29. Juni 2021
René Hildbrand

Eine Schweizer Nacht in Bukarest: Nati hatte Torgasmus, SRF ist ein Ärgernis

Nach dem gestrigen Torgasmus und dem Einzug ins EM-Viertelfinale hat die Nati wieder mehr Anhänger als ein Regionalzug. Ein Tor ist, wer keins schiesst, könnten sich unsere Fussballer vor dem Spiel gegen Weltmeister Frankreich gesagt haben.

Die Schweizer boten eine fantastische Leistung. Es ist ein Sommermärchen.

Ein Ärgernis an dieser EM ist hingegen die Leistung von SRF. Ausnahme: Rainer Maria Salzgeber (Studiomoderator) und Sascha Ruefer (Kommentator). Die einzigen beiden Stars, die der SRF-Sportabteilung noch geblieben sind. Alles andere ist Mittelmass.

In einem kleinen Studio (warum nicht im nur noch selten benutzen Studio 1?) werden die Spiele so schläfrig besprochen, als wären die Moderatoren und Experten von Valium gesponsert.

Innovation: null.

Im Gegensatz zu seinen Kollegen von ARD und ZDF muss Ruefer die Matchs vom Leutschenbach aus kommentieren. Sascha allein in der Kabine. Danach ist er eiligst im Studiöli bei Salzgeber gefragt.

Ich mag zwar Arme-Leute-Essen wie Grünkohl mit Würstchen. Dem Arme-Leute-Fernsehen kann ich indes keinen Reiz abgewinnen. Die grösste Zumutung: Noch um Mitternacht unterbricht der Zwangsgebühren-Sender die Resümees mit Werbeblöcken. 

Gestern wurden sogar noch kurz vor Beginn des Elfmeterschiessens Spots und Trailers hineingepresst. Wo gibts es sowas sonst?

Wer am Bildschirm während dieser EM Spass haben will, schaut die Spiele bei ARD und ZDF, mit mitreissenden Kommentatoren wie Béla Réthy (ZDF), Tom Bartels (ARD) & Co. vor Ort. Von diesen erfahren die Zuschauer weit mehr als von den Schweizer Reportern. Ausnahme siehe oben.

In grossen top ausgestatteten Studios werden die Spiele von Superexperten hochprofessionell analysiert. Es sind Fans zugelassen. Bei der ARD werden sie zusätzlich von einer Band unterhalten.

Soll mir keiner kommen, die deutschen Sender hätten grössere Budgets. ARD und ZDF müssen längst massiv sparen.

455 10

6 Kommentare zu “Eine Schweizer Nacht in Bukarest: Nati hatte Torgasmus, SRF ist ein Ärgernis”

  • Guy Tiger sagt:

    Ignoriert SRF einfach und stellt euch vor, ihr bezahlt die Zwangsgebühren für einen anderen Sender eurer Wahl.

    61
    4
  • Fede sagt:

    Absolut richtig analysiert vom Redaktor.
    Ich rege mich schon längst auf über diese massiven und viel zu häufigen Werbeblöcke. Unglaublich wie die Zuschauer aufs extremste bedrängt werden mit immer sich wiederholender, marktschreierischer Werbung, welche wir dazu noch mit den absolut höchsten Konzessionen, subventionieren müssen.

    91
    1
  • Stefan Mueller sagt:

    Das einzige Rezept:
    1. Äss Ärr Äff nur einschalte, wenn es gar nicht anders geht.
    2. Kommentarfunktion auf aus!

    61
    2
  • Rolf Bolliger sagt:

    Um Beiträge in der polternden "Rundschau" oder die weltumspannenden Happy Days-Geldverteil-Sendungen zu finanzieren, wird halt im Sport oder bei den eigenen Samstagabend-Produktionen zünftig gespart! Die Manipulation und die globalisierte Denkweise muss unsere freiheitliche Gesellschaft umbauen und nicht gute und fachlich ausgewiesene Sportsendungen! Wie lange wird eigentlich die SRG in diesem Fahrwasser noch straflos agieren können?

    159
    2
    • Waldi Wick sagt:

      Im grossen un Ganzen hat René Hildbrand mit seiner Analyse schon recht. JEDOCH: Sowohl der eingebildete Selbstdarsteller Salzgeber, wie auch der Schreihals Ruefer gehören nicht an ein Mikrofon. Beide sind schlicht eine Zumutung für zivilisierte Fussballfans: Ohne Informationswert; einfach sinnlose Schnorris.

      17
      8

Schreiben Sie einen Kommentar

© Copyright 2021 - Weltwoche daily

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche-daily.ch dienen als Diskussionsplattform und sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird. Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels oder wo angebracht an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Persönlichkeitsverletzende und diskriminierende Äusserungen hingegen verstossen gegen unsere Richtlinien. Sie werden ebenso gelöscht wie Kommentare, die eine sexistische, beleidigende oder anstössige Ausdrucksweise verwenden. Beiträge kommerzieller Natur werden nicht freigegeben. Zu verzichten ist grundsätzlich auch auf Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen), wobei die Online-Redaktion mit Augenmass Ausnahmen zulassen kann.

Die Kommentarspalten sind artikelbezogen, die thematische Ausrichtung ist damit vorgegeben. Wir bitten Sie deshalb auf Beiträge zu verzichten, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Unzulässig sind Wortmeldungen, die

  • Nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommerzieller Natur sind
  • andere Forumsteilnehmer persönlich beleidigen
  • einzelne Personen oder Gruppen aufgrund von Rasse, Ethnie oder Religion herabsetzen
  • in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • verächtliche Abänderungen von Namen oder Umschreibungen von Personen enthalten
  • mehr als einen externen Link enthalten
  • einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Online-Redaktion behält sich jedoch vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Es besteht grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.