20. April 2021
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Beat Gygi

Eigentumsrechte missachtet, Aktionäre vernachlässigt: Nicht nur bei der Credit Suisse – in ganz Europa werden immense Werte vernichtet

Die Credit-Suisse-Aktionäre haben nichts zu lachen. Im zurückliegenden Jahrzehnt, in einer der längsten Aufschwungphasen der jüngeren Geschichte, hat die Aktie zusehends an Wert verloren.

Heute ist sie etwa ein Achtel so viel wert wie vor der Finanzkrise oder wie in den 1990er Jahren.

Schwacher Trost: Ein Stück weit ist es eine europäische Krankheit. Europas Finanzaktien sind eine Leidensgeschichte.

Und das Problem geht noch tiefer: Eine Aufstellung der Financial Times zeigt, dass die Börsenkapitalisierung der europäischen kotierten Unternehmen 2001 rund 30 Prozent des Weltmarktes ausmachte. Heute sind es nur noch etwa 16 Prozent. Bedeutung halbiert.

Europas Werte sind drastisch geschrumpft – in jeder Hinsicht. Eigentümer wurden vernachlässigt, Eigentumsrechte missachtet.

Investoren haben offenbar die Lust verloren, viel Geld auf europäische Firmen zu verwenden. Zu eng ist ihr Korsett.

Als grosse Innovation gilt da jetzt eine staatlich gelenkte Wende hin zu grünen Finanzen und zu nachhaltigem Wirtschaften gemäss Uno-Klimazielen.

Anderswo krempelt man die Ärmel hoch.

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10 Kommentare zu “Eigentumsrechte missachtet, Aktionäre vernachlässigt: Nicht nur bei der Credit Suisse – in ganz Europa werden immense Werte vernichtet”

  • Peter Meier sagt:

    Nach meinen Schätzungen hat die CS seit 2015 rund 20 Milliarden verbraten: Verluste/Abschreibungen 2015: 6 Mrd.; Zahlungen an das US-Justizministeriums 2016: 5,3 Mia. $; 2020: 680 Mio. $ mit US-Hypotheken; 2021: 450 Mio. $ mit Hedgefonds York Capital; 2021: Verlust mit Greenshill Capital ca. 3 Mia.$ und schliesslich Verlust mit Archegos ca. 4 Mia. $. (ev. auch mehr).

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  • Fritz sagt:

    Die Katastrophe war, dass das Schweizer Bankgeheimnis fiel. Das verdanken wir dem Schweiz-Feind Obama.

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  • Edmo sagt:

    Nachhaltiges Wirtschaften gemäss den Uno-Klimazielen ist die Beschleunigung des wirtschaftlichen Niederganges. Wirtschaftlichkeit zählt nicht mehr, sondern nur noch Moral. Da niemand weiss, wie das Klima funktioniert, geschweige denn wie wir es beeinflussen könnten, haben die Uno-Klimaziele mit dem Klima nichts am Hut. Es geht um antikapitalistische Fantasien, globale Umverteilung und eine Machtverschiebung in Richtung Uno. Wer mitmacht verliert. Wir brauchen deshalb dringend andere Ziele.

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  • T sagt:

    Wohin, ausser nach Asien, kann man aus Europa vor der sozialistischen Ökodiktatur flüchten? Die USA verkommen unter Biden ebenfalls! Sind Canada, Australien, oder Neuseeland besser? Am Ende doch Russland? Ich bin für Anregungen dankbar.

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  • VP-Falger sagt:

    Mir sagte mal ein Direktor der Bank in der ich arbeitete: Was die Leute Ende Monat noch auf dem Konto haben, brauchen sie nicht und das kann man ihnen wegnehmen. Philosophie Schweizer Grossbanken aus den späten frühen 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Heute ist die Politik auf demselben Trip. Oder sollte anders gesagt: Sie steht unter derselben (Abzuocker-) Droge.

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