11. August 2021
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Marcel Odermatt

Eine Kommission des Bundes verlangt, dass Reiche weniger für die Kinderbetreuung bezahlen müssen. Zahlen soll das natürlich wie immer der Steuerzahler.

Gestern publizierte die Eidgenössische Kommission für Familienfragen ihren Bericht «Kinderbetreuung finanzieren und Elterntarife gestalten». Darin wird – wie so oft – die Schweiz als familienpolitisches Entwicklungsland gebrandmarkt. Die Kinderbetreuung sei zu teuer, eine Elternzeit fehle oder der Bund solle mehr bezahlen. Alles schon x-fach gehabt.

Ein Punkt lässt aber aufhorchen. Der Maximaltarif der Krippen-Plätze müsse «unter den effektiven Kosten angesetzt werden, so dass alle Eltern von Subventionen profitieren», heisst es im Papier. Das bedeutet im Klartext: die Allgemeinheit berappt mehr für die Kitas, damit gut- und bestverdienende Paare weniger ausgeben müssen, wenn sie ihren Nachwuchs fremdbetreuen lassen.

Sehr sozial ist das nicht. Aber es entspricht der gesellschaftlichen Realität. Viele finanziell Bessergestellte, die oft beim Staat tätig sind, überweisen heute die vollen Tarife. Wer nämlich wenig verdient oder von der Sozialhilfe lebt, zahlt heute schon wenig oder gar nichts. Jetzt wird von der Familienlobby ein neues Ziel anvisiert. Auch Reiche sollen weniger aufwenden – und das auf Kosten der Steuerzahler. Familienpolitik im Jahr 2021.

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16 Kommentare zu “Eine Kommission des Bundes verlangt, dass Reiche weniger für die Kinderbetreuung bezahlen müssen. Zahlen soll das natürlich wie immer der Steuerzahler.”

  • R.Roth sagt:

    Wenn 2 arbeiten, können sie auch für die Kinder selbst sorgen. Ich sehe nicht ein warum dafür Steuergelder verschwendet werden sollen.

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  • Sandro Consoli sagt:

    Kinderbetreuung ist Privatsache und nicht die Aufgabe des Staates. Wer Kinder aufstellt soll sie auch betreuen. Wir haben ja gesehen was staatliche Kinderbetreuung in Nazi Deutschland und in den kommunistischen Staaten erreicht hat. Gar nichts. Und wir sind mit der heutigen Bestimmung nur noch einen Schritt davon entfernt.

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  • Paul Streuli sagt:

    Alle Macht dem Staat und bald sind wir soweit, dass der Staat sogar die Kinder selber herstellt.

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  • Max Casalegno sagt:

    Muss man im grossen Zusammenhang sehen. Schlimm ist, dass ein Bestreben da ist, Kindererziehung zu verstaatlichen, wie im Stalinismus. Alleinerziehenden, wenig Verdienenden und Ungebildeten werden die Kinder sowieso von der KESB mit konstruierten verleumderischen Gefälligkeitsgutachten entzogen. Die Mittlere Schicht schickt die Kinder in die Tagesstruktur, um arbeiten zu können. Man will auch die 200K-Franken-Eltern überzeugen, ihre Kinder verstaatlichen zu lassen. Covid, KESB: Mittel zum Zweck!

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  • Peter Rossa sagt:

    das Geschäft des Neids funktioniert fortgesetzt und wiederholt, jede/r gegen jede/n, und zerfrisst erfolgreich die christlich-liberale Grundidee der CH

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    • Realistin sagt:

      Neid?
      Wieso genau soll ich für reiche Paare, die aus einem nicht nachvollziehbaren Grund Kinder wollen, obwohl sie sich nicht um sie kümmern wollen, auch noch bezahlen? Was geht mich das an? Ausgerechnet in einer Zeit, in der wir 7 Milliarden zu viele Menschen auf dem Planeten haben?
      Wenn es nach mir ginge, würde kein einziger Steuerfranken mehr für Kinder ausgegeben.

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  • Benedikt sagt:

    Und auf solche Parlamentarier und Beamten-Deppen soll ich mich z.B. bei Corona verlassen können! Nein Danke. Sie fahren unsere Demokratie und unser Rechtsverständnis völlig an die Wand. Vermutlich wissen selbst Kinder beim aufwachsen eher, wo das Geld zum ausgeben herkommt als diese sogenannten "Volksvertreter" in ihrem Glaspalast. Die Linken haben New York bis in die 80er an die Wand gefahren. Es brauchte einen Erzkonservativen um diese Stadt wieder lebenswert zu machen. Das brauchen wir auch!

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  • Edmo sagt:

    Die Kinder sollen möglichst früh dem Staat gehören. Nur so kann rechtzeitig die rotgrüne Gehirnwäsche einsetzen. Gerade Kinder von wirtschaftlich erfolgreichen Eltern sind der Gefahr ausgesetzt, mit einem kapitalistischen Weltbild ins Leben zu starten. Die Kommission für Familienfragen sieht klar, welche Nachteile diesen Kindern dereinst in einer antikapitalistischen Öko-Diktatur drohen. Deshalb ist es die Pflicht des Staates, diese Kinder ohne Ansehen der Kosten auf den rechten Weg zu bringen.

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    • Max Casalegno sagt:

      Nagel auf den Kopf getroffen! Steuerpolitik, KESB, Covid, grüner Pass, Mitteilungspflicht der Banken bei ausländischen Kunden: alles nur Teil einer Gesamtstrategie, nämlich, Mittelstand und Freiheit zerstören, Totalüberwachung einführen. Die Regierungen sollen alles über die Bürger wissen, der Bürger gar nichts über die Regierenden. Denjenigen, die ihre Macht ausbauen wollen, ist jede Verschwendung und jedes Menschenleben egal. Früher hat man Stalin gesehen, heute verstecken sich die Drahtzieher

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    • Max Casalegno sagt:

      Darf ich mit Sehnsucht nach alten Zeiten hinzufügen: Als ich ein Kind war (bin Jg. 1961) und mich bei Nachbarn über meinen in der Tat strengen aber guten Vater beschwerte, sagten sie mir: "Er muss seine guten Gründe haben". Niemand mischte sich in Angelegenheiten anderer ein. Beschwert sich heute ein Kind, so freut sich die KESB, einen Vorwand gefunden zu haben: Familienbegleitung ins Haus, Gefälligkeitsberichte, Kinder entzogen und politisch treuen Familien übergeben. Kindesschutz - Wie Bitte?

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  • Markus Saurer sagt:

    Die Kommission mag falsch liegen, aber der Kommentar leider auch. Effizient wäre es, wenn alle die Preise (nicht Kosten) der Krippen zahlen würden, die im Markt entstehen. Familien, die sich diese Preise nicht leisten können, sollte mit Sozialhilfe direkt unter die Arme gegriffen werden (Vouchers für Krippen). Wir haben schon stark progressive Steuern. Es ist nicht zu rechtfertigen, den Reichen dann für semiöffentliche Leistungen überall noch höhere Tarife zuzumuten.

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  • Rolf Bolliger sagt:

    Beide gehen einem lukrativen Job nach. schieben die Kinder in staatlich finanzierte Kinderkrippen ab, erhalten zusammen pro Monat ein Einkommen von 13000.- Fr ., wohnen in einer teuren Attika-Wohnung für 3500.- Fr. pro Monat und in der Unterflurgarage stehen 2 teure Luxus-Autos! Jetzt fordert die eidg. Kommission für Familienfragen noch höhere staatliche KITA-Unterstützung für alle! Die Umverteilung geht munter weiter!

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  • VP-Falger sagt:

    Klartext: Wir Bundesangestellten, die wir unseren Lohn selber bestimmen und seit Jahren hochtreiben und inzwischen 20'000 plus Jahresbezüge aus dem Steuersubstrat einkassieren, wir wollen doch für die Betreuung unserer Kinder nicht auch noch zur Kasse gebeten werden... Wo bleibt eigentlich die Stimme, welche sich darüber empört, dass Parlamentarier ihren Lohn ohne Aufsichtsbehörde selber festlegen? Abzockerisch gesetzgebende Instanz?! Sie auf Sozialhilfe-Niveau setzen, wäre doch eine Lösung.

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