29. April 2021
Marcel Odermatt

Die Schweizer EU-Korrespondenten nehmen oft die Position der Union ein und selten jene der Schweiz. Auch von gezielten Falschinformationen schrecken sie nicht zurück.

Wer die internationale Presse liest, ist immer wieder erstaunt. Die EU wird nirgends von den Medien positiver bewertet als in der Schweiz. Vor allem die Journalisten vor Ort, die in Brüssel arbeiten, nehmen in den umstrittenen Fragen zwischen dem Staatenbund und der Eidgenossenschaft fast immer die Position des Bündnisses ein.

Vor dem Besuch von Bundespräsident Guy Parmelin bei EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen trieben sie es auf die Spitze. In prominent aufgemachten Beiträgen berichtete das Schweizer Fernsehen über ein internes Protokoll der EU-Kommission, das dem SRF-Büro in Brüssel zugespielt worden sei. Die Schweiz habe in den Verhandlungsrunden nie eigene Textvorschläge vorgelegt, so der Korrespondent des Senders. Die Absicht der EU mit der Aktion: Die angeblich unnachgiebige Schweiz sollte unter Druck gesetzt werden, um Konzessionen einzugehen.

Mittlerweile ist bekannt, dass SRF einer Falschinformation aufgesessen war. Der Bundesrat legte diese Woche gegenüber Parlamentariern offen, welche konkreten Vorschläge er in die Gespräche einbrachte. Die Lehre daraus ist klar: Wo Brüssel draufsteht, ist auch Brüssel drin.

 

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25 Kommentare zu “Die Schweizer EU-Korrespondenten nehmen oft die Position der Union ein und selten jene der Schweiz. Auch von gezielten Falschinformationen schrecken sie nicht zurück.”

  • Santenbergler sagt:

    2014, vor der MEI-Abstimmung biederten sich die Journis des Monopolisten bei EU-Abgeordneten der 2. und 3. Garde an und schimpften über das Volk, welches sich erlaubt, die Einwanderung zu kontrollieren. Nach Annahme der Vorlage gingen dieselben Höseler sich bei den selben Leuten für den CH-Volksentscheid entschuldigen!! Kein Politiker hierzulande wagte es, dies zu kritisieren - aus Angst vor Mikrofon- und Kamera-Entzug; die oberfiese, aber leider wirksame Waffe der SRG-Sender.

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  • THINK sagt:

    Hallo Mitleser!

    Die verdächtig zahlreichen Daumen-Runters (oder sind es gar die Schläulinge Brotzen, Rytzen, Molinos und ihre Komplizen in eigener Person?) zum Rahmenabkommen sind ein weiteres Zeichen ihrer kindischen Argumente. Sie gehören den wortfaulen Sprayern ohne Argumente gegen mehr als berechtigte Meinungen.

    Lasst Euch nicht kränken und beirren. Das angezettelte Rahmenabkommen-Recover ist einer ihrer letzten Fürze zur Sache.

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    • Edmo sagt:

      Jeder abwärts gerichtete Daumen ist ein Indiz für Leser mit anderen Ansichten. Das ist nicht kränkend oder irritierend, sondern weckt die Hoffnung, der eine oder andere könnte hier Gedankengänge entdecken, die ihm in der eigenen Blase niemals begegnen würden. Diese Aktionen sind organisiert, denn die Abwärtsdaumen kommen jeweils ganz plötzlich in grosser Zahl daher. Da lesen manche wohl nicht viel, sondern klicken nur mit der Maustaste. Trotzdem könnte mal etwas hängen bleiben.

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  • Sandro Consoli sagt:

    Seit dem 25. Juli 1940 mit der Rede von General Guisan hatten wir keine Person mehr welche CH so vereidigt wie Guy Parmelin. Sämtliche EU Befürworter sowie der Grossteil der Schweizer Medien kommen mir vor wie die Schweizer Frontisten 1936 - 1944. Was sagte Guisan dazumal: Solange in Europa Millionen von Bewaffneten stehen und solange bedeutende Kräfte jederzeit gegen uns zum Angriff schreiten können, hat die Armee auf ihrem Posten zu stehen. Heute wird CH von EU wirtschaftlich kaputt gemacht.

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    • Florence sagt:

      Ich wäre fast einverstanden, wenn da der Herr BR nicht noch den Satz mit der EURechtsobrigkeit gesagt hätte. Dieser Satz ist nämlich genau der, den er nicht hätte sagen dürfen. Dieser Paragraph ist der Verrat am Schweizervolk und unserer Verfassung. Die EU hat den Fuß in der Tür . Jetzt gibt es nur noch eine Lösung: Mit dem Hammer auf die Zehen hauen und dann die Türe zuknallen. Das wird natürlich Folgen haben; die schuldenüberhäufte EU ist ein bissiger Hund der den Knochen nicht mehr hergibt.

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    • Realistin sagt:

      Nein, die Schweiz macht sich höchstens selber kaputt.
      Die EU kann versuchen, der Schweiz zu schaden. Aber wenn die Schweiz klug ist, schafft das die EU nicht. Siehe CH Reaktion auf die widerrechtiche Verweigerung der Annerkennung unserer Börse durch die EU.
      Die EU kann uns nur kaputt machen, wenn wir uns der EU beugen.

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  • markus.schudel@gmx.ch sagt:

    Bravo! Den Artikel haben Sie richtig gut geschrieben, Herr Odermatt. Weiter so.

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  • Edmo sagt:

    Das Problem sind nicht primär die EU-Korrespondenten, sondern die politische Festgefahrenheit unseres Staatsfernsehens. Alle Korrespondenten, ob in England, in der EU, in Russland, im Nahen Osten oder auch in unserem Bundeshaus, tragen mehr zur Desinformation als zur Information bei. Sie berichten nicht über das was ist, sondern sie berichten, was unser Staatsfernsehen für sein Publikum als politisch wegweisend und erzieherisch wertvoll einstuft.

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    • Juerg Schneeberger sagt:

      Ja, Edmo, es war schon immer so, dass ein Journalist nur das schreibt, was sein Verleger von ihm verlangt. Pressefreiheit ist ergo nichts anderes als Pressefreiheit für Verleger. Der Verleger wiederum richtet sich nach der Marktwirtschaft, was heisst, dass er nur das schreiben wird, was der Geldgeber und seine Leserschaft lesen und hören wollen, und diese wollen nur die eigene Meinung lesen und hören!

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      • hape sagt:

        Also sofort eine neue No-Serafe-Initiative. Gibt man SRF und co kein Geld mehr, müssen die Abspecken. Und können nur noch über Wichtiges berichten. Dann hat die unselige Hofberichterstattung und das ganze Genderzeuge ein Ende. Weil es dafür keine Kapazität mehr gibt.

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      • Edmo sagt:

        Leider muss sich SRF nicht um seine Geldgeber kümmern. Wir alle müssen Zwangsabgaben leisten und SRF richtet sich an der linken Ideologie im eigenen Haus aus. Der Applaus von Rot und Grün ist so gesichert. Die FDP hat sich auch einen grünen Anstrich verpasst und kann seither ein wenig Zuspruch von SRF einheimsen. Aber das ändert nichts daran, dass SRF primär nach innen schaut und nach aussen sendet.

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  • Stefan Christen sagt:

    Es ist einfach nur noch peinlich, so ein Staatsfernsehen wie dieses SRF zu haben. Dieses EU-Anschleimen ist einer der Hauptgründe, warum ich dieses Fernsehen nicht mehr ertragen kann. Wäre schön, man könnte SRF an die EU verkaufen und ein neues Fernsehen aufbauen.

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    • Achilles sagt:

      Ganz zuvorderst bei den Meldungen; A. Honegger, S. Brotz. Schalte sofort auf andere Sender.

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    • Santenbergler sagt:

      Schön wär's, wenn es ein Staatsfernsehen wäre.
      In Tat und Wahrheit ist die SRG ein Staat im Staat. Mit ihren selektiven, einseitigen und ausgrenzenden Beiträgen machen sie ganz gezielt Meinungen und beeinflussen Abstimmungen - die übelste 2015 zum RTVG - ohne dass die Politik es wagt, diese Machenschaften beim Namen zu nennen, geschweige denn, in Schranken zu weisen. Immer das Gejammer von Medienfreiheit, derweil sie es permanent und systematisch mit Narrenfreiheit verwechseln.

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  • Rolf Bolliger sagt:

    Dass die massgebenden journalistischen Mitarbeitender(innen) bei der SRG noch nie unser Land und unsere freiheitliche Staatsordnung bei den EU-Aktivitäten vertraten, ist längst kein Geheimnis mehr! Ausgerechnet Leute, die einen lukrativen Job im Hochlohnland Schweiz ausüben, träumen vom unbedingten Einbinden in die marode Grossmacht "EU"! Sogar vor und mit Falschmeldungen schrecken die EU-Treuen nicht zurück! Niemand opponiert! Niemand aus der EU-Gegnerschaft haut endlich auf den Tisch!

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  • steinlin sagt:

    Es wird kaum zu ändern sein, ein sehr hoher Prozentsatz aller Journalisten sind politisch Mitte- oder Mittelinks und somit auch EU freundlich, wie fast alle linksgrünen.
    Um unsere Staatssender ein wenig zu bändigen, müsste man ihnen die Beiträge um 50% kürzen.

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    • gian sagt:

      50% für Abschalten oder Wegzappen?
      Carl Sandburg
      „Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin.“
      Boykotteur
      "Stell Dir vor Du bekommst eine Serafe-Rechnung und Du schmeisst sie in den Papierkorb
      Beruf mit Zukunft: Betreibungsbeamter.

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    • Realistin sagt:

      Ich sehe keine Journalisten der Staatsmedien, die Mitte sind. Ich sehe nur Linksextreme und Schweizhasser.Das gilt auch für die Mehrheit der Politiker.

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      • Anstolmi sagt:

        Darum wäre es Zeit für eine neue Initiative zur Abschaffung der Zwangsgebühren oder deren Halbierung. Die Journi‘s sind von der gleichen Sorte wie die Linkspolitiker: Sie kennen nur die bequem zu plündernden Futtertröge der Allgemeinheit. Vom richtiger Arbeit hanen sie keinen blassen Schimmer.

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  • Albert sagt:

    Nicht nur die Schweizer Medien, auch alle Politiker ausser jene der SVP und alle, die je mit der EU verhandelt haben, denken und handeln im Sinne Brüssels und des Internationalismus gegen die Schweiz und ihre Verfassung. Für diese heimatmüden Gutmenschen sind weder die EU, noch fremde Richter, noch internationale Utopien (zB Migrationspakt) ein Dorn im Auge, sondern das ist einzig das Schweizer Volk (die noch zahlreichen, wahren Eidgenossen) und die SVP.

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    • Realistin sagt:

      Sie meinen die absolute Minderheit der wahren Eidgenossen.

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      • Albert sagt:

        Ja, eine neue, durch die Massenmedien missbildete Generation und über 2 Millionen Zugezogene bar jeglicher Eidgenossengene haben uns langsam aber stetig innerhalb der letzten 30 Jahre leider in die absolute Minderheit versetzt. Die Schweiz - getragen von Freiheit, Selbstverantwortung, Autonomie und Neutralität - starb einen leisen Tod.

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