26. August 2021
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Alex Baur

Zürich sperrt Quartierstrassen, angeblich damit sich die Bevölkerung näher kommt. Tatsächlich geht es nur ums Schikanieren der Autofahrer

Seit Wochen schleichen genervte Anwohner auf der Suche nach einem Parkplatz durch mein Wohnviertel in Zürich Wiedikon.

Die Knappheit hat vor allem einen Grund: Bei der Fritschi-Wiese hat die rotgrüne Stadtregierung 52 Parkfelder aufgehoben, um eine sommerliche Begegnungszone (Motto: «Brings uf d’Strass») mit ein paar Bänken und Pflanzen einzurichten.

Gemäss offizieller Version, die von den lokalen Medien brav nachgeplappert wurde, war die Aktion ein Erfolg. Eine «Abstimmung» vor Ort habe ergeben, dass 45 Prozent die Umgestaltung begrüssten.

Viele Nutzer waren das sicher nicht. Ich radelte nämlich täglich zwei- bis viermal an der Fritschi-Wiese vorbei. In der Begegnungszone herrschte immer gähnende Leere – mit Betonung auf immer, selbst wenn im angrenzenden Park oder auf dem nahen Ida-Platz reger Betrieb war.

Offiziell ging die Aktion am 20. August zu Ende. Gestern Morgen, also fünf Tage danach, waren die Parkplätze längst geräumt – aber immer noch gesperrt. Man habe eine Woche für das Abräumen eingeplant, lautet die offizielle Begründung.

Deutlicher kann man es den wahren Zweck der Übung kaum zum Ausdruck bringen: Das Schikanieren von Automobilisten. Wer sich einen Privatparkplatz plus 90.000 Franken für einen Tesla nicht leisten kann, soll gefälligst auf sein Auto verzichten.

Hätte man die Anwohner mit Parkkarte gefragt, ob sie ihren Raum behalten wollen, hätten nicht 45 Prozent ja gesagt – sondern wohl eher 100 Prozent.

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12 Kommentare zu “Zürich sperrt Quartierstrassen, angeblich damit sich die Bevölkerung näher kommt. Tatsächlich geht es nur ums Schikanieren der Autofahrer”

  • Juerg Luethard sagt:

    Wir sollten die jetzt amtierenden Stadträte einfach dazu verpflichten, dass sie nie mehr Autofahren. So ab 70 Jahren werden sie das bereuen und Parkplätze fordern.

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  • Beat Furrer sagt:

    Man merkt als Autofahrer, dass die Zürcher Stadtregierung links-grün ist und die Autofahrer schikanieren will. Wenn man am Stadtrand - ich kenne die Strasse nicht mehr - Richtung Winterthur fährt, ist da tatsächlich eine 30-er Zone. Reine Schikane. Nützt niemanden. Schadet nur dem Autofahrer, der unnötig Zeit verliert und ab dann sicher weiss, dass er niemals mehr rot-grün-glp wählen wird.

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  • Bischi49 sagt:

    Auch in Zürich geht der Krug zum Brunnen bis er bricht. Hoffentlich merkt es eine Mehrheit der Wähler noch, bevor es zu spät ist, denn mit sozialen Verwöhnhäppchen, natürlich über den sogenannten „Lastenausgleich“ von der Landbevölkerung mitfinanziert, züchtet sich die Stadtregierung ihre eigene Wählerschaft heran.

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    • Stefan Mueller sagt:

      das Kommunisten-Perpetuum moblie, wie es in allen Sozn-Paradiesli eine Zeitlang funktionierte!
      Das Problem dabei, wenn die Knete der Anderen knapper wird, werden auch die strammen Lakaien-Wähler aufwachen...aber eben...erst muss die Knete versiegen...ansonsten noch immer Rostig-Kran-"Kunst" mitfinanziert werden muss!
      Ev. handelte es sich dabei ja auch bloss um einen Problauf...wenn es dann gilt als Talibane die erfolgreiche Revolution abzufeiern....mit garnierten Kranausleger!

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  • Rolf Bolliger sagt:

    Was in den links/grün regierten urbanen Grossagglomerationen und Städten abläuft, wird täglich grotesker! Kein Wunder, dass immer mehr solvente Steuerzahler(innen) aufs Land ziehen! Was passiert wohl, wenn bald nur noch die in den sozialen Hängematten liegenden Leute in den Städten wohnen.....? Daran darf man als Bürger dieses Landes gar nicht denken! Die links grünen Parteien freuen sich aber auf dieses "Untersichsein" und hoffen auf noch mehr Wähler(innen), um ihre Anliegen durch zu zwängern!

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  • Realo100 sagt:

    Muss: heißen : diese verlogene BANDE

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  • eduardkeller sagt:

    Der Kommentar trifft grundsätzlich ins Schwarze. Der Hinweis auf den 90'000.- Fr. teuren TESLA ist etwas daneben. Man hätte auch Porsche, Audi usw. schreiben können. Das meistverkaufte TESLA Model kostet um 50'000.- Fr. Auch VW bietet ein Strom FZ dieser Preisklasse an. Und in Bern sollen die Benziner und Diesel mehr Parkgebühr zahlen als die Elektrofraktion. Die Roten Garden in den Städten sind voll auf dem Mao Trip. Wie auch Sommaruga mit immer neuem CO2 Spuk.

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  • steinlin sagt:

    Die heute massgebenden Politiker der Stadt Zürich, wollen das Auto weitgehend aus der Stadt verbannen. Die ehrlichen von ihnen geben das sogar zu.
    Dem zu folge liegt es am Stadt Zürcher Wähler, das zu ändern, ansonsten sollte man nicht jammern.

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