21. Dezember 2020
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Beat Gygi

Die Verführung zum Schuldenmachen war nie so einfach wie heute

Die Ökonomen der Covid-Task-Force Bundes werben für den Vollkasko-Staat, der alles zahlt. Am Wochenende hat Marius Brülhart das Megafon genommen und in Interviews mit Blick und NZZ am Sonntag gerufen: Keine Hemmungen beim Schuldenmachen! Staatsschulden sind für die Schweiz günstiger denn je!

Brülhart, Ökonomieprofessor an der Universität Lausanne macht in der Task Force zusammen mit Gruppenchef Jan-Egbert Sturm (ETH Zürich) sowie David Dorn (Zürich), Aymo Brunetti (Bern), Beatrice Weder di Mauro (Genf) und Monika Bütler (St. Gallen) zurzeit Stimmung für grosszügiges Geldausgeben, um die Wirtschaft in unverändertem Zustand über die Krise zu retten.

Dafür braucht es Staatsgeld. Wie viel? Brülhart zitierte einmal den geldpolitischen Hexenspruch von EZB-Chef Mario Draghi: «Whatever it takes»: Egal, so viel wie nötig ist. Krisen seien nicht Zeit für Sparpolitik, Adieu sparsame Hausfrau.

So helfen Brülhart und Kollegen jetzt, die Schuldenbremse zu sabotieren: Diese sei gut für den Normalfall. Aber heute könne sich die Schweiz ja auf Jahrzehnte hinaus verschulden zu Negativzinsen, also einem Plus. Was dabei untergeht: Heutige Schulden sind die Steuern von morgen, auch wenn sie verführerisch billig aussehen – Gruss an die Nachfahren.

Alarmierend am Ganzen: Von Januar bis Oktober 2020 gab es in der Schweiz 19 Prozent weniger Firmenkonkurse als im Vorjahr. Die staatliche Stützung ist heute offenbar schon so grosszügig, dass viele Firmen noch da sind, die in einem Normaljahr nicht überlebt hätten. Schulden machen für etwas, das nicht solid ist – wie kann man das rechtfertigen?

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