03. Mai 2021
Beat Gygi

Die «NZZ am Sonntag» sieht den Pariser Klimavertrag gerettet – aber Biden ist einfach erstklassig im Bluffen

Die NZZ am Sonntag lobt US-Präsident Bidens Weltklimagipfel von voriger Woche als Durchbruch: «Trittbrettfahren ist beim Klimaschutz keine Option mehr».

Tatsächlich leidet das Pariser Abkommen genau unter dem Trittbrettfahrer-Problem: Jedes Land verspricht seine CO2-Reduktionsziele: x Prozent bis im Jahr y. Rechtlich unverbindlich. Wer seine Ziele erfüllt, ist der Dumme: Er würgt seine Wirtschaft ab, die andern lachen und füllen die Lücke.

Wieso soll das jetzt plötzlich anders sein?

Weil, so das Argument, die USA zu «Paris» zurückkehrten und grosse Reduktionen ähnlich der EU versprächen. Und weil China für später Ähnliches in Aussicht stelle.

An dieser Koalition der Riesen komme niemand mehr vorbei. Die USA könnten nun Klimaschutz via Handelspolitik weltweit durchsetzen. Trittbrettfahrer raus.

Zudem laufe der Kampf um Wirtschafts- und Technologieführerschaft neu über den Klimaschutz. Ziel: die Revolution der erneuerbaren Energien anführen.

Wurde die Welt also in einer kurzen Online-Klimakonferenz umgepolt?

Nüchtern betrachtet: Nein, nichts Neues, so läuft das Pariser Theater. Ungedeckte Checks. Biden hat mit seiner Aktion das Bluffen einfach auf eine neue Stufe gesteigert.

481 3

12 Kommentare zu “Die «NZZ am Sonntag» sieht den Pariser Klimavertrag gerettet – aber Biden ist einfach erstklassig im Bluffen”

  • Stefan Mueller sagt:

    NZZ-Nicht zurechnungsfähig zur Zeit

    32
    0
  • Markus Saurer sagt:

    Man muss sich einmal vorstellen, was es bedeuten würde, wenn die USA Trittbrettfahrer qua Handelspolitik massregeln wollten. Der (freiwillige) Handel ist vorteilhaft für alle Beteiligten, sonst findet er nicht statt. Einschränkungen des Handels durch die USA bringen allen Beteiligten Verluste, gerade auch der USA. Die Kosten der Klimapolitikkoordinierungsrichterin USA würden explodieren. Das kann man somit getrost vergessen... die NZZaS kann man übrigens seit langem getrost zur Seite legen.,.

    75
    0
  • ulrich vogt sagt:

    Wer ist besser im Bluffen? Trump oder Biden?

    27
    39
    • Realistin sagt:

      Das wird sich am Schluss der Amtszeit von Biden zeigen.
      Es gab im Phönix kurz vor Ende von Trump's Amtszeit eine sehr interessante Dokumentation über das, was Trump versprochen hatte und was davon er erreicht hat und was nicht: "Trump - der unterschätzte Präsident"
      https://www.youtube.com/watch?v=r9W4ftNB84Q
      Wer offen für Fakten ist, und nicht total von irrationalem Hass verblendet, sollte sich das einmal ansehen.

      82
      0
  • Mueller sagt:

    Biden und Bluffen? 😂Der kann doch nur noch kurze Sätze mühsam auf dem Telepromter entziffern😂

    111
    1
  • juege sagt:

    Aber dass sie damit eine weitaus grössere Umweltzerstörung anrichten, wird von den Medien unter den Teppich gekehrt. Ich frage mich einfach, wie sich diese Idioten ihre eigene Zukunft vorstellen.

    129
    0
  • Arnold Ganz sagt:

    Schon während der Präsidentschaft von Donald Trump hiess es immer, dass die Entscheidungskompetenzen des amerikanischen Präsidenten bei weitem nicht so weit gehen, wie es den Anschein mache. Was unter Trump der Relativierung seiner eigenartigen Kommunikationspolitik diente, sollte jetzt konsequenterweise auch für Biden gelten. Doch das Gegenteil ist der Fall. Die Glaubwürdigkeit seiner Entscheidungen in den hochgejubelten ersten 100 Tagen, halten bei Weitem nicht jedem Zweifel stand.

    115
    1
    • Meinrad Odermatt sagt:

      Mit allem einverstanden. Trump war ein Globalisierungsgegner. Also ein erbitterter Gegner der Globalisierungspläne der WEF - Elite. Jetzt das Gegenteil. Biden führt genau das aus, was man sich in Genf ausgedacht hat. Wie Draghi auch in Italien. Er macht genau dasselbe. Die Davos Agenda 21. Green Deal = Umbau der Welt. Black Rock ist ganz enthusiastisch über den Milliarden-Regen der in ihre Kasse prasselt. Wieso es das WEF immer wieder schafft unter dem Radar zu verschwinden, ist KEIN Rätsel !!!

      78
      0
  • baloiszydeco sagt:

    Weisheiten von Andreas Hirstein auch gelesen. Sinn für Realität scheint ihn verlassen zu haben.
    Wiederhole: Biden ist eine opportunistische Windfahne, dement schwächelnd, wird er 'beraten' (gesteuert), die Ultras seiner Partei mit linken Utopien zu neutralisieren, incl lächerliches Klimaweltmacht Gehabe, vorgaukeln mit CO2 Erpressung können die US China in die Knie zwingen. Dream on...

    100
    1
  • VP-Falger sagt:

    Wenn in einem Projekt das Wort "Klima" drinsteht, möglichst oft sogar, dann winken üppige Subventionsgelder aus der Bundeskasse.

    Inzwischen ist die seit Jahrtausenden stattfindende Klimaschwankung zum politischen Raubzug hart arbeitender Bürger der westlichen Hemissphäre geworden. Weshaalb tauchten Wikinger Skulpturen in China auf? Weil vermutlich das Nordmeer damals für diese Boote schiffbar gewesen war.

    207
    2
  • Edmo sagt:

    Die NZZ ist auf dem Klima-Trip. Eine nüchterne Betrachtung kann man von ihr deshalb nicht erwarten. Erstaunlich, wie wenig es braucht, bis eine angesehene Tageszeitung den Kontakt zur Realität verliert. Biden und seine sozialistischen Kumpane wollen einfach die Welt regieren. Sie wollen globale Mindeststeuersätze einführen und sie wollen Länder mit einer prosperierenden Wirtschaft schädigen. Mit der Klimaschutz-Kanone wird ab sofort auf alle geschossen, die profitabel arbeiten.

    251
    5
    • Hans Baettig sagt:

      Das stimmt so nicht. Mich hat der euphorische Artikel von Andreas Hirstein auch erstaunt. Aber von ihm stammt auch der Artikel vom 6.3.2021 in der NZZaS über die Kosten der Energiewende. Die dort erwähnte Studie der ETH (für einmal nicht Knutti …) zeigt, dass sich die Kosten der „Wende“ pro Kopf und Jahr auf bis Fr. 860.- belaufen, wenn nicht die ganze Welt dem Schweizer „Vorbild“ folgt, bzw. auf jährlich Fr. 750.-, wenn die Versorgungssicherheit gewährleistet bleiben soll. Drum verzeih ich ihm.

      12
      11

Schreiben Sie einen Kommentar

© Copyright 2021 - Weltwoche daily

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche-daily.ch dienen als Diskussionsplattform und sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird. Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels oder wo angebracht an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Persönlichkeitsverletzende und diskriminierende Äusserungen hingegen verstossen gegen unsere Richtlinien. Sie werden ebenso gelöscht wie Kommentare, die eine sexistische, beleidigende oder anstössige Ausdrucksweise verwenden. Beiträge kommerzieller Natur werden nicht freigegeben. Zu verzichten ist grundsätzlich auch auf Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen), wobei die Online-Redaktion mit Augenmass Ausnahmen zulassen kann.

Die Kommentarspalten sind artikelbezogen, die thematische Ausrichtung ist damit vorgegeben. Wir bitten Sie deshalb auf Beiträge zu verzichten, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Unzulässig sind Wortmeldungen, die

  • Nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommerzieller Natur sind
  • andere Forumsteilnehmer persönlich beleidigen
  • einzelne Personen oder Gruppen aufgrund von Rasse, Ethnie oder Religion herabsetzen
  • in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • verächtliche Abänderungen von Namen oder Umschreibungen von Personen enthalten
  • mehr als einen externen Link enthalten
  • einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Online-Redaktion behält sich jedoch vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Es besteht grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.