22. April 2021
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Alex Baur

Die St. Galler Verkehrsbetriebe verweigern Medienunternehmer Daniel Stricker Werbeflächen. Das ist ein Angriff auf die Medien- und Meinungsfreiheit

Er ist ein schräger Vogel, dieser Daniel Stricker. Meist streamt er seine Talk-Shows via Youtube direkt aus der Küche. Und wenn Stricker mit seinem Handy live von der Gasse berichtet, dann wackelt und rauscht es in der Regel arg.

Doch zehntausenden von Fans, die ihm täglich folgen, gefällt das offenbar. In der Szene der Corona-Skeptiker geniesst der Thurgauer Kultstatus.

Anlässlich der Kundgebung vom letzten Samstag in Schaffhausen erteilte die Polizei Daniel Stricker einen Platzverweis. Alle andern durften berichten. Stricker sei kein Journalist, fand die Polizei.

Und nun zensurieren die St. Galler Verkehrsbetriebe einen Aushang von Stricker.tv mit der mässig provokativen Aufschrift: „Corona ist vor allem ein Bier – also bleib positiv und geniess das Leben“.

Ob man Stricker mag, seine Ansichten teilt, ist völlig egal. Weder Polizei noch den Verkehrsbetrieben steht es zu, über die Qualität von Medien zu urteilen. Die Presse- und Meinungsfreiheit gilt für alle Berichterstatter gleichermassen, solange sie sich an die Gesetze halten. Und das tut Stricker.

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11 Kommentare zu “Die St. Galler Verkehrsbetriebe verweigern Medienunternehmer Daniel Stricker Werbeflächen. Das ist ein Angriff auf die Medien- und Meinungsfreiheit”

  • Hans Peter sagt:

    Was Sie entscheidend vergessen haben, Herr Baur: die Humorfreiheit.
    Seit über einem Jahr gilt, unausgesprochen zwar, aber ganz calvinistisch umso expliziter: Schmunzeln und erst gar Lachen, streng verboten! Angesichts der sich türmenden Leichenberge auf unsern Strassen ...

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  • Quintessenz sagt:

    Es gibt bekanntlich auch noch die Gewerbefreiheit und wenn die Verkehrsbetriebe keine Stricker-Dummschwätzersprüche in ihren Trams und Bussen haben wollen, dann ist das vollkommen nachvollziehbar. Die sind ein makaberer Affront für alle Tram- und Busbenützer, die einen nahen Angehörigen an Corona verloren haben oder eine schwere COVID-Infektion hinter sich haben.

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    • Realistin sagt:

      Und diese Tram und Busbenützer sind die wenigsten. Ich kenne niemanden, der jemand durch Corona verloren hat, aber 7 Personen, die es hatten und wieder gesund sind.
      Und Tram und Bus sind keine Gewerbe, sondern durch den Steuerzahler bezahlte Staatsbetriebe., weshalb sie ÖV heissen. Auch von Steuerzahlern bezahlt, die die Meinungsfreiheit noch achten.

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  • Miranda Inniger sagt:

    Vielleicht werde ich jetzt auch noch zu einer 'ÖV-Graffiti-Künstlerin'. Wäre für Sticker auch preiswerter 😉

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  • D.Z. sagt:

    Man darf insofern gespannt sein, wie es mit den Werbeflächen bei einer Kampagne gegen das Covid-19-Gesetz aussehen wird. Wird dort dann auch vorgegeben, was am dem Plakat stehen kann und was nicht?

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  • Bischi49 sagt:

    Bös wer vermutet, dass die Verwaltung von Verkehrsbetrieben oft Tummelfeld von Linken und Grünen ist. Das sind doch oft auch jene, die sich im Vollbesitz der ganzen Wahrheit wähnen und darum Toleranz nur für die eigenen Aktionen reklamieren. Legal oder illegal spielt ja dann auch keine Rolle mehr, weil der vermeintlich gute Zweck jedes Mittel heiligt.

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  • Edmo sagt:

    Coron, Klima, Zensur und Diktatur. Alles fügt sich tägliche besser ineinander. Offensichtlich leben grosse Teile der Bevölkerung schon so sehr in Angst und Schrecken, dass sie sich die planmässige Transformation der Gesellschaft widerspruchslos oder gar dankbar gefallen lassen. Wenn schon subalterne Behörden, wie die hochgradig defizitären Verkehrsbetriebe, Werbeeinnahmen von Systemkritikern verweigern, haben wir gravierende Probleme im Staat.

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