12. August 2021
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Thomas Renggli

Tempo 30 verbessert die Luft-Qualität nicht. Es kann sogar das Gegenteil bewirken, wie eine Studie zeigt

Geht es nach den rotgrün gefärbten Stadtregierungen, soll der Privatverkehr ausgebremst werden.

Zürich will bis 2030 flächendeckend Tempo 30 diktieren. Winterthur (bis 2040) und auch Basel und Bern sehen dieselbe Massnahme vor.

Hauptargument: Die Verlangsamung verbessere die Luftqualität.

Eine Studie im Auftrag der Schweizerischen Vereinigung der Verkehrsingenieure und Verkehrsexperten zeichnet nun aber ein anderes Bild.

Die Anordnung von Tempo 30 könne im Vergleich zu Tempo 50 zwar zu einer Verminderung der Emissionen bei den meisten Schadstoffen führen, der Einfluss einer flüssigen Fahrweise sei in der Regel aber deutlich relevanter.

Christian Bach von der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt geht noch weiter: «Wenn die Autos mehr beschleunigen und bremsen müssen, können sogar mehr Schadstoffe wie etwa Kohlenstoffdioxid (CO2) ausgestossen werden.»

Die Aargauer SP-Nationalrätin Gabriela Suter lässt sich dadurch aber nicht von der Spur abbringen. Sie fordert Tempo 30 innerorts generell – und 50 nur in Ausnahmefällen.

Mit anderen Worten: Sprechen die Fakten gegen die eigene Ideologie, ist die Vogelstrauss-Politik das beste Mittel. Man (oder frau) steckt den Kopf in den Sand.

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21 Kommentare zu “Tempo 30 verbessert die Luft-Qualität nicht. Es kann sogar das Gegenteil bewirken, wie eine Studie zeigt”

  • Dimitri Papadopoulos sagt:

    Was oft vergessen wird ist dass der Feinstaub hauptsächlich durch Pneus und Bremsen verursacht wird, also unabhängig davon wieviel Benzin oder Diesel verbraucht wird. Auch Elektroautos oder sogar Velos generieren Feinstaub (während die Abgase seit der Einführung von Katalystoren praktisch nur noch Luft, CO2 und Wasser enthalten).
    Flüssiger Verkehr produziert weniger Dreck als langsamer Verkehr. Luftverschmutzung wird vermieden, indem Ampeln intelligent geschaltet werden, zum Beispiel.

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  • D. Keller sagt:

    Mit E-Autos wäre dieses Problem gelöst, und das Argument Luftqualität wäre vom Tisch. Das E-Auto hat lokal nämlich gar keine Emissionen. Und aus dem Bauch heraus würde ich sogar behaupten, dass Tempo 50 mit einem E-Auto effizienter ist als Tempo 30.
    Aber eben.... wenn Linksgrün so weiter macht und die Bürgerlichen in E-Autos noch lange einen Dämon sehen, ist es mit Individualverkehr in Zürich sowieso fertig - denn das ist das eigentliche Ziel von Linksgrün - Null Individualverkehr.

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    • T sagt:

      Beim Ziel der Ökomarxisten gebe ich Ihnen Recht! Aber wer glaubt, dass mit den E-Krücken alles besser wird, der irrt gewaltig. Erstens zerstört die Produktion von diesen Kisten den Planeten gewaltig. Zweitens ist gar nicht gewollt, dass sich alle E-Mobilität leisten können. Das geht gar nicht. Wo sollte auch der Strom dafür herkommen? Ergo wird die Freiheit und Selbstbestimmung der Menschen durch eine Ökodiktatur ersetzt werden. Ob wir das wollen?

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    • Dimitri Papadopoulos sagt:

      Falsch. Auch Elektroautos haben Bremsen und Pneus, und diese verschmutzen mehr als Verbrennungsmotoren.

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  • peterlinz sagt:

    Seit wann gelten den die 30er-Zonen als Lärmverhinderer. Bis jetzt dachte ich, dass die 30er-Zone eingeführt wird um eine vermehrte Sicherheit zu gewährleisten, zB in der Nähe von Schulen. Solche Zonen in stark frequentierten breiten städtischen Strassen einzuführen, scheint mir rein ideologisch bedingt. Zuerst baut man auf Kosten der Autofahrer breite Strassen, um den Verkehrsfluss steuern zu können und nachher verordnet man auf solchen Strassen Begegnungszonen und teure Verkehrshindernisse.

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  • Peter Rossa sagt:

    weniger Unfälle mit 30 ? mit Tempo 00 gar keine Unfälle mehr, wäre ehrlicher ....
    weniger Lärm mit Tempo 30 ? Elektroautos müssen demnächst mit Lärmgeneratoren ausgerüstet werden, um " Unfälle zu vermeiden"; PolitikerInnen wissen offenbar überhaupt nicht mehr, wovon Sie reden, eine richtige Bande von narzisstischen IgnorantInnen !

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  • mikueder sagt:

    GOTT bitte erlöse uns von diesen Verwaltung- und Polit Bevormundern die uns ständig überall mit ihrer Ideologie ihre Verbote aufdrücken und uns unseren Lebensstil vorschreiben wollen!!! Staatsapparat und Verwaltungen um 90% verkleinern!

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    • T sagt:

      Zu Gott beten bringt nichts, solange die Medien fast ausschliesslich in linker Hand sind, entsprechend tendenziös und abhängig berichten, und das Geld für diese linke Propaganda zwangsweise eingetrieben wird.

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  • Janosh sagt:

    Warum Tempo 30? Besser wäre es, den Motor ganz abzuschalten und sich von den vielen Radfahrern durch die Stadt ziehen zu lassen.
    Damit würden die Zweiradfahrer aktiv etwas für die Umwelt tun

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  • Bischi49 sagt:

    Bei T30 geht’s um Lärm, der dann laut Modellen geringer sein soll. Reale Messungen sind meiner Ansicht nach diesbezüglich zu wenig klar, werden aber selbstverständlich „in die richtige Richtung“ hin interpretiert. Etwa ähnlich unklar ist das auch bei der Luft. Zumindest im inneren Bereich einer Stadt mit der dichten Abfolge von Lichtsignalen ist deren Regelung von wesentlich grösserem Einfluss. Die haben z.B. zwecks höherer Flexibilität für den öV kurze Phasen mit mehr Stop+Go -> mehr Abgase!

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  • steinlin sagt:

    Ich war bis Corona SVP Wähler, sogar Mitglied, zu Tempo 30 in bewohnten Zonen, möglich dass die Luft nicht besser wird, jedoch erhöht es die Sicherheit und es gibt weniger Unfälle mit Körperverletzung.

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  • T sagt:

    Das ist weder neu, noch besonders erhellend! Wer nur die kleinste mögliche Ahnung von physikalischen Zusammenhängen hat, der weiss das. Es macht auch keinen Sinn sich darüber aufzuregen, denn der Weg ist vorprogrammiert. Genauso wie mit der angeblichen "Energiewende". Physikalischer und wissenschaftlicher Unsinn, es wird jedoch aus ideologischen Gründen durchgepeitscht. Auf der Strecke bleiben die Steuerzahler und die Marktwirtschaft. Politische Verursacher werden nicht zur Rechenschaft gezogen.

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  • Dani M sagt:

    Herr Renggli,

    Verkehrspolitik scheint ihr Ferienjob zu sein und weit entfernt von ihrer Kernkompetenz. Aber Recherchieren sollten Sie auf jeden Fall besser.

    Bei Tempo 30 geht’s primär um Lärmschutzmassnahmen. Von Luftqualität ist keine Rede, wie Sie im Link unten sehen.

    https://www.stadt-zuerich.ch/pd/de/index/dav/themen_projekte/tempo_30.html

    Und Sie selber, wohnen Sie an einer 50er- oder 30er-Strasse?

    Mit freundlichen Grüßen

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  • MaryLion sagt:

    Erinnern Sie sich an die Volksinitiative "für mehr Verkehrssicherheit durch Tempo 30 innerorts mit Ausnahmen" anno 2001? Sie wurde damals von allen Ständen abgelehnt. Nur 20,3% des Volkes sagten "ja". Mit Salamitaktik sind wir 20 Jahre später dennoch fast dort angelangt. Gewiss, an vielen Orten macht die Tempobeschränkung Sinn. Aber flächendeckend in Städten, selbst auf Hauptverkehrsachsen? Bitte nicht! Wehren wir uns dagegegen.

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  • Rolf Bolliger sagt:

    Reale Fakten von Verkehrsfachleuten werden von den rot/grünen Ideologen selbstverständlich nie angehört, geschweige denn akzeptiert!! (Was nicht sein darf - ist nicht!) Schon die jeweiligen Anordnungen auf unseren Autobahnen (bei hohen Schadstoff-Messungen) von 120 auf 80 Km/h zeigten schon ganz ähnlich kontraproduktive Resultate! Aber auch darüber kann man mit keinem der links/grünen Ideologen sachlich diskutieren!

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  • Realo100 sagt:

    Tempo 30 mag in den Quartieren Sinn machen, wo die Straßen eng und Fußgänger und vor allem spielende Kinder gefährdet sind. Der Rest ist rotgrünlinker Unsinn und dient nur dazu, mittels zahlreicher Radarfallen das Budget aufzubessern. Meine Beobachtungen zeigen, dass etliche Automobilisten „vorsichtshalber“ noch eine Marge von 5 -10km/h nach unten einlegen, um ja nicht geblitzt zu werden. Die schleichen dann mit 20-25 km/h über die Straßen 😩😩😩

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  • Edmo sagt:

    Machen wir uns nichts vor. Es geht nicht um Tempo 30 oder 50. Und schon gar nicht um den CO2-Ausstoss. Den Rotgrünen ist der Individualverkehr ein Dorn im Auge. Mehr als ein Fahrrad wollen sie uns nicht zugestehen. Das Auto bedeutet Freiheit, also das krasse Gegenteil von antikapitalistischer Diktatur. Das Ziel ist klar: Tempo 0 für Normalbürger. Seit Leuenbergers Via Secura wird auf die Abschaffung des Autos hin gearbeitet. Ausnahmen sind nur für die Gleicheren unter den Gleichen vorgesehen.

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