06. Juli 2021
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Alex Baur

Die Taliban von der Berner Reithalle: Die Zeitschrift Megafon publiziert ein Bild, auf dem eine Journalistin geköpft wird – weil sie die falsche Meinung vertritt

Linksextremisten hassen Michèle Binswanger. Denn die Tamedia-Journalistin schreibt immer wieder mal gegen die Cancel Culture an.

«Der Vorwurf, rechts zu sein, kann ein gesellschaftliches Todesurteil sein», schrieb Binswanger etwa. Sie kritisierte die «mediale Hinrichtung» der Influencerin Mimi Jäger (Jäger hatte sich abfällig über eine BLM-Demo geäussert). Oder den «Twitter-Mob», der die Erfolgsautorin J.K. Rowling «auf dem virtuellen Scheiterhaufen brennen sehen will» (Rowling hatte sich über Gender-affine Sprachverrenkungen mokiert).

Wenn schon Todesurteil, Mob und Scheiterhaufen, dann aber richtig, fand Megafon, das halbamtliche Organ der staatlich finanzierten Berner Reitschule. Und veröffentlichte via Twitter eine Bildmontage, welche die öffentliche Hinrichtung von Binswanger zeigt.

Solche Gewaltbilder auf Twitter können schnell zu Sperren führen.

Die Reitschüler entgingen der drohenden Gefahr, in dem sie den Tweet löschten und sich zu einer halbpatzigen Entschuldigung durchrangen für die angeblich «unbedachte» Satire: «Das Bild weckt Assoziationen zu Angriffen auf Journalist*innen und machte eine Frau zur Zielscheibe».

Wenn Binswanger nicht eine weiblich Journalist*in wäre, hätte man ihr Konterfei also ruhig spasseshalber köpfen dürfen?

Mehr Doppelmoral in einem Satz ist kaum möglich.

Im Kern bestätigen die Berner Linksextremisten genau das, was Binswanger an ihrem totalitären Gehabe schon immer kritisierte.

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26 Kommentare zu “Die Taliban von der Berner Reithalle: Die Zeitschrift Megafon publiziert ein Bild, auf dem eine Journalistin geköpft wird – weil sie die falsche Meinung vertritt”

  • ordnas sagt:

    Die Reitschule müsste man längst einstampfen.

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  • Marlisa Schmid sagt:

    Fast schon vergessen ist der Aufruf eines gewissen Herrn Ruch. die Schweiz zu entköppeln. Die Aktion sei künstlerisch gemeint gewesen, und der Urheber kam straflos davon. Es gab keinen grossen Aufschrei in den Medien, weil Köppel ja rechts und ein Mann ist. Mit Frau Binswanger ist es nun aber eine (linke) Frau. Wir sehen keine empörten Feministinnen, die mit Trillerpfeifen durch die Strassen ziehen, nur betretenes Schweigen. Dieser linke Mob gehört hinter Gitter und aus dem Verkehr gezogen.

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    • Marlisa Schmid sagt:

      An die Redaktion: Diesen Kommentar bitte nicht veröffentlichen.
      Habe übersehen, dass dieser Artikel bereits von gestern ist.
      Am Morgen gab es Probleme mit dem Oeffnen Ihrer Webseite.

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  • Ingo sagt:

    Seit wann benützt die Weltwoche den Gender-Stern? Wir Frauen sind gescheit genug, um zu wissen, dass beide Geschlechter gemeint sind.

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  • Josef Hofstetter sagt:

    Wenn ich Rückblickend an meine Grosskinder denke mit was für Ansichten diese in der Schule konfrontiert wurden. Es gibt bei den Lehrern nur eine Meinung, das hat man auch bei den Klimaaktivisten gesehen, wo Lehrer die Schüler zur Demo motiviert haben, also eigentlich Gruppenzwang Gruppendruck. In Bern verkehren zahlreiche Politiker regelmässig in der Reitschule.

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  • Pat sagt:

    Und ausgerechnet die unsägliche Jolanda Spiess-Hegglin hat den Reitschul-Post umgehend gelikt. Hass im Internet unterstützt durch unsere Steuergelder.

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    • Peter Eschmann sagt:

      Es fällt einem bei der steuerunterstützten Frau tatsächlich schwer, Haltung und Fassung zu bewahren. Konsterniert bleibt einem vor lauter Sprachlosigkeit für einen adäquaten Gefühlsausdruck nur die Bildtetralogie von Edvard Munch.

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  • Peter Eschmann sagt:

    In knapp 150 km Entfernung zur Reitschule Bern kann es durchaus auch positiv zustimmende und nachsichtige Meldungen geben. Aber wenn man gelernt hat, zwischen den Zeilen zu lesen, weiss man auch bei der gestreamten Mitteilung, wie diese Schule einzustufen ist. Progressiv heisst in diesem Fall reaktionär!

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    • Peter Eschmann sagt:

      Und bei diesem umwerfend „komischen, satirischen“ Beitrag bedauert man, dass das Antiterrorgesetz angenommen wurde. Es bestätigt sich, dass man, falls der Marsch immer noch weiter nach links, sprich sozialistischer Kollektivismus, geht, Angst vor solchen Leuten haben muss. Wie die Geschichte zeigt, scheuten sie sich nicht, solche „memes“ zu realisieren.

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  • Realo100 sagt:

    Oder vielleicht: Versuchte Anstiftung zum Femizid?

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  • Mueller sagt:

    Wo bleibt Martin Niederhauser mit einer Anklage wegen Anstiftung zum Mord?

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  • peterlinz sagt:

    Es dünkt mich, dass solche Weltbilder in der Schule und Medien geformt werden. Linke zieht es in die Medien und in den Bildungssektor. Rechte in die Wirtschaft. Das heisst die bösen Rechten finanzieren die guten Linken. Unter Volontären der ARD wurde eine Umfrage gemacht über ihre Parteipräferenz. 90% waren für linksgrün. Auch sachliche Berichte über die EHE FÜR ALLE fehlen zumeist. Es gelten Gender-und Regenbogen-, woke- und Cancelculture.

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  • schraegdenker sagt:

    Darum gehen diese Sozialisten so gut mit den Islamgläubigen zusammen. Beides sind totalitäre Systeme und verstehen sich deshalb gut. Zu dieser Nähe passt völlig folgerichtig die latente Israel- und Judenfeindlichkeit der Linken, die dann aber in perverser Verdrehung Konservativen Nazinähe vorwerfen.

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  • Bischi49 sagt:

    Ich wollte schreiben, damit sei klar, welche „Culture“ gecancelt werden müsse, merkte dann aber, dass es sich hier nicht um Kultur handelt, sondern um das Gegenteil.

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  • Rolf Bolliger sagt:

    Auch im engsten Familienkreis können linksextreme oder völlig kommunistische Ansichten zum unüberwindbaren Zwist führen! Eine sachliche Diskussion mit solchen sturen Linksideologen gibt es nicht! Wer sagt , es brauche beides, die Wirtschaft und die geschaffenen Arbeitsplätze durch Investitionen und Geldgeber wird sofort in eine rechtsextreme, unmenschliche Ecke gestellt! Jetzt werden aus der Anarchisten-Hochburg (Berner Reitschule) solche Gewaltszenen verbreitet! Wie lange wird das geduldet?

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  • markus.schudel@gmx.ch sagt:

    Es ist offensichtlich, dass diese linke Gesinnung in vielen Ländern des Westen in den letzten 20 Jahren zur Spaltung der Gesellschaften geführt hat. Es ist ebenso offensichtlich, dass nur Politiker vom Format Trumps, Orbans etc. den Westen noch retten können.

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  • Janosh sagt:

    Der grösste Schandfleck in unserer Bundeshauptstadt die 'BERNER REITHALLE' gehört abgerissen.
    Die Tessinerbehörden machten es mit der Räumung und der Liquidierung des Autonomen-Zentrums Molino vor.

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