09. Dezember 2020
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Florian Schwab

Die Operation Libero spielt die «Republik»-Karte. Ob das aufgeht?

Fast kann man die Uhr danach stellen: Jahr für Jahr startet die linksurbane Online-Zeitung Republik einen mit viel Pathos vorgetragenen Spendenaufruf. Wenn es nicht gelinge, bis dann oder wann soundso viel Geld aufzutreiben, dann sei das Projekt am Ende.

Dieses Beispiel macht jetzt Schule. Die Operation Libero, ebenfalls ein linksurbanes Projekt, wendet sich mit einem dramatischen Appell an ihre Unterstützer: «Operation Libero steht finanziell vor dem Aus. Wenn die liberale Bewegung bis Ende Februar nicht 500000 Franken zusammenbekommt, wird es die Operation Libero so nicht mehr geben.»

Das Problem – und auch hier werden Erinnerungen an die personalintensive Republik wach – sei die fehlende «Strukturfinanzierung». Man erhalte zwar für spezifische Kampagnen Geld, niemand wolle aber den Unterhalt der Geschäftsstelle finanzieren.

Ob das linksstädtische Milieu, das bereits die Republik alimentiert, noch ein zweites defizitäres Göttikind adoptieren kann und will?

Anders als die Republik, die sich von Anfang an als betriebswirtschaftlicher Wackelkandidat präsentiert hat und damit etwas antikapitalistische Lagerfeuerromantik entfachte, will die Operation Libero durch die grosse Spendenaktion ihren Charakter grundlegend verändern. Offensichtlich ist der Gründergeist einer idealistischen Studenten-Organisation verflogen. Unter ihrer Chefin Laura Zimmermann will die Organisation jetzt ein professioneller politischer Apparat werden. Milieukonforme politische Apparate gibt es aber schon zuhauf.

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