11. August 2021
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Thomas Renggli

Die Stadt Basel will das Velofahren sicherer machen. Die Lösung: Tramschienen aus Gummi. Die Sache könnte teuer werden.

Der erste April ist noch ziemlich weit entfernt. Doch die Basler Regierungsrätin Esther Keller (Grünliberale Partei) bringt einen fantasievollen Vorschlag, um den Veloverkehr in der Stadt Basel sicherer zu machen: Tramschienen aus Gummi!

Die flexible Masse soll im Haltestellenbereich die Hohlräume füllen und so den Pedaleur(inn)en sichere Fahrt gewähren. Die Crux liegt allerdings im Detail. Das Material muss einerseits so hart sein, dass das Velo nicht einsinkt, andererseits so weich, dass das Tram nicht stecken bleibt.

Roland Chrétien von der am Projekt beteiligten Organisation Pro Velo sucht Velofahrende, die sich als Versuchsobjekte zur Verfügung stellen. Er sagt: «Es geht darum, herauszufinden, ob der Gummi auch dann noch seine Wirkung zeigt, wenn er schon ein bisschen abgefahren ist.»

In Zürich probte man vor einigen Jahren mit einem ähnlichen System. Die Rückmeldungen der Velofahrenden waren ausnahmslos positiv. Doch die Lebensdauer der Gummifüllung war zu kurz. Die Kosten der Unterhaltsarbeiten machten das System wirtschaftlich untragbar.

Vielleicht findet sich in Basel aber eine einfache Lösung – in Form eines Gummiparagrafen im Strassengesetz, der die Autofahrenden für die neuen Schienen zahlen lässt.

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8 Kommentare zu “Die Stadt Basel will das Velofahren sicherer machen. Die Lösung: Tramschienen aus Gummi. Die Sache könnte teuer werden.”

  • h.deetlefs sagt:

    Es wäre sehr viel billiger und dauerhafter, jedem Velo in der Stadt Basel breitere Reifen zu verpassen. Damit wäre auch das Poblem des harten Gummis im Winter elegant gelöst.

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  • Stefan Mueller sagt:

    also nach diesem Anfall konnte man mit gutem Glauben denken, ... dass ÖV ...Österreicher-Verein bedeutet...

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  • Stefan Mueller sagt:

    dieses Material kennen und schätzen die wohl seit ihrem Gummizellen-Aufenthalt!

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  • Anstolmi sagt:

    Grün ist, glaube ich, ein Synonym für fern von jeder Vernunft Geld auszugeben… solange die Chemie Steuern schüttet, ist rotgrüne Politik kein Problem.

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  • Pablo sagt:

    Wozu brauchen die Basler noch Trams, sie haben doch Velos. Sie sollen die Schienen mit Beton füllen und ihre Trams entsorgen, dann gibts endlich Ruhe in der Stadt.

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  • Edmo sagt:

    Spätestens seit Corona wissen wir: Geld spielt keine Rolle, wenn ein einziges Menschenleben gerettet werden kann. Und ein Velofahrer ist bekanntlich mindestens 100 mal wertvoller als ein normaler Mensch. Es ist also geradezu eine obszöne Frechheit, in dieser Angelegenheit über Kosten zu reden. Es geht um Menschenleben. Ende der Diskussion! Die Gummischienen sind wir unseren selbstlosen, moralisch überlegenen, radfahrenden Welten- und Klimarettern einfach schuldig.

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    • Mueller sagt:

      Die Velofahrer können doch die Gummischienen berappen! Es dient nur zu ihrer Sicherheit!

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      • Edmo sagt:

        So vereinfachen dürfen Sie die Lage nicht. Immer an das Verursacherprinzip denken! Schliesslich sind es die Schienen des ÖV, die das grosse Leiden der Velofahrer verursachen. Und der ÖV gehört der Öffentlichkeit. Das sagt ja schon das Ö im ÖV. Also muss sich die Öffentlichkeit schuldig bekennen und Busse tun. Wie hoch diese Busse ausfällt, ist egal. Natürlich darf die Schuld an die Autofahrer weitergegeben werden. Diese sind im Zweifel immer und an allem schuld. Das Leben ist schön...

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