30. März 2021
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Florian Schwab

Die Vervielfältigungszahl R ist die gezinkte Karte des Lockdowns. Der Bundesrat spielt sie immer, wenn ihm sonst nichts mehr einfällt

Leser von Weltwoche Daily wissen: Die Covid-Zahlenhuberei des Bundesamts für Gesundheit ist mit Vorsicht zu geniessen. Trotzdem müssen wir abermals Salz in die Wunde streuen: Die Vervielfältigungszahl R erweist sich als biegsam wie ein Schilfrohr. Das ist nicht irgendein Indikator, sondern, gemäss Bundesrat, eine Schlüsselzahl

In seinem Zahlen-Cockpit definiert der Bundesrat einen Schwellenwert von 1,15, um Lockerungen zuzulassen. Als er sich am 12. März mit der Frage befasste, wies er den R-Wert mit 1,18 aus: keine Lockerungen möglich! Letzten Freitag hat die ETH den R-Wert für den Tag der Entscheidung verschämt auf 1,12 herunter korrigiert. Der Schwellenwert war also unterschritten.

Die Geschichte wiederholt sich: Als die Regierung im Dezember den zweiten Shutdown ankündigte, ging sie von einem R von 1,13 aus. Wenig später wurde der Wert rückwirkend auf 1,0 angepasst. Für existenzielle Entscheidungen verlässt sich der Bundesrat also auf eine Zahl, die so zuverlässig ist wie das Verdikt eines Wahrsagers. Und merkwürdigerweise irrt er sich immer in die gleiche Richtung.

Wer beim Spiel mit gezinkten Karten erwischt wird, fliegt normalerweise vom Tisch. Aber im holzgetäferten Sitzungszimmer des Schweizer Bundesrates gelten andere Regeln

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14 Kommentare zu “Die Vervielfältigungszahl R ist die gezinkte Karte des Lockdowns. Der Bundesrat spielt sie immer, wenn ihm sonst nichts mehr einfällt”

  • Buecherwurm sagt:

    Es soll nun eine Virusvariante in Brasilien geben, gegen die die Impfung nicht schützt und die sich rasend schnell verbreitet!

    Wir wissen schon, wie es weitergeht, ab Anfang 2022 steht dann ein Impfstoff auch dagegen zur Verfügung und die Impftrödelei geht von vorne los. Ostern 2022 sitzen wir wieder im Lock-Down!

    Alles logisch und wissenschaftlich abgesichert und wir können trotzdem so nicht weitermachen.

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  • D. Keller sagt:

    Die einzige einigermassen zuverlässige Zahl ist die Corona Hospitalisierungen. Zwar leicht verzögert gegenüber Coronatest Positivitätsrate, aber einfach und klar zu erfassen, sowie praktisch nicht manipulierbar. Zudem fliessen in die Hospitalisierungen auch neue Faktoren wie Impfschutz automatisch ein.

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    • Richard Mohler sagt:

      Das ist nicht ganz richtig! Solange nur ein positives Testergebnis ohne klar definierten Test und ohne Ausschluss aller anderen Erkrankungen reicht um jemanden als ‘mit oder an Corona erkrankt’ zu deklarieren sind selbst Gründe für den Spitalbesuch manipulierbar!

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  • Sapere Aude sagt:

    Lévy rennt aufgeregt ins Büro des Exponential-Ackermanns und zeigt ihm die Grafik mit den neuesten Fallzahlen: "Hmmm," ruft Ackermann, "das ist exakt der exponentielle Anstieg den ich schon lange vorausgesagt habe!"

    "Ups", sagt Lévy, "ich hab dir das Blatt kopfüber hingelegt". Sie dreht das Papier in die korrekte Lage. Ackermann schreit triumphierend: "Siehst du, genau wie ich gesagt habe: ein exponentieller Anstieg!"

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    • holsderkuckuk sagt:

      Bravo Sapere Aude! Ich habe den Eindruck Sse können sich in die verdrehtesten Gedankengänge der in Bundesbern agierenden Personen einfühlen. Bewerben sie sich als Schädelspengler und Seelenklempner und therapieren auf Teufel komm raus. Für die Schweiz wäre das die Erlösung von dem Unglück das diese tauben Nüsse anrichten.

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  • D.Z. sagt:

    Es wird seit Spätsommer, als «Task Force» mit grosser Unterstützung der Medien den BR zum Handeln genötigt hat, immer nur mit den Werten hantiert, welche den Nonsens gerade einigermassen rechtfertigen. Wo bleibt die Manöverkritik? Maskenzwang hat man probiert, nichts gebracht, also weg damit. Gleiches mit den «Lockdowns». Impfstoff für Risikogruppen bereitstellen und andere, die es wollen, danach fertig mit den Zwangsmassnahmen, und zwar restlos.

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  • Miranda Inniger sagt:

    Der BR wird von einer Taskforce beraten, die alles andere als neutral ist und ihre eigene Agenda verfolgt. Lesen sie dazu diesen gut recherchierten Investigativ-Artikel
    https://www.re-check.ch/wordpress/fr/wissenschaft-pandemie-task-force/#respond
    Unvermögen und Manipulation von man hinschaut.

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  • Haemmi sagt:

    Ja, die "lieben" Fallzahlen.... Werden eigentlich die Spucktests an den Schulen auch als Tests in der Statistik ausgewiesen? Oder werden bei einem positiven Spucktest noch PCR-Test verlangt (und diese fallen dann in die Statistik, inkl. dann positiven Testresultat)? Fragen über Fragen.

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  • Edmo sagt:

    Die Massnahmen des Bundesrates entbehren jeder Logik. Die Entscheidungsgrundlagen des Bundes ändern permanent und sind darüber hinaus extrem flexibel. Diese geballte Sinnlosigkeit sollte jedem denkenden Menschen zur Erkenntnis verhelfen, dass die Diktatur sich nicht um unsere Gesundheit sorgt, sondern eine ganz andere Agenda verfolgt. Corona ist der Deckname für das Projekt Neue Weltordnung. Natürlich ist unser BR nicht federführend, das sind nur sieben hilflose, aber willige Marionetten.

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  • 66metamycil sagt:

    Ich wundere mich schon lange über die Corona positiv Erfassung. Ich bin geimpft worden. Der Apotheker sagte mit, dass ein Coronatest bei mir sinnlos wäre, da er jetzt sowieso positiv ausfiele. Ergo dürften keine Tests mehr an Geimpften gemacht werden. Wer hat vom BAG je darauf aufmerksam gemacht? Wie reagiert der Test auf Personen, die einmal COVID hatten ?

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  • VP-Falger sagt:

    Dass die wenigsten merken, dass je mehr sich testen, umso höher steigt die Zahl der infiszierten und liefern damit dem Gruselkabinett Berset das Argument, Lockdowns zu verlängern und seine inzwischen als kriminell zu betrachtende Machtgelüste weiter auszuleben. Wenn 90 und mehr Prozent der infiszierten keine oder nur geringe Kranheitssymptome aufweisen, weshalb schickt man Abertausende in den Ruin? Macht, das süsse Gift der Verantwortungslosigkeit...

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    • PicPac76 sagt:

      Genau richtig. Und noch besser (oder schlimmer, kommt darauf an wie man's versteht) hat die WHO im Januar zugegeben, dass die PCR-Tests wertlos sind und bis zu 97% 'falsche Positive' geben wenn, wie es ueberall der Fall ist, der Ct-Wert groesser als 35 ist.

      Der Drosten-Test war von Anfang an nicht 'fit for purpose' - was bedeutet, dass ALLE Massnahmen die darauf basiert wurden keinen echten Grund hatten.

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