12. April 2021
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Florian Schwab

Ein Ritual wie einst bei den alten Griechen – das Orakel von Bern plant seine nächste Verkündigung. Was werden die Pandemie-Hohepriester diesmal entscheiden?

Wenn die Alten Griechen ratlos waren, dann wandten sie sich an ein Orakel. Dieses kochte in heidnischen Ritualen mit den Göttern die  Entscheidung aus, beispielsweise einen Urteilsspruch.
Die Shutdown-Sitzungen des Schweizer Bundesrates erinnern verdächtig an dieses Ritual.
Man gibt sehr viel Unsicherheit hinein: Warum steigen die Fallzahlen in der Schweiz weniger stark als in Deutschland, obwohl dort ein härterer Lockdown herrscht? Warum springt der R-Wert herum wie eine übermütige Berggeiss?
Hinaus kommt dann irgendein mit erhabenem Pomp zelebrierter Entscheid – der Weisheit letzter Schluss, zementiert in verbindlichen Regeln.
Umgeben ist das ganze Spektakel von den Pandemie-Hohepriestern, genannt Epidemiologen, die es mit Trommelwirbel begleiten. Und von Sterndeutern und Kaffeesatz-Lesern, die orakeln, was das Orakel wohl orakeln wird?
Da darf natürlich auch Weltwoche Daily nicht abseits stehen: Unsere Prophezeiung ist, dass das Orakel ein paar symbolische Mini-Lockerungen beschliesst. Maximal Restaurant-Terrassen. Etwas Substanzielles wird es nicht geben. Man müsste ja dann der SVP Recht geben.
Was aber sicher ist: Der Bundesrat, der offensichtlich Freude hat an Schall, Rauch und Spezialeffekten, wird garantiert das Datum für seinen nächsten Orakel-Spruch bekanntgeben.
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28 Kommentare zu “Ein Ritual wie einst bei den alten Griechen – das Orakel von Bern plant seine nächste Verkündigung. Was werden die Pandemie-Hohepriester diesmal entscheiden?”

  • ulrich vogt sagt:

    Herr Schwab, wenn ich Ihren Kommentar lese, frage ich mich, was bringt er mir. Information - nein. Neue Erkenntnisse - nein. Abstrafung des Bundesrates - ja, wie gehabt. Die Lage ist unsicher - das wissen wir längst. Der Bundesrat stützt sich auf Wissenschaft und Forschung - auch das ist bekannt. Alle Lobbyisten und Journalisten wissen es sowieso besser - ganz klar. Es ist sehr einfach , fernab jeglicher Verantwortung zu kommentieren - schön gleichgeschaltet, wie der Boss es befiehlt.

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    • holsderkuckuk sagt:

      Ulrich Vogt-Winkelried ein Blinder unter Einäugigen sieht die Welt ganz anders.
      Laut dem BAG erfolgten 3 Prozent der Ansteckungen in der Gastronomie, ganz logisch diesen Hotspot der Verteilung zu schliessen. Es wäre ratsam die zweite Hälfte der Ansteckungsquellen zu eliminieren und schon könnte der Lockdown, diese göttlichen Massnahme, beendigt werdend. Schön gleichgeschaltet sind die
      für 2020 mit 260 Mio. subventionierten Zeitungen und die SRG die das Lied der sebstlosen Politikern singt.

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  • Hans Peter sagt:

    Ich kann Florian Schwab nur zustimmen: das wissenschafzliche hat sich unlängst in ein magisches Denken verkehrt.

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  • Juerg Schneeberger sagt:

    Bei all dieser Harmonie im Kollegialsystem des Bundesrates stellt sich mir die Frage, ob die SVP den Druck auf ihre zwei Bundesräte adäquat wahrnimmt?
    Denn, wie kommt es, dass sich ausgerechnet ein SVP Bundesrat Parmelin völlig unnötig wie ein Winkelried für einen linken Bundesrat und dessen Hegemonie einsetzt.

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    • Peter Rossa sagt:

      "dass ausgerechnet ein SVP Bundesrat Parmelin sich völlig unnötig wie ein Winkelried für den linken Berset einsetzt ?": "ist er auch der klügste nicht, ist einer doch der wägsten", zu deutsch (züritütsch): er hätt halt grad so passt

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  • johann6a sagt:

    Wie soll denn aus den Meinungen einer Taskforce aus 70 sogenannten Experten und -innen aus 10 verschiedenen Fachrichtungen eine einigermassen klare und rational begründbare Position rauskommen? Dieses Gremium ist eine typisch eidgenössische Kommission der Maximal-Partizipation nach x verschiedenen Kriterien.

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  • Edmo sagt:

    Herr Schwab, jetzt bitte bloss nicht die Epidemiologen als Hohepriester der Pandemie beleidigen. Die Epidemiologen haben doch längst die Rolle der Götter übernommen. An den Sitzungen des Bundesrates wird nur noch darüber beraten, wie das Urteil der Götter zu verkünden ist. Das ist nicht einfach, denn das Ritual verlangt Langatmigkeit, geheuchelte Empathie, Bedauern über die schlechte Stimmung der Götter, Aufrufe zur Besänftigung der Götter und virologisch begründete Todesdrohungen für Kritiker.

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  • Patrick Baumann sagt:

    Wieso ist eigentlich nie ein Weltwoche Journalist an einer Pressekonferenz des Bundesrates und stellt kritische Fragen?

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  • baloiszydeco sagt:

    Achtung, nicht überrascht sein wenn in Bern Deutschland wir folgen dir zelebriert wird: die wollen ein Bundesgesetz 'Inzidenz 100' . Nicht 99,9 oder 100,1, nein, eine absolute Zahl für eine höchstens grobe Schätzung, basierend auf keiner definierte Population, Kohorte. Dass hier die Wissenschaft nicht aufheult, ehrliche Statistiker ab solchem Humbug auf die Barrikaden steigen, ist unbegreiflich. Ist wohl doch ein Oxymoron, 'ehrliche Statistiker'...

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    • Hans Peter sagt:

      Unbegreiflich? Wenn jeder Wissenschafter mit Karriereambition doch genau um die ihm drohende öffentliche Hinrichtung durch unser seit einem Jahr die Schweiz als Schattenregierung tyrannisierende Triumvirat Ringier/Tamedia/SRG weiss?

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  • Buecherwurm sagt:

    Irgendwann wird jede Nation unabhängig von irgend welchen Zahlen aus dem Lock-Down aussteigen müssen.

    Mich erinnert das Ganze an die Prohibition in den USA, wo Gutmenschen auch nur das Beste wollten und nach 13 langen Jahren aufgeben mussten mit Ihrer Weltverbesserung.

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  • Scrocco sagt:

    Wenn eine Mehrheit die Sache wirklich beenden will geht es: einfach nicht mehr mitmachen. Ohne Zivilcourage nimmt dieser Albtraum kein Ende. Egal ob jetzt oder später, es wird uns nichts anderes übrigbleiben. An das Wohlwollen der Peiniger zu glauben hat noch nie zum Ziel geführt. Leider.

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  • Bischi49 sagt:

    Als Hintergrundmusik bei dem ganzen Schmierentheater schlage ich Verdis Gefangenenchor aus Nabucco vor.

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  • 3708191 sagt:

    Mir stellt sich einzig noch die Frage, welcher Bundesrat tritt als erster aus seinem Amt zurück ? Das gleiche gilt aber auch für unsere Parlamentarier, die wir gewählt haben und die mich fast noch mehr entäuscht haben, weil sie (mit Ausnahmen) nichts gegen diese vernichtenden Massnahmen unternommen haben. Soviel Schaden wie Ihr der Schweiz und vorallem unseren Kidern angetan habt, lässt sich eigentlich mit nichts mehr aufwiegen auch nicht mit Geld.

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    • Melanie sagt:

      ... es nützt leider nichts, wenn aktuelle Bundesräte oder Parlamentarier zurücktreten oder abgewählt würden. Denn was nachkommt, wird dasselbe sein: gewählt vom sogenannten (Dumm-) Volk...

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    • Meinrad Odermatt sagt:

      Vielleicht ist ja der Schaden das Ziel! Die privatwirtschaftlichen KMU's - inklusive Gastrobetriebe - sind das Rückgrat der demokratischen Nationalstaaten. Den global agierenden Konzernen - die die Globalisierung ohne Rücksicht forcieren - ist diese "Konkurrenz" ein Dorn im Auge. Das Rückgrat der Nationalstaaten zu brechen ist doch ganz im Sinn der Globalisierer und ihrer supranationalen (mafiösen) Vordenker. Von wegen "versteckter Agenda"...

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  • Rolf Bolliger sagt:

    Einerseits verstehen die Einheitsmedien die gewaltsamen Nächte in St Gallen sehr wohlwollend und weisen selbstsicher auf die enormen "Corona-Probleme " bei den Jugendlichen hin, die halt zu solchen Gewaltsdemos geführt haben! Ueber die ewigen Orakel und deren Verbreitungen durch den Bundesrat. schreiben die linken Einheitsmedien und vorallem die SRG (durchs Radio und Fernsehen) kein Wort! Zeitungslesen oder TV-Tagesschauen verfolgen ist zur täglichen "Leidensgeschichte" geworden!

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  • Melanie sagt:

    Haarsträubender Wahnsinn, das ganze Affentheater, echt.

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  • VP-Falger sagt:

    Es ist ein absolutes Schmierentheater der übersteuerten Macht-Egos, das in unserem Land abgeht. Hat absolut nichts mit Gesundheitsvorsorge fürs ganze Volk zu tun. Wer sich in der frischen Luft betätigt, stärkt sein Immunsystem. Die Vulnerablen hat man eingesperrt und dem Rest einen Maulkorb verpasst.

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