17. September 2021
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Alex Baur

«Ehe für alle»: Wer bekäme in einer gleich-geschlechtlichen Ehe eigentlich die Witwen-Rente? Die Antwort wird Sie überraschen

Vor der AHV – der Alters- und Hinterbliebenen-Versicherung – sind nicht alle Menschen gleich. Frauen werden früher pensioniert als Männer, obwohl sie länger leben.

Und sie erhalten, anders als die Männer, eine Witwen-Rente, selbst wenn sie keine Kinder mehr zu versorgen haben.

Seit Jahrzehnten gibt es Versuche, die Diskriminierung der Männer zu korrigieren. Aussichtslos.

Die «Ehe für alle» wird die Ungleichbehandlung noch verschärfen.

Kommt die Vorlage durch – wonach es im Moment aussieht –, haben bei einer Lesben-Ehe beide Teile einen Anspruch auf eine Witwen-Rente.

Bei Schwulen-Paaren gehen beide leer aus.

Die Befürworter halten dem entgegen, das Problem liege nicht bei der «Ehe für alle», sondern bei der AHV. Die müsse halt angepasst werden.

Die Witwenrente werde der modernen Familie sowieso nicht mehr gerecht und solle durch eine Rente für minderjährige Waisen ersetzt werden.

Recht haben sie. Doch sie bauen auf eine Illusion.

Bislang scheiterten alle Reformversuche der AHV just am erbitterten Widerstand jener, die sonst am lautesten nach Gleichberechtigung rufen.

Und die Moral von der Geschichte: Alle sind gegen Diskriminierung – sofern diese nicht die eigenen Privilegien tangiert.

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31 Kommentare zu “«Ehe für alle»: Wer bekäme in einer gleich-geschlechtlichen Ehe eigentlich die Witwen-Rente? Die Antwort wird Sie überraschen”

  • ClaudiaCC sagt:

    Die Witwenrente passte für das frühere Hausfrauen-Modell, in dem der Mann der "Ernährer" und die Frau und Mutter finanziell von ihm abhängig war und meist keine eigene ausreichende Rente erwerben konnte .
    Wenn Frauen (auch Väter) heute wegen der Kinder-Betreuung beruflich zurückstecken, sollte ein anderer Ausgleich gefunden werden, zum Beispiel Anrechnung einer bestimmten Anzahl von Erziehungsjahren pro Kind auf die Rente der/des Betreuenden, das wäre für die heutige Situation sachgerechter.

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  • Peter Eschmann sagt:

    Gemäss Ausführungen (?) zur Bundesverfassung soll Gleiches gleich und Ungleiches ungleich behandelt werden. Wenn man nun an der Verfassung vorbei die Ehe für alle(s) auf Gesetzesstufe verwirklichen will, kann man‘s bleiben lassen und die Gleichheit auch über andere Gesetzesänderungen einführen. Nach Lektüre der Abstimmungsbroschüre sieht man, dass man diese Gleichheit nicht schafft (Witwenrente, Zugang zur Repromedizin). Die Schwulen werden nach allfälliger Annahme die Leihmutter fordern.

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    • Peter Eschmann sagt:

      Dann heisst‘s: Hallo, George Orwell, endlich sind wir in deinem Roman angekommen. Und den Kindern wird man sagen: Du bist durch eine Spende zustandegekommen, aber nicht durch Geldspende, wir haben dich ja nicht gekauft(?); oder dich haben wir an ein Mami ausgeliehen und dafür nicht wenig bezahlt (Entschuldigung, sollte ich jetzt zu zynisch geworden sein, bei allen Schwullesben, die‘s gut machen). Aber die Probleme, die wir jetzt schon haben, werden nicht weniger. Es werden neue, gravierende dazu

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  • chrigel sagt:

    Ich glaub ich gehe auf das Standesamt und lasse mich als Frau eintragen…. Eigentlich sollte n das alle Männer tun auch unsere LG..etc. Mitbürger.. Alle Probleme wären gelöst, Diskriminierung nicht mehr möglich.. Alle wären wir nur Menschen..

    C. Kammermann

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  • steinlin sagt:

    Wir haben es geschafft, wir können nur noch dümmer werden !

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  • Eulenlaender sagt:

    Da ich noch nie über diesen Aspekt nachdachte, hat mich das tatsächlich überrascht. Eine weitere Schweinerei! Ich bin allerdings gegen die Ehe für alle, weil ich die Ehe grundsätzlich für ein veraltetes Konzept halte, welches man nicht noch weiter ausbauen sollte. Der Fokus müsste auf den Kindern und der gelebten zweigeschlechtlichen Elternschaft liegen, nicht darauf, wer mit wem ausschliesslich ins Bett steigt, denn das interessiert mich nicht und sollte auch nicht Sache des Staates sein.

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  • WWComments sagt:

    Die Abschaffung der Begriffe von Vater und Mutter zu Erzeugern oder Elternteil würde bedeuten, dass es auch keinen Unterschied mehr gibt zwischen Tieren und Menschen. Eine saftige Klage zu Rassismus scheint angebracht zur Beendigung der Gender Verrückt-heit.

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  • peterlinz sagt:

    Dem Stimmbürger wird von einer internationalen und nationalen NGO Propaganda eingetrichtert, dass es hier um gleiche Rechte für alle handelt. Komisch, dass das weder für die Armee noch für die AHV noch sonst in den Sozialversicherungen gilt. Die gesellschaftlichen und rechtlichen Folgen dieses neuen Instituts mitsamt der damit einhergehenden Bürokratie werden verschwiegen. Von der Verfassungswidrigkeit dieses Gesetzes ganz zu schweigen.

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  • W. Schmidhofer sagt:

    @Alex Baur, hier im Daily darüber jammern nützt nichts. Warum gehen Sie nicht einfach zu Ihrem Chef, Roger Köppel, der ist im Nebenjob ja Nationalrat. Überzeugen Sie ihn, er soll sich im NR mit Kollegen zusammentun und mit diesen die von Ihnen genannten Probleme angehen. So er denn dort genügend Freunde hat.
    Sorry, ich habe vergessen, dass er oft, so wie Chr. Blocher, anderes zu tun hat, als seine Zeit im NR-Saal zu verplempern.

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  • Bischi49 sagt:

    Man soll‘s ja auch nicht übertreiben mit der Gleichberechtigung. Alle gleichermassen davon profitieren zu lassen wäre wirklich zu viel verlangt. Es funktioniert ja schon darum nicht, weil sich offenkundig Männer weniger in die Opferrolle drängen lassen. Und ohne das wird es wirklich schwierig, denn das Thema von Privilegien ausgehend anzugehen funktioniert wohl nie.

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  • Freigeist sagt:

    Perücke auf , Kleid an - Witwe fertig !

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  • THINK sagt:

    Haben nun beide eines Schwulenpaares Vaterschaftsurlaub und erhält auch der Samenspender (der leibliche Vater) einen solchen? Weil in den gesetzlichen Vorlagen kein Vater mehr genannt wird, müsste der Vaterschaftsurlaub ja auch gegessen sein ...

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  • Angy Scheiwiler sagt:

    Frei nach Orwell

    Beim Thema geht es - ganz im Sinne des New World Order - darum, die organisch gewachsenen familiären, gesellschaftlichen wie nationalstaatlichen Strukturen zu zerstören; dies mit dem Ziel, den Menschen zu vereinzeln, isolieren. Das so aus allen sozialen Zusammenhängen gerissene Individuum lässt sich besser steuern, beeinflussen, überwachen. Dahin geht die Reise.

    Mit Herstellen von mehr Gerechtigkeit, Gleichheit, Inklusion hat das alles nichts zu tun. Darum: ein klares NEIN!

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  • Mueller sagt:

    Der zweite Schwule erklärt sich dann als „Witwe“ und bekommt „ihre“ Witwenrente!

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  • olive sagt:

    Genau so ist es. Lange Jahre glaubte ich auch, die Linken seien die edleren Menschen, aber da war ich noch sehr jung.

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  • VP-Falger sagt:

    Mein Sohnemann mit drei eigenen Kindern, hat drei weitere Pflegekinder, 2 davon seit sie zweijährig waren, grossgezogen und er und seine Frau behandeln sie, die kurz vor dem 18. Geburtstag stehen, wie eigene Kinder und sie nahmen sie mit in die Ferien. Ja, sie mussten deshalb nich nur ein Bungalow, sondern deren zwei mieten, Das ist Ehe, Familie und Solidarität und ich als ehemaliges Verdingkind kan nur den Hut heben vor meines Sohnes Familie!

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  • VP-Falger sagt:

    Einfach eine schnöde Menschenverachtung von Mann und Frau, deren gemeinsamer Zeugungs- und Zusammenlebenswille "EHE" mit fiesen Argumenten zerstört und auf dem Altar der verdrehten pseudo Gleichberechtigung geopfert werden soll. Was stellt mehr Gleichberechtigung dar, als die gemeinsame, verfassungsrechtlich unter dem Institut der Ehe praktizierte Arterhaltung? Wer nicht zeugungsfähig ist, kann arme Pflegekinder aufnehmen, deren Eltern nicht zur Familienführung fähig sind: Kein Reagenzglas!

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  • Edmo sagt:

    Wo ist das Problem? Die Schwulen können sich einfach als Frauen fühlen und dann steht ihnen ebenfalls die Witwenrente zu. Das Geschlecht kann ja jederzeit nach Belieben und Nützlichkeit geändert werden. Alles, was irgendwie geschlechtsspezifisch geregelt ist, kann von jedem ausgetrickst werden. Der Genderismus beflügelt das Chaos. Die Dekadenz zeigt Wirkung. Alles gewollt, alles politisch abgesegnet. Langsam kommt das Erwachen, doch der Albtraum geht unverändert weiter.

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    • feldmaus01 sagt:

      Werter Edmo, nein, der Ablbraum geht nicht unverändert weiter. Viele Mitbürger/innen glauben noch, dass das Gute siegen wird. Erlebe dies durch Gespräche, nicht im Wirtshaus (wurde ja absichtlich untersagt ), sondern auf der Strasse, beim Einkaufen, etc. Jetzt ist es unser OBERSTES Gebot, gegen die Dekadenz zu kämpfen. Und es dämmert jetzt vielen, dass der Dornröschenschlaf vorbei ist. Noch sind wir eine Demokratie und müssen kämpfen, kämpfen wie unsere Vorfahren. u.a. Willhelm Tell.

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  • Rolf Bolliger sagt:

    Wenn diese absurde Idee "Ehe für alle" tatschlich an der Urne durchgewunken wird, können wir endgültig Abschied nehmen von einer natürlich orientierten Welt! Es ginge dabei nicht nur um Renten, Witwen oder Kinderbetreuung! Der Mann verliert den Status "Vater" und wird nur noch als "Zuchtstier" (Samenspender) benötigt und den lesbischen Frauen werden alle Rechte noch verstärkt! Kein Wunder, dass die militanten Feministinnen am lautesten für diese Verstümmelung der natürlichen Familien schreien!

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  • magichamlet sagt:

    Opportunistische Egoisten ist das neue Normal.

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