21. Juli 2021
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Anabel Schunke

Ein Gastwirt inszenierte in Sachsen einen rechten Brandanschlag. Politisch kam das ganz gelegen.

In Deutschland gibt es gute und schlechte Opfer: Solche, die sich politisch instrumentalisieren lassen und jene, die eher ein schlechtes Licht auf vergangene politische Entscheidungen werfen.

Ein gutes Opfer in diesem Sinne war Mehmet Ali T. Der Gastwirt eignete sich sogar so gut als Opfer, dass man zunächst nicht bemerkte, dass er gar keines ist.

Denn der vermeintliche Brandanschlag auf sein Lokal «Mangal» war wohl ein Versicherungsbetrug des verschuldeten Inhabers, wie sich jetzt herausstellte. Mehmet Ali T. sitzt inzwischen in Haft. Zu den Vorwürfen schweigt er.

Kurz nach der Tat war das anders: Damals inszenierte sich T. medienwirksam als Opfer von Rassismus. Der Zeitpunkt schien günstig, kurz zuvor erstachen zwei Asylbewerber einen jungen Mann vor einer Sparkasse in Chemnitz. Wütende Proteste folgten – vor allem von rechts. Ganz Deutschland blickte auf das vermeintlich «braune» Fleckchen im Osten.

Auch deshalb gab sich Angela Merkel höchstpersönlich die Ehre und besuchte T., ebenso Ministerpräsident Kretschmer. Mit Opfern von angeblichem Rechtsterrorismus lässt man sich gerne ablichten.

In Würzburg, wo ein muslimischer Terrorist ausschliesslich Frauen tötete, warten die Menschen noch immer auf die Anteilnahme der Kanzlerin.

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14 Kommentare zu “Ein Gastwirt inszenierte in Sachsen einen rechten Brandanschlag. Politisch kam das ganz gelegen.”

  • Freigeist sagt:

    Für deutsche ohne Migrationshintergrund gibt es keine Lichterketten .

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  • Cord Belli sagt:

    Da fehlen einem einfach die Worte……

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  • traugi67 sagt:

    Die Hierarchie der Opfer ist v. A. in Deutschland längst Tatsache.

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  • Juerg Brechbuehl Diplombiologe sagt:

    Wären unsere Tageszeitungen gezwungen, zu jeder Lügenmeldung im hinterher noch die Berichtigung genauso oft und genauso gross herauszubringen, dann würden uns die Pixel und die Druckerschwärze ist Gesicht spritzen, dass am Ende keiner mehr sich über Corona-Maskenverweigerer beschweren könnte.

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    • Juerg Brechbuehl Diplombiologe sagt:

      a propos, ja genau, ich meinte natürlich die von der +Qualitätspresse+, diejenigen also, die öffentliche Verantwortung für sich reklamieren, die die ganze Zeit behaupten, sie würden Faktencheck machen, die uns Leser an der Hand nehmen und uns Deutungshilfen anbieten, die von der Sommaruga nur Bundessubventionen bekommen sollen....

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  • minibixi2008 sagt:

    Ich kanns nicht mehr hören. Diese verlogene Drecksgesellschaft kotzt mich nur noch an.
    Der Kirche kann man jederzeit den Austritt geben, aber diese verlogene Geselligkeits- Gesellschaft folgt dir Schritt für Schritt bis in den Tod.

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    • Benedikt sagt:

      Krass ausgedrückt, aber ich kann es gut nachvollziehen. In den 80er Jahren vom letzten Jahrtausend war ich noch fest überzeugt, dass mit den Grünen ein guter Aufbruch in eine menschenwürdigere und naturnähere Zukunft möglich wäre. Leider endete es in einer kapitalen Bruchlandung.

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  • Peter Rossa sagt:

    was ist bloss aus Kohl `s "kleinem Mädchen" geworden ... ! Jedenfalls nichts gutes. Macht verdirbt jeden Menschen.

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  • Edmo sagt:

    Dass jetzt im Blätterwald und in der Politik das grosse Schweigen herrscht, wundert mich nicht. Vielmehr erstaunt mich, dass sich im Rechtsstaat noch jemand erdreistete, den Sachverhalt aufzuklären. Wo doch die rechtsextremistische Schandtat so perfekt inszeniert und von Politik und Medien maximal ausgeschlachtet worden war. In irgend einer Amtsstube muss noch ein übler Verräter mit rechtsextremer Gesinnung sitzen. Anders lässt sich das nicht erklären.

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  • Der Michel sagt:

    Als man damals auf der Rassismus-Welle surfen konnte waren die Medien voll von Berichten über den ach so toll integrierten Zuwanderer, dem so übel von den pöhsen Rechten mitgespielt worden war. Heute, nachdem sich alles als Betrug herausgestellt hat: Schweigen im (Blätter-)Wald. Nur vereinzelte Berichte, und die Politik duckt sich weg. KEIN EINZIGES Statement eines der damals so Empörten - von einer Entschuldigung an die Adresse derer, die man damals pauschal diffamiert hatte ganz zu schweigen.

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  • Hegar sagt:

    „An den Taten werdet ihr sie erkennen.“
    Bundeskanzlerin Merkel ist eine Tochter des Teufels. Treffender kann man ihre gelebte Doppelmoral und Zweizüngigkeit nicht beschreiben.
    Es wäre allerhöchste Zeit, für einen Neubruch in Deutschland.

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  • T sagt:

    Was Würzburg angeht, so ist das Schweigen von Mutti unerträglich. Zumal der Mörder auch noch schuldunfähig gemacht werden soll.

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