01. September 2021
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Thomas Renggli

Die SP schreibt sich den Slogan «Freiheit» auf die Fahne. Das birgt Missverständnisse

In den 1990-er Jahren existierte in der Schweiz die «Freiheitspartei». Sie ging auf die Autopartei von Michael Dreher zurück.

Dreher bewegte sich hart am rechten Rand des politischen Spektrums – unter anderem mit der Losung «freie Fahrt für freie Bürger».

Drei Jahrzehnte später übermalen die Genossen Mattea Meyer und Cédric Wermuth den Begriff der Freiheit mit roter Farbe. Dabei beziehen sie sich natürlich nicht auf Dreher – sondern sagen: «Die Bürgerlichen hassen nichts mehr als Freiheit.»

Die neue Freiheit der Linken ist viel edler: frei von Zwang, von Ungleichheit und Ausbeutung.

Paradoxerweise führt der Weg zum Ziel über einen Ausbau der staatlichen Leistungen.

So verabschiedete die SP an ihrer Delegiertenversammlung eine Resolution für eine AHV-Reform ohne Leistungsdruck und Rentenalter-Erhöhung und ein Positionspapier unter dem schönen Label «Mehr soziale Sicherheit, mehr Service public, mehr Solidarität».

Spätestens hier wird die SP-Freiheit als Etikettenschwindel entlarvt. Denn sie endet bei der Tempo-50-Zone und der Einfahrt zum nächsten Parkhaus.

Und sie verlangt faktisch, dass man künftig ohne Covid-Zertifikat nicht einmal den eigenen Briefkasten leeren darf.

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22 Kommentare zu “Die SP schreibt sich den Slogan «Freiheit» auf die Fahne. Das birgt Missverständnisse”

  • Putin sagt:

    Leider sind alle Parteien und Politiker, Staatsangestellten gleich verdorben, Schmarotzer mit Durchschnittseinkommen von rund 124'000.- CHF, mit vielen extra Vorteilen, in Italien wuerden diese allesamt Mafiosi genannt werden.

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  • Marcus Porcius sagt:

    Wenn ich Herrn Köppel hier kürzlich sagen höre, Unternehmen sollten von Steuern befreit werden, sie schaffen ja Arbeitsplätze, wenn ich sehe, dass Reiche und Wohlhabende über nur steigende Immobilienpreise und Börsenkurse mehrheitlich steuerbefreit gepampert werden und in der Wirtschaft auf alle Arten abgezockt wird, was irgend geht: Wieso sollen Linke und Durchschnittsverdiener nicht auch versuchen dürfen, über Umverteilung ihren Wohlstand zu mehren? Links gleich böse reicht nicht.

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  • Max Casalegno sagt:

    Ich muss ehrlich sagen, dass ich nirgends mehr eine sinnvoll handelnde Partei sehe. Einige Ideen von links sind gut, andere veranlassen mich zur Flucht nach Afrika in die Wüste. Und bei den rechts liegenden, genau so. Ich ziehe nur den Schluss, dass was Erträgliches nur dann entstehen kann, wenn die sich so lange wie möglich streiten, bis jeder von beiden zumindest einen Teil seiner irrationalen Forderungen aufgibt und sich mit der Komplexität der Realität annähert.

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  • Benedikt sagt:

    Mit Freiheit meinen die wohl, sich zügellos aus den Staatskassen zu bedienen!

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    • Stefan Mueller sagt:

      Bedenkt man, dass die auf Antrag ihres Vorgängers HJ.Fehr, zusammen mit anständigen Scheinbürgerlichen, sich selber HÖCHSTPERSÖNLICH, ihre jährlichen 30'000 Spesenfränkli (neben 150'000 für ihren 50%-Dahöcken-Job) von der Steuer befreiten, und sich selber in Corona-Zeiten gar für nicht-stattfindende Bernsumpf-Plauderstündeli, Staatsknete zuschanzen wollten...Tja die Sozn-Freiheit der Selbstbedienung, wie immer von Bünzli-Kommunisten bei ihren Idolen Marx Lenin Castro abgeschaut-perfektioniert!

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    • Florence sagt:

      Die Deutschen sagen doch auch“Ich bin so frei“ wenn sie sich selbst bedienen …

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      • Stefan Mueller sagt:

        der ist gut...hoffentlich liest das nicht der Unfreigeist-Troll, denn sonst gehören Sie auch zu den Tischlern....also den Stammtischlern!
        Aber das haben Sie wohl aus alten Filmen, denn heutzutage drängelt sich der gemeine Michel einfach vor...denn bei uns zuhause da geht das ruckzuck zackzack

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  • Melanie sagt:

    Leider gibt es anscheinend kaum noch denkende Menschen. Denn die linken Gesellschaftsumbauer und Wohlstandszerstörer sind im Vormarsch und auf "Erfolgskurs", weil sie ja immer wieder und garantiert auch weiterhin von satten Mehrheiten gewählt werden und demnach willkommen sind. Denkende Menschen adée...

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    • Stefan Mueller sagt:

      das stimmt eben nichtè!!
      Die werden bloss von all den mit Steuerknete geschmierten Links-/Nette-Gutmenschen gewählt!
      das macht dann in etwa von 42%!!!
      Den Rest besorgen die Sch(w)einbürgerlichen!!!!
      Ohne die Flurischäden-Geisterfahrer, Schweizerinnen des Jahres Nummer I und II, und deren heimatmüde Mit-Sektierer gäbe es NULL linksextremen Müll!!!!!!

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  • Marek Cernoch sagt:

    Es war schon immer so, dass Ideologen den Wortsinn verdrehten: in der kommunistischen Tschechoslowakei genoss ich bereits in der 1. Klasse "Friedensunterricht" (wir sassen mit Gasmasken auf dem Kopf im Keller und beschimpften den Westen) und die Genossen beschwörten das "Sozialistische Paradies". Heute ist der gendergerechte Wortunsinn, den uns Politiker und Medien unterjubeln, noch schlimmer und das Klima als Grund für Freiheitsberaubung noch wirksamer - wehe uns!

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    • Max Casalegno sagt:

      Ja, ich erinnere mich auch an Radio Moskau, in meiner Jugend... "Swaboda sowjetskaja sojusa" (der Frieden der Sowjetunion), mit Panzern und Atomraketen... Wenn ich daran denke, wie verlogen das war, muss ich mich kaputtlachen. Wenn ich daran denke, dass es ernst gemeint war, muss ich "rette sich wer kann" denken.

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  • Gadsden flag sagt:

    Wer noch deutlicher wissen will, welch verquere Sicht die Linken auf die Freiheit haben, kann sich das Interview mit Fabian Molina beim Nebelspalter anschauen.

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  • Rolf Bolliger sagt:

    Es braucht schon eine gehörige Portion Frechheit und Verlogenheit, wenn die Gesellschafts-Umbauer und geldverteilernde Staatsförderer von ihrer echten "Freiheit" sprechen und die freiheitlich gesinnten bürgerlichen Parteien sogar noch traktieren! Wer das Treiben der heutigen SP-Figuren beobachtet, ist kaum von solchen Parolen überrascht oder besorgt! Ich mache mir höchstens besorgte Gedanken, dass solche Parolen in den Städten noch applaudiert und unterstützt werden!

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  • T sagt:

    Der Kommunismus ist im Westen angekommen! Getarnt und mit schönen Worten verhüllt. Die ausführenden Organe hören auf Namen wie SP, Grüne, Grünliberale und ihre Helfer aus der Mitte. Der Jungen Generation wurde und wird in den Schulen und UNIs gar kein, oder ein falsches geschichtliches Bild über die Rote Gefahr vermittelt. Bewusst, denn in den Schlüsselpositionen agitiert seit Jahren die Rote Gefahr und zerstört unsere Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

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    • Edmo sagt:

      Als der kommunistische Ostblock finanziell am Ende war und auseinander brach, meinte der Westen, den kalten Krieg gewonnen zu haben. Weit gefehlt! Heute zeigt sich, dass die Saat der Kommunisten im Westen voll aufgeht. Die Linken, in Sachen Agitation bestens geschult, haben im Auftrag der Kommunisten die Institutionen erobert und können sich nun frei entfalten. Es steht wirklich schlecht um unsere Demokratie und die Freiheit. Kein denkender Mensch will die von der SP versprochene Freiheit.

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    • Fritz sagt:

      Marx und Engels wären stolz auf die Schweiz von heute.

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      • Stefan Mueller sagt:

        vor allem weil die als Oberschmarotzer stramme Nachgeiferer haben!
        Schlieslich schmarotzte der Marx mit seiner gesamten Sippe auf Kosten von Engels Vater's Firma, wo der Marx-Spezi Engels als nichtsnutziger Sohn/Erbe, im bünzligen Kommunisten-Stil all die Kohle zusammenstahl, wovon die Marxsippe ihr gesamtes widerliches Leben parastierte!
        Tja...wer solche Vorbilder hat, und nach deren kranken Art, auf Kosten der Anderen schmarotzt, dann noch eine grosse Klappe hat wie die Sozn-Secondo-Hetzer...

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  • markus.schudel@gmx.ch sagt:

    "Kein Mensch bekämpft die Freiheit; er bekämpft höchstens die Freiheit der anderen." Karl Marx

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    • Max Casalegno sagt:

      Marx hat eine gute Diagnose gemacht. Aber die von ihm vorgeschlagene Kur war beschissen. Die Exzesse des Kapitalismus (Geld kauft alles, Korruption gedeiht, Reichtum und Macht in wenigen Händen und das Volk auf Existenzminimum) kann man nur mit Steuerprogression und Umverteilung mässigen. Aber behutsam, damit die Motivation, produktiv zu sein, nicht frustriert wird. Die Tatsache, dass man mit produktiver Arbeit das Vermögen schaffen muss, um es teilweise (!) umverteilen zu können, wird vergessen

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      • Max Casalegno sagt:

        Ob die Schuld rechts oder links zu suchen ist? Nein. Michael Schmidt-Salomon gibt eine "die ganze Welt umspannende alle Dimensionen sprengende Riesenblödheit" als Ursache. Stimmt. Ich habe 3 Uni-Abschlüsse und 30 Jahre berufliche Erfolge, kann 6 Sprachen, bin einer der produktivsten Menschen des Landes. 2 Jahre lang nur Absagen. Warum? Alter, Foto, üble Nachrede eines ehemaligen Arbeitgebers, Überqualifizierung... Wenn ich sehe, wer statt mit eingestellt wird, oh je "wir wollen nur dumme Schafe"

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      • markus.schudel@gmx.ch sagt:

        Die Theorie von Marx ist an sich schön, scheitert aber an der menschlichen Natur: Jedem ist sein Hemdli am nächsten. Ich bin eher für eine Weiterentwicklung des Gesellschaftsgefüges nach dem Soziologen Max Weber: Vertikale Strukturen untersuchen, verbessern und kontrollieren. Es bleibt ungerecht, aber möglicherweise weniger. Wir sind zwar alle Individuen, aber nie gleich.
        Konkret bedeutet das z.B. eine Liberalisierung des Schulsystems und mehr individ. Förderung der Kinder nach ihren Talenten.

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