22. Juni 2021
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Marcel Odermatt

Die Schweiz ist bei der Einbürgerung zu streng, sagen linke Kritiker. Neue Zahlen zeigen: Diese Argumentation ist politische Folklore

Im Augenblick ist es wieder en vogue die angeblich strenge Einbürgungs-Praxis der Schweiz zu geisseln. Beispiele von Menschen werden gesucht, die aus irgendwelchen Gründen nicht so rasch den roten Pass bekommen, wie sie sich das ausgemalt hatten. Ihre «Schicksale» werden dann prominent ausgeschlachtet.

Ist die Schweiz tatsächlich so rigide wie das die Kritiker weismachen wollen? Ein kurzer Blick in die diese Tage publizierte «Ausländer und Asylstatistik 2020», des Staatssekretariat für Migration zeigt ein anderes Bild. In den letzten zwanzig Jahren machten die Behörden 802.596 Ausländerinnen und Ausländer zu Neo-Schweizern – das entspricht fast 10 Prozent der Gesamtbevölkerung!

Nein, das Gegenteil ist richtig. Die Eidgenossenschaft ist sehr grosszügig, wenn es darum geht, neue Bürger aufzunehmen. Vor allem wenn man bedenkt, welche Privilegien die Mitgliedschaft mit sich bringt.

Die Diskussion um die Einbürgerungen zeigt in erster Linie eines: Jede politische Seite kennt Mythen, die sie verbreitet und für ihre Zwecke politisch (miss)braucht. Die Erzählung von der Schweiz, die zu streng einbürgert gehört dabei im Jahre 2021 längst zur linken, politischen Folklore.

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12 Kommentare zu “Die Schweiz ist bei der Einbürgerung zu streng, sagen linke Kritiker. Neue Zahlen zeigen: Diese Argumentation ist politische Folklore”

  • THINK sagt:

    @ Jürg Schneeberger: In den letzten 20 Jahren über 800'000 Einbürgerungen heisst nicht, dass davon noch alle Eingebürgerten hier/lebend sind. Es sind mehr als 500'000 Auslandschweizer registriert, von denen die Mehrheit Doppelbürger sind und davon nochmals die Mehrheit an Eingebürgerten. Klar sind es immer noch eine grosse Zahl an stimmenden Doppelbürgern und mit solchen verbandelten Schweizerbürgern (ohne Doppelbürgerrecht), die sich gegen eine dringende Bereinigung stellen würden; ohne Erfolg!

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  • Rolf Bolliger sagt:

    Da wurden in den letzten 20 Jahren doch tatsächlich 802596 Eingewanderte zu "Schweizer Bürger(innen)" gemacht! War unter diesen fast 1 Million irgend mal jemand, der den roten Pass nicht bekam oder erst im zweiten Anlauf, so wurde dieser Einzelfall zum langen Beitrag beim SF 1 in der Sendung "Schweiz aktuell" oder sogar in den "Tagesscxhau-Sendungen"! Als gebürtiger Schweizer könnte man auf diese Neuschweizer neidisch werden, haben die meisten doch jetzt ZWEI Pässe: Heimatland und Schweiz!

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  • THINK sagt:

    TEIL3: Die angeblichg über 500'000 "Auslandschweizer" sind zum grössten Teil im Ausland (ehemaligen Heimatland) lebende Doppelbürger, die sich da mit der Schweizerrente wie die Vögel im Hanfsamen gebärden können, und das aus der Schweiz tranferierte Schweizergeld unserer Volkswirtschaft entziehen. Ohne nachweisliche Überprüfung des tatsächlichen Wohnsitzes aller Bürger ist auch dem Sozialleistungsbetrug Tür und Tor geöffnet, abgesehen vom illegalen Aufenthalt hüben wie drüben.

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  • oazu sagt:

    Die Eingebürgerten vom Schlage der ultralinken Molinas, Fumicellos, Wermuths und Konsorten beweisen doch genau das Gegenteil, bei linker Gesinnung ist jedermann fast bedingungslos willkommen.

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  • THINK sagt:

    TEIL 2: Deshalb muss dieser Unsinn per Volksinitiative verfassungsmässig neu geregelt werden:
    1. Bisherige Doppel-/Mehrfachbürger, die ihren Wohnsitz länger als 5 Jahre im Ausland haben, verlieren das Schweizer Bürgerrecht. 2. Die Einbürgerungspraxis ist Bundessache und wird einheitlich geregelt. 3. Länder, deren Bürger das Bürgerrecht auf Lebenszeit haben, können nicht auch noch Schweizer werden. That's it.

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    • Juerg Schneeberger sagt:

      Da sind Sie aber spät dran, denn wie Sie im Artikel von M. Odermatt lesen können, wurden nur schon in den letzten 20 Jahren 802‘596 Ausländer eingebürgert, die dagegen stimmen werden und der Wahnsinn geht weiter so.
      Die Heuchelei gipfelt aber darin, dass all die CO2- und Klimafanatiker in Abrede stellen, dass es genau dieser Einwanderungs- und Einbürgerungswahnsinn ist, mit dem wir unser Land in eine ökologische Imbalance betreffend Energie und CO2 setzen!
      Jürg 51

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  • THINK sagt:

    TEIL 1: Bürgerrechte können nicht "doppelt" oder "mehrfach" gelten. Bürger ist man nur von einem politischen Land. Alles andere diskriminiert die alteigesessenen Bürgerfamilien des betreffenden Landes. Darum sind Dopplbürger (auch Urschweizer mit weiteren Bürgerrechten) politisch und moralisch zu ächten und schon gar nicht zu fördern. Neue Bürger sind willkommen, wenn Sie dann Schweizer - und NUR Schweizer - sind.

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  • Josef Hofstetter sagt:

    Wer hat eigentlich verboten, dass bei Einbürgerungen das Herkunftsland nicht mehr erwähnt werden darf. Soll das Rassismus sein. Besonders in Städten und neu in Agglo überbieten sich die Behörden einzubürgern. Nicht einmal Sprachkenntnisse oder sicheres Einkommen sind gefordert.
    Tragisch, wie man mit dem Schweizer Bürgerrecht umgeht.

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  • Robert sagt:

    Strenge Einbürgerung, das war vielleicht früher so. Seit es sich dabei um einen "Verwaltungsakt" handelt, wird doch wahllos eingebürgert. Ganz sicher müsste das Doppelbürgerrecht abgeschafft werden. Mal sehen, wieviele von diesen Leuten sich dann noch einbürgern lassen wollen. Die bleiben doch in ihrem Innersten immer Bürger ihres Geburtslandes und werden nie richtige Schweizer werden, dürfen aber wählen und abstimmen!

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  • Edmo sagt:

    Den linken Globalisten ist jede nationale Identität und Kultur ein Graus. Sie wissen, dass die globale ökofaschistische Oligarchie erst installiert werden kann, wenn die nationalen Identiäten weggewischt sind. Daran arbeiten unsere rotgrünen Vaterlandsverächter. Die Zuwanderung, und erst recht die hastigen Einbürgerungen, dienen den linken einzig der Zerstörung des Landes. Überdies können sie politisch direkt profitieren, weil die Neubürger tendenziell rotgrün wählen.

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  • Stefan Mueller sagt:

    Es ging und geht es ja noch immer nur darum Ausländerzahlen zu frisieren/leugnen!
    Denn 800'000 Eingebürgerte plus 1,7 Millionen Noch-nicht-eingebürgerte "gutausgebildete Hochqualifizierte", da käme man ja auf 2,5 Millionen bei 8,5 Mio. Einwohner oder 30% Ausländer...
    Und da ja einst Inländervorrang-light-Geisterfahrer-Gipser und Volksgenossen-Flurischäden bei 18% komödienstadlten...
    Zumal ja bei Sozialleistungen/Gefängnisinsassen/Corona-Patienten aus 30 plötzlich 70 % und mehr Prozente werden?!

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  • VP-Falger sagt:

    Wer wahllos einbürgert, schafft Sozialtourismus und damit Sozialismus, denn: "Die hand, die einen füttert, beisst man nicht!" Oder politisch umgemünzt: So schafft man sich auf Kosten der andern hinterhältig Wähleranteile. Ein höchst bedenkliches und mit dem Wort "sozial" übertünchtes politisch verwerfliches Spiel.

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