem Grund, den Sie beschreiben. Man räumte das Essen ab, bevor sie gegessen hatte. -- Ja, es stimmt, die Löhne und die Arbeitsbedingungen sind miserabel. Wenn man etwas ändern will, muss man anständige Löhne zahlen und hiesiges Personal

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  • VP-Falger sagt:

    ... und Hagebutte soll gesund sein, wenn ich seinerzeit im Schulunterricht richtig zugehört hatte.

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    • buelope sagt:

      Leute, das Leben ist lebenswert wenn man nicht auf Hilfe angewiesen ist. Einerseits verurteilte ich dieses Verhalten unserer Gesellschaft und andererseits bewundere ich auch die Opferbereitschaft der Pflegenden in den Heimen. Ich bin sicher, mehr Freizeit bei gleichem Lohn wäre angebracht für das Personal. Gerade die Pflege von dementen und total immobilen Menschen ist eine schwere Psychisch Herausforderung.

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  • Isaac sagt:

    In allen funktionierenden ethisch hochstehenden Gemeinschaften werden die Alten respektiert, verehrt und gewürdigt. Unsere Gemeinschaften sind mittlerweile so tief gefallen, dass man glaubt, sich an den Alten laufend die von Dreck stinkenden Schuhe abputzen zu müssen.

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