03. September 2021
Florian Schwab

Die Windrad-Revolution frisst ihre Kinder: Wie die super-ökologische BKW mit den Rentieren in Norwegen in Konflikt kommt

Die früheren Bernischen Kraftwerke BKW geben sich gerne so, als ob sie kein Wässerchen trüben könnten. Obwohl die BKW ein internationaler Stromkonzern beträchtlicher Grösse ist, tritt sie wie der Betreiber eines kleinen Stausees im romantischen Berner Oberland auf.

Dazu gehört in letzter Zeit auch viel grüne Inszenierung. Auf der Webseite der BKW wird der Stromkunde über das «nachhaltigste Bier der Schweiz» aufgeklärt. Mit Elektroautos kann man «die Energiezukunft austesten» und mehr über die bange Frage lesen: «Wann gibt es genügend Ladestationen für Mieter?» In den Hausmitteilungen sagt BKW-Chefin Suzanne Thoma: «Wir sind ehrlich grün.»

Und dann dies: Das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) fährt eine Kampagne gegen die BKW, meisterhaft orchestriert von der Gesellschaft für bedrohte Völker. Der Grund: In Norwegen ist die BKW an «Fosen Wind» beteiligt, einem milliardenteuren Mega-Windpark.

Die Windräder ziehen nämlich den Zorn der dort ansässigen Samen auf sich, eines der letzten indigenen Völker des Kontinents. Sie klagen vor dem obersten norwegischen Gericht: Der Windpark gefährde ihre jahrhundertealte Tradition der Rentier-Zucht und damit ihre kulturelle Identität. Das Urteil fällt in wenigen Wochen.

Wer in der Auseinandersetzung recht hat, kann hier nicht beurteilt werden. Dass aber ausgerechnet die ökologisch superbewegte BKW mit den Rentieren in Norwegen in Konflikt kommt, erscheint als Strafe für ihr grünes Schaulaufen nicht ungerecht.

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15 Kommentare zu “Die Windrad-Revolution frisst ihre Kinder: Wie die super-ökologische BKW mit den Rentieren in Norwegen in Konflikt kommt”

  • Andreas sagt:

    Der windpark liegt genau in den Zugrouten der Rentierherden. Zweimal im Jahr ziehen diese da lang.
    Durch den Windpark müssten dann größere Umwege gelaufen werden, was die Tiere aber nicht so mitmachen. Ausserdem Wasserstraßen und Futter sind dann nicht so greifbar

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  • Putin sagt:

    Norwegen benoetigt allen Strom produziert mit Wasserkraft , Sonne Wind fuer seine Elektroautos etc. Um diesen Wechsel zu bezahlen verkauft sie ihr Öl an die böse Welt die den Klimawechsel verursacht. Deshalb ist Norwegen schon fast CO2 neutral. All das CO2 das mit dem Rohöl nach oben kommt, in die Erdatmosphäre abgelassen, wird natürlich nicht gemessen.

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  • Josef Hofstetter sagt:

    Gibt es ehrliche Zahlen über die Windrädli. Mit wieviel Prozent werden diese subventioniert.
    Die Zahlen über Windenergie und Sonnenenergie Anteil welcher im Fernsehen publiziert wurden entsprechen nicht der Wahrheit, auch der Anteil an Kernenergie. CKW hat für 2020 folgende Zahlen von 2020 bekannt gegeben: Kernenergie 53,2 % , Wasserkraft 46,8 % . davon Zukauf 1,4 % , Windenergie 0.1 %, Sonnenenergie 1.9 %. Wir brauchen Selbstversorgung, nur möglich mit Kernenergie.

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    • Juerg Schneeberger sagt:

      Was Ihre richtigen Zahlen nicht aussagen:
      Eine Selbstversorgung ist unter heutiger Sicht leider nicht mehr möglich, denn Selbstversorgung bedeutet in sich, dass wir vollständig unabhängig vom Ausland, also Autark sind. Dies ist aber keinesfalls mehr möglich und wird in Zukunft auch so bleiben, denn der Energiebedarf wird mit der Nettozuwanderung und der Verstromung viel zu stark steigen und wir sind ja heute schon angewiesen, dass wir übers Jahr vom nahen Ausland über 30 TWh importieren müssen.

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      • Josef Hofstetter sagt:

        Das st schon richtig, aber Deutschland wird in eine enorme Energieknappheit geraten, d.h. es kann in Zukunft nur noch zusätzlich Gasjraftwerke bauen und wird, wie alle anderen Länder, welche Strom von Deutschland beziehen möchten auf die Abhängigkeit von Russland angewiesen sein Frankreich mit seinen KKW braucht den Strom selbst. Deshalb, es gibt auch für die Schweiz keine Alternative zur Kernenergie . Warum ist alles immer grün an den Autobahnen, wollen wir in Zukunft nur noch braun'

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  • Marlisa Schmid sagt:

    Nebst dem, dass die Windräder eine Todesfalle für Milliarden von Vögeln und zudem höchst ineffizient und hässlich sind, wird vergessen, dass der Netzausbau für den Stromtransport vom Norden in den Süden, wo der Strom gebracht wird, noch längst nicht gelöst ist und Jahrzehnte dauern wird. Es wird einen zusätzlichen Mastenwald und Leitungswirrwarr geben, unzählige Einsprachen, und eine noch gravierendere Landschaftsverschandelung zur Folge haben. Frau Thomas Traumwelt wird zum Albtraum werden.

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    • Marlisa Schmid sagt:

      Frau Thoma sollte sich mutig gegen den Wind der Klimaesotheriker stellen und sich für ein neues KKW der Generation IV einsetzen. Als Zwischenlösung wäre der Bau von ein oder zwei Gaskraftwerken sofort an die Hand zu nehmen. Damit könnte sich Thoma als vernünftige pragmatische intelligente Strommanagerin aus der utopischen Traumwelt der Klima-Sekte verabschieden und die grösste aller Katastrophen, nämlich das Blackout, verhindern, das bei der eingeschlagenen Energiewende MIT BESTIMMTHEIT kommt.

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  • Stefan Mueller sagt:

    BKW, das ist...ups pardon...war, doch die Hochburg der BSE-Sekte, oder wie die sich damals gerade nannten!?

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  • Edmo sagt:

    Als BKW in Norwegen Windräder aufzustellen, ist mehr als schwachsinnig. Der dort erzeugte Strom findet niemals den Weg in die Schweiz. Mit diesem Strom kann lediglich der hiesige Konsument abgezockt werden. Er muss nämlich teuer dafür bezahlen, ohne dass er den Strom erhält. Wenn dann in all durchgeknallten Energiewende-Ländern der Blackout kommt, trifft es uns am härtesten. Dann kommt nämlich gar nichts mehr aus dem Ausland hier an und die Norweger freuen sich doppelt über unsere Windräder.

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  • Arnold Ganz sagt:

    Wir verfügen doch in der Schweiz bereits reichlich über Beispiele grüner Widersprüchlichkeiten. Es ist längst klar, wohin die Reise mit den rot/grünen Fantasten in der Energie-Politik der Schweiz gehen soll, nämlich zurück ins tiefste Mittelalter!

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  • Angy Scheiwiler sagt:

    Business rules the world

    "Wir sind ehrlich grün." Dies ist einer der scheinheiligsten, dümmsten Sätze und er bringt die grüne Ideologie exakt auf den Punkt. Schaut man sich den grünen Inhalt näher an, ist nicht viel Nachhaltigkeit, Respekt der Natur, der Tier- und Pflanzenwelt drin, sondern das eiskalte Kalkül satter Geschäftsinteressen. Für die Rentiere dürfte es unter den gegebenen Umständen eng werden!

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    • Stefan Mueller sagt:

      wir sind ehrlich grün....tönt wie
      - Sozial-...hihihi- "demokraten"
      - "Frei"- "sinnig"
      - "christlich"-"sozial" heute nun Mittewischiwaschi
      - Grün-"liberal"
      - "unabhängige" Medien
      - Deutsche demokratische Republik
      - Demokratische Volksrepublik Nordkorea
      - ehrlicher Linker

      Lustig aber, dass sich immer bloss die Linken und Netten

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  • markus.schudel@gmx.ch sagt:

    Klimapolitik ad absurdum.

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  • eduardkeller sagt:

    Vor Norwegens Küste hat ein riesiges Ölfeld die Produktion aufgenommen. Es soll 50 Jahre lang fossilen Brennstoff liefern. Trotzdem sieht sich das Land als Klimavorreiter. Wie passt das zusammen? Indem Windräder als Alibi aufgestellt werden. Und die BKW fallen auf diesen Unfug rein. Den Norwegischen Staatsfond freuts.

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  • qgacharla15306 sagt:

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