08. Januar 2021
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Hubert Mooser
Hubis Bundeshaus

Die TV-Bundesrätin: Viola Amherd inszeniert sich selbst in der vermutlich grössten Bundesberner PR-Übung aller Zeiten

Man glaubte alles gesehen und gelesen zu haben zum Thema Selbstinszenierung von Bundesräten. Aber Viola Amherd bricht alle Rekorde.

Die Walliserin liess sich zwei Jahre lang vom SRF- Fernsehmann Christof Franzen und einem Kamerateam auf Schritt und Tritt begleiten. Der DOK-Film, für den ihr Verteidigungsdepartement auf seiner Homepage prominent wirbt, ist am Donnerstagabend erstmals ausgestrahlt worden.

Nach der grössten Armee-Mobilmachung seit dem Zweiten Weltkrieg wegen des Coronavirus, folgt jetzt die grösste PR-Übung aller Zeiten einer Bundesrätin. Es kann sich jedenfalls niemand daran erinnern, dass sich ein Mitglied der Landesregierung je einmal von einem Kamerateam über so lange Zeit begleiten liess.

Ist dies nun der von Linken hochgejubelte sakrosankte Service public? Eine mit Zwangsgebühren finanzierte mediale Seligsprechung einer Bundesrätin durch das SRF- Staatsfernsehen – bloss weil sie als erste Frau das Verteidigungsdepartement (VBS) leitet?

Amherd hat sich in ihrer bisherigen Amtszeit nicht nur mit Ruhm bekleckert. Das Truppenaufgebot im Frühjahr war ein Leerlauf, die Schutzmaskenbeschaffung ein Skandal, die Kampfjet-Abstimmung ein Zufallssieg.

Amherd spielt auch keine tragende Rolle in der Landesregierung wie Karin Keller-Sutter (FDP) oder Simonetta Sommaruga (SP). Positiv aufgefallen ist die Oberwalliserin unter anderem in seichten TV-Talks wo sie zur Unterhaltung des Publikums mit Plattitüden auftrumpfte.

Es überrascht darum nicht, dass eine wesentliche Erkenntnis aus dem DOK-Film ist: Amherd kann auch tanzen.

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