02. November 2021
Thomas Renggli

Sahra Wagenknecht, Deutschlands klügste Linke, liest den Salon-Sozis die Leviten. Wermuth, Molina & Co. sollten das Interview genau lesen

Ein Blick in die Sonntagspresse kann den Horizont erweitern.

Eine Umfrage der Sonntags-Zeitung in Sachen Klimaschutz kommt zum Ergebnis, dass drei Viertel der 18- bis 34-jährigen Männer weder bereit sind, fürs Benzin mehr zu bezahlen noch beim Fliegen, Heizen und Kleiderkauf draufzulegen.

Ob dieses Resultats sagt Klimawissenschaftler Reto Knutti konsterniert: «Wenn die Zahlungsbereitschaft derart tief ist, muss man davon ausgehen, dass es kaum zu einer Verhaltensänderung kommen wird.»

Vielleicht macht Knutti – der gut verdienende ETH-Professor – aber einen Denkfehler. Möglicherweise liegt es nicht an der Zahlungsbereitschaft der Menschen, sondern an der Zahlungsmöglichkeit.

In der NZZ am Sonntag geht die deutsche Vorzeig-Linke Sahra Wagenknecht mit den eigenen Gesinnungs-Genossen hart ins Gericht: «Lifestyle-Linke haben keine Empathie und keinen Respekt», sagt sie.

Und weiter: «Die Grünen  vertreten die Sicht von Menschen, denen es ziemlich gut geht, die ihre Privilegien aber für persönliche Tugenden halten. Denn natürlich ist es ein Privileg, wenn ich im Bioladen einkaufen, einen Tesla fahren und in der Innenstadt wohnen und dadurch viele Geschäfte mit dem Fahrrad erledigen kann. Aber diejenigen, denen es nicht so gut geht, wohnen eher in den Aussenbezirken.»

Solch klare Gedanken würde man sich auch von Schweizer Politikern und Politikerinnen in diesem Spektrum wünschen. Deshalb sollten sich Cédric Wermuth und Fabian Molina bei ihrer nächsten Deutschland-Reise unbedingt mit Wagenknecht zu einem informellen Kaffee treffen.

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23 Kommentare zu “Sahra Wagenknecht, Deutschlands klügste Linke, liest den Salon-Sozis die Leviten. Wermuth, Molina & Co. sollten das Interview genau lesen”

  • olive sagt:

    https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/wagenknecht-impfaussage/
    "Nach Impf-Aussagen: Die eigene Partei fällt über Sahra Wagenknecht her"

    Wie die Hyänen fallen Susanne Hennig-Wellsow und Co. über Wagenknecht her.

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  • Gringo 1402 sagt:

    Sarah Wagenknecht ist eine echt sozial denkende und handelnde Politikerin, für mich die beste Kanzlerin die Deutschland hätte wählen können. Wermuth und Molina sind - wie die meisten grünen und roten Politiker - keine sozial denkende und handelnde Menschen, sondern linksfaschistoide (also grün + rot = braun) Ideologen (SoziMänteli oder Wolf im Schafspelz) die von Neid, Missgunst und Verleumdung statt vom Atem der Liebe, Freude und sozialen Kontakten leben. Eben Sozialismus / Kommunismus K. Marx

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  • Fede sagt:

    Bravo T. Renggli!
    Unterstütze diese Gedanken voll. Allerdings bezweifle ich, dass die beiden genannten SP-Politiker sich mit Wagenknecht jemals gedanklich austauschen werden. Dafür ist die Dame viel zu brillant und würde unsere beiden roten Parlamentarier um Jahre älter aussehen lassen.

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  • holsderkuckuk sagt:

    Der Autor behandelt Wermuth, Molina und andere rote und grüne Spiessgesellen ungerecht, man darf keine Minderheit auch die kleinste nicht abwertend behandeln, auch wenn es nur zwei wären, die funktionale Analphabeten sind, darf man sie nicht überfordern. Sehr viele dieser Gruppierung lesen nur das, das sie selbst geschrieben haben und beim lesen iher eigenen Elaborate überfallt sie ein heiliger Schauer der Verzückung. Reto Knu(s)tti ist ihr Vorbild, der glaubt nichts ,
    ausser sich selbst.

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  • Eliza sagt:

    Sarah Wagenknecht mit einem Wermuth oder Molina zu vergleichen, ist schon eine Frechheit Sarah gegenüber und eh unmöglich, da die Intelligenz von Wagenknecht diese zwei Linken sehr weit hinten stehen lässt. Die Zwei können ihr NIE das Wasser reichen. Obwohl links, sieht sie immer die Realität und schwebt nicht auf den Rosawolken, wo sich Wermuth, Molina & Co. niedergesetzt haben.

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  • juege sagt:

    Der Weg in eine vernünftige Zukunft liegt eher rechts von Roger Köppel.

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    • Guy Tiger sagt:

      Ich denke, für die Zukunft müssen wir in der Politik weg kommen vom abgehalfterten links-rechts Denken. Ich pladiere stattdessen für pragmatisch und ideologisch. Pragmatiker berufen sich auf klare Fakten, die Ideologen berufen sich im besten Fall auf Theorien und im schlechtesten auf Dogmen (extreme). Es braucht beide, die Pragmatiker halten den Karren am Laufen und die Idealisten versuchen, ihn weiter zu verbessern.

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  • Tom Collins sagt:

    Nach dem Auftritt der Sahra Wagenknecht bei "Anne Will" zum persönlichen Verhältnis zur Covid-Impfung steht diese Person unter ausgesprochen scharfer Kritik "ihrer" Linken. Das wäre auch ein Kommentar wert gewesen. Für Interessenten: bei Spiegel googeln!

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  • 369 sagt:

    Lesen können es die Genossen Wermuth, Molina & Co. sicher, ob sie es schlussendliche auch verstehen, da habe ich dann doch eher Zweifel.

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  • Silvio Brandolin sagt:

    Hmm... Ich bin nicht sicher ob Sie wissen wo Sarah Wagenknecht politisch steht.

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  • Peter Rossa sagt:

    "Wermuth, Molina & Co. sollten das Interview genau lesen": als ob die überhaupt lesen könnten ....!

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    • oazu sagt:

      Lesen sollten sie können, diese ewigen Studenten. Ob sie allerdings imstande sind zu verstehen, was sie lesen, gibt es grosse Zweifel, grösste Zweifel hingegen, wenn es darum geht, etwas Gelesenes in Praxis umzusetzen. Mit grosser Klappe über das Nichtverstandene zu schwadroniern, da sind die beiden Meister. Ohne unsere links-grünen Journalisten in Leitmedien als empfängliche Megafone würde beide ein mauerblühmchen-Dasein fristen.

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  • winner16 sagt:

    Cédric Wermuth und Fabian Molina bei Sahra Wagenknecht? Das wäre ja so, wie wenn Einstein 2 Analphabeten das Lesen beibringen müsste!

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  • ordnas sagt:

    Sollten die Molinas und Wermuths dieser Welt, es gibt ja einige davon, nicht vor allem und wenigstens mal ihr Buch "Die Selbstgerechten" lesen? Allerdings wage ich es zu bezweifeln ob alleine mit Lesen die fehlende bzw. nicht vorhandene Erfahrung aus der Wirtschafts- und Arbeitswelt so schnell kompensiert werden kann, aber es wäre zumindest mal eine Art "Bewegung".

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  • Edmo sagt:

    Bei Wermuth und Molina fehlt es tatsächlich an Empathie und Respekt. Das sind gravierende Charakterschwächen. Ein informeller Kaffee mit Sarah Wagenknecht kann derartige Defizite unmöglich ausgleichen. Diese verwöhnten Dummschwätzer halten ihre Privilegien tatsächlich für persönliche Tugenden. Nur der Entzug dieser Privilegien könnte eine heilsame Wirkung haben. Man darf solche Leute einfach nicht wählen!

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  • Rolf Bolliger sagt:

    Wohl kaum würden sich die beiden SP-CEOs mit Frau Wagenknecht an den Tisch setzen! Wer nicht links denkt und handelt wird bei den Schweizer rot/grünen Gutmenshen ausgegrenzt und vorallem nie um ihre Meinung gefragt!

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  • Isaac sagt:

    Der Vorschlag vom Kaffeetreff ist zwar sympathisch aber unsere Salonlinken sind so in ihren bornierten Ideologien verstrickt, dass sie nie und nimmer eine andere Meinung als ihre moralinsauren Verbotsergüsse zulassen werden.

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  • gaero007 sagt:

    Links von Sarah Wagenknecht ist nur noch Wasser- rechts von Roger Köppel ist auch nur noch Wasser. Ich bin ein Fan von beiden, denn sie kommen auf den Punkt ob das nun eher links oder rechts ist mir eigentlich scheissegal. Für mich ist mitten durch der Beiden der gerade Weg in eine vernünftige Zukunft.

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