18. Februar 2021
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Marcel Odermatt

Die notorischen SVP-Gegner vom Club Helvétique kommen aus der Versenkung. Grund ist die breite Zustimmung für die Burka-Initiative

Sie stellen einen Gradmesser für den Zustand der Schweizer Politik dar. Segelt die Eidgenossenschaft brav im linksliberalen Wind, taucht der Club Helvétique ab. Zieht jedoch ein Sturm auf, kommen die Damen und Herren aus der Versenkung. Das ist jetzt der Fall. Umfragen deuten darauf hin, dass am 7. März das Stimmvolk dem Verhüllungsverbot zustimmen könnte.

Das Anliegen stammt aus SVP-Kreisen. Deshalb ruft die schöngeistige Truppe in einer Mitteilung auf, einen Durchmarsch der ungeliebten Partei zu vereiteln. Sie empfiehlt den Bürgern, die Burka-Initiative unbedingt abzulehnen. Die Volkspartei und erst recht deren Rechtsaussen-Flügel hätten sich noch nie für Frauenrechte eingesetzt. «Im Gegenteil. Wenn sie es jetzt tun, muss das andere Gründe haben», heisst es vielsagend in der Mitteilung.

Was die Intellektuellen damit meinen, lassen sie offen. Beim Ja zur Minarette-Initiative 2009 war Gründungsmitglied und Ex-SRG-Generalsdirektor Roger de Weck noch offener: «Das Volk hat einen Fehlentscheid getroffen. Vor allem ist es eine Fehlentwicklung der direkten Demokratie – hin zum Volksabsolutismus –, wenn die Bürgerinnen und Bürger immer öfter menschenrechtswidrige Entscheide treffen.»

Vielleicht darf Roger de Weck bald wieder eine ähnliche politphilosophische Erklärung abgeben.

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9 Kommentare zu “Die notorischen SVP-Gegner vom Club Helvétique kommen aus der Versenkung. Grund ist die breite Zustimmung für die Burka-Initiative”

  • ursula sagt:

    Im Text steht unter Punkt 3, dass Ausnahme vom Verbot unter Anderem gesundheitliche Gründe sein können. Das heisst dann doch, dass die Maskenpflicht auf diese Weise ins Gesetz aufgenommen wird? Sehe ich das falsch? Dies wäre ein Grund für mich, dagegen zu stimmen.

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  • Bruno Bettoli sagt:

    Einmal mehr: Realitätsfremde «Gesellschaftsanalphabeten» auf dem Weg zur kompletten Infantilisierung mit einer forcierten Denkdiktatur und alleinigem Wahrheitsanspruch. Diese sogenannte „Bildungsgesellschaft“ wird sich selber abschaffenen oder spätestens bei den nächsten Wahlen…

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  • Ronnie Angst sagt:

    Es wäre vermutlich Sinnvoll etwas mehr Schwergewicht auf eben dieses Thema zu legen, dass es nicht nur um Burkas und Dergleichen geht, sondern darum, dass sich Protestierende aus welchen Lagern auch immer, nicht mehr Anonym, sondern bekennend zu Ihrem Anliegen auch erkennbar dazu äussern. Denn dann hätten wir garantiert weniger extreme Ausschreitungen und einen klaren Gewinn an Sicherheit und einen massiven Rückgang an gewalttätigen Ausschreitungen.

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  • Mueller sagt:

    Diese wohlhabenden intellektuellen Sozialisten mit ihrer weltfremden Elfenbeinturmideologie haben die SP von innen zerstört! Die Arbeiter- Sozis sind doch scharenweise zur SVP rübergelaufen! Aber die Plüschsessel – Sozis haben es noch immer nicht realisiert!

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  • Edmo sagt:

    Ob die SVP sich vehement für Frauenrechte einsetzt oder einfach der rasant voranschreitenden Islamisierung unseres Landes entgegentritt, ist letztlich egal. Auf der Suche nach anderen Gründen für das Anliegen der SVP kommen die vermeintlich Intellektuellen auch nicht auf die Idee, dass dem gewalttätigen schwarzen Block der linken Faschisten die Masken heruntergerissen werden sollen. Sie müssen nicht alles verstehen. Hauptsache das Verhüllungsverbot wird an der Urne deutlich angenommen.

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  • Moning Hans-Joerg sagt:

    Einmal mehr zeigt sich die Akademikerklasse, mit Universitätsabschluss, den sie ja nicht selber bezahlt haben, dem dummen Volk überlegen. Was aus der „rechten“ Ecke kommt ist Pfui, also ist man dagegen. In den nächsten Jahrzehnten werden sie sich die Augen reiben und einen Schuldigen zur Bestrafung suchen für das Desaster das sie selbst zu verantworten hätten.

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