17. Mai 2021
Hubert Mooser
Hubis Bundeshaus

Ein Tamedia-Journalist darf nicht mehr über die Corona-Krise berichten, weil er zu kritisch und liberal schreibt. Was für ein Armutszeugnis

Zu Beginn der 1950er Jahre installierte der republikanische Senator Joseph McCarthy in den USA einen gnadenlosen Meinungsterror gegen alles, was nach Kommunismus aussah. Viele Menschen, insbesondere innerhalb der Kulturbranche, verloren ihren Job, weil sie als Kommunisten angeschwärzt worden waren.

Eine ähnliche Hetzjagd ist auch jetzt wieder gegen Andersdenkende im Gange. Wer publizistisch nicht brav dem Mainstream folgt, wird Opfer von Cancel Culture. Will heissen: die selbsternannten linken Sittenwächter versuchen diese Leute auf allen Kanälen mundtot zu machen.

In der Schweiz ist das kürzlich auch dem Berner Korrespondenten der Tamedia Wirtschaftszeitung Finanz und Wirtschaft, Peter Morf,  passiert. Der Ökonom und ist ein Urgestein der wirtschafts- und finanzpolitischen Berichterstattung.

Weil er jedoch zu kritisch und zu liberal über die vom Bundesrat beschlossenen Corona-Massnahmen und Einschränkungen berichtete, darf er jetzt auf Befehl seines Chefredaktors keine Artikel mehr zum Thema Covid-19 schreiben – und dies wenige Monate vor seiner Pensionierung.

Dabei müsste das Blatt eigentlich zufrieden sein, dass es in Morf einen Korrespondenten in Bern hat, der vom Tamedia-Einheitsbrei abweicht und die Corona-Politik des Bundesrates an den Pressekonferenzen und in Artikel hinterfragt.

Was für ein Armutszeugnis für einen Medienkonzern, der sich damit brüstet, er sorge für Transparenz.

1089 12

27 Kommentare zu “Ein Tamedia-Journalist darf nicht mehr über die Corona-Krise berichten, weil er zu kritisch und liberal schreibt. Was für ein Armutszeugnis”

  • Claudio Inglin sagt:

    Meist gehe ich mit der redaktionelle Linie der Weltwoche einig. Wie peinlich ist es aber, so zu tun, als ob es etwas schockierend ist, dass auch der Tagi eine redaktionelle Linie hat und auf der einen oder anderen Weise auch durchsetzt? Wer da einen Skandal sieht ist debil.

    6
    58
  • Juerg Brechbuehl Diplombiologe sagt:

    Aus Sicht der Linken und Grünen war die Corona-Diktatur der Testlauf für die geplante ökofaschistische Klimadiktatur. Dem kann man nur mit einem NEIN zum CO2-Gesetz begegnen. Die CO2-Steuern wären ein Nährboden für zentral gesteuerte Manipulation der Öffentlichkeit. Diesen Sumpf gilt es auszutrocknen.

    81
    4
  • Josef Hofstetter sagt:

    Warum sind viele Politiker, vor allem bei der FDP und der CVP links/grün, damit Sie regelmässig ein Forum in den Zeitungen erhalten und wenn ich an einige extreme Politiker denke, welche sich in alles einmischen, ohne von der Materie überhaupt Kenntnis zu haben. Rahmenvertrag und Co2 dann geht es vor allem darum, bei den Wahlen Linke Unterstützung zu erhalten. Unglaublich wie die Präsidenten der einzelnen Kommissionen ausgewählt werden. leider einfach nur politisch. Fachkenntnisse NULL.

    130
    1
  • Josef Hofstetter sagt:

    Wir haben in der Schweiz ein immer grösseres Problem. Wir haben 2 Verlage, NZZ und Tamedia, welche die ganze Medienlandschaft kontrollieren. Dazu kommt noch Ringier, deren Zeitschriften nicht nur Sommaruga, Berset und Amherd, nein auch die Versager ehemalig Bundesräte und Bundesrätinnen erhalten laufend ein Forum, EWS, Leuthard, Calmy-Rey usw. Eigentlich unverständlich, dass man die Fusionen der vielen Zeitungen akzeptiert hat. So haben wir leider fast 90 % linke Informationen.

    149
    4
  • olive sagt:

    https://www.dieostschweiz.ch/artikel/aus-ende-vorbei-denn-der-sieger-steht-fest-9YA5NjQ

    Wenn sogar ihn der Mut verlässt 🥲😢

    62
    0
    • traugi67 sagt:

      Er hat leider recht, ich habe auch resigniert
      Diskussionen sind sinnlos und man verliert alle Freunde (und Freude)
      Diese Schweiz ist nicht mehr die Meine, auf die ich einmal stolz war.
      Noch einmal werde ich an einer Kundgebung teilnehmen und wenn das Covid- und Antiterrorgesetz angenommen werden (was ich annehme) für immer jeder Wahl und Stimmabgabe verweigern.

      27
      1
    • traugi67 sagt:

      Nachtrag : Danke für den Link.

      9
      0
  • Peter Rossa sagt:

    Redefreiheit bei Tamedia ? ... so hat es vor "1000Jahren" in Deutschland ja auch angefangen.

    131
    4
  • DominikRi sagt:

    Letzte mögliche Reaktion: Abos kündigen, habe ich bereits letzte Woche gemacht.
    Ist ökologisch ausserdem sehr sinnvoll, schliesslich muss der erlittene Ärger ja auch noch irgendwie zusätzlich verdrängt werden.

    179
    3
    • Stefan Mueller sagt:

      Da lachen die nur noch, die Coninx- Milliardäre mit ihren Anstands-Genossen!

      Solange die mit ihren Internet-Geschäften dick abzocken,
      brauchen die den Tagesanlüger mit seinen strammen Lakaien, nur noch als Schein-Zeitung,
      um die jährlichen Staatsknete-Zahlungen aus dem Linksstaatsfilz abzuzocken
      und z.B. wie bei Corona, dank obrigkeitshörigem Vasallentum zusätzlich noch zig Milliönchen zu erschleichen!

      22
      1
  • juege sagt:

    Der muss ja auch nicht mehr darüber berichten - die COVIdioden sind genügend geframed. Schauen sie sich die Leserkommentare sowie die up's und down's an. Dass die noch nicht gefordert haben, die Polizei soll die Demonstranten erschiessen ist bereits verwunderlich.

    222
    15
  • Rolf Bolliger sagt:

    Diese Zurechtweisung eines Tamedia-Mitarbeiters, weil er nicht einfach dem Medien-Mainstream folgt, überrascht niemand, der die einseitigen Medienwelt seit vielen Jahren beobachtet und kennt! Die eigentliche Politik in unserem Land, könnte daraus viel lernen, "wie man" die labil gewordene Gesellschaft "manipulieren" könnte! (Humor ist, wenn man trotzdem acht!) Die linksideologischen Medien wollen mit der Corona-Krise ihr "Umgestaltungs-Süppchen" möglichst lange am Kochen halten: Der Staat muss!

    288
    13
  • Melanie sagt:

    Es dreht einem einfach nur den Magen um.

    200
    18
  • Heidi sagt:

    Und mit dem neuen Anti-Terrorgesetz könnte man den Mann auch gleich noch als Staatsgefährder wegsperren. Darum am 13. Juni NEIN zum Covid-Gesetz und NEIN zum Anti-Terrorgesetz!!!

    473
    20
  • Stefan Mueller sagt:

    Ach Hr. Mooser?
    Wollen Sie uns wegen irgendwelcher "Sponsoren" täuschen?
    Auf Befehl des Scheffredaktörlis...kommen Sie Hubert?!
    Um im Bünzli-Müllstream ein Scheffredaktörli abgeben zu dürfen, muss sowas doch das Anpässerli per exellance, das Ober-Lakailein der Bosse sein, oder etwa nicht?
    Nachdem der Coninx-Clan als Besitzer für monatelange Kriecherei und widerliche Behuldigungs-/Bejubelungs-Anfälle des Tagesanlügers, zugunsten den Home-Story-Apparatschiks, zig Corona-Milliönchen abgezockt hat?

    117
    133

Schreiben Sie einen Kommentar

© Copyright 2021 - Weltwoche daily

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche-daily.ch dienen als Diskussionsplattform und sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird. Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels oder wo angebracht an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Persönlichkeitsverletzende und diskriminierende Äusserungen hingegen verstossen gegen unsere Richtlinien. Sie werden ebenso gelöscht wie Kommentare, die eine sexistische, beleidigende oder anstössige Ausdrucksweise verwenden. Beiträge kommerzieller Natur werden nicht freigegeben. Zu verzichten ist grundsätzlich auch auf Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen), wobei die Online-Redaktion mit Augenmass Ausnahmen zulassen kann.

Die Kommentarspalten sind artikelbezogen, die thematische Ausrichtung ist damit vorgegeben. Wir bitten Sie deshalb auf Beiträge zu verzichten, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Unzulässig sind Wortmeldungen, die

  • Nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommerzieller Natur sind
  • andere Forumsteilnehmer persönlich beleidigen
  • einzelne Personen oder Gruppen aufgrund von Rasse, Ethnie oder Religion herabsetzen
  • in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • verächtliche Abänderungen von Namen oder Umschreibungen von Personen enthalten
  • mehr als einen externen Link enthalten
  • einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Online-Redaktion behält sich jedoch vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Es besteht grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.