01. Juli 2021
Christoph Mörgeli

«Einfach nur traurig!»: Wie die Leser des Tages-Anzeigers über das Ausscheiden der deutschen Elf trauern müssen

Zuweilen geht die Kooperation des Tages-Anzeigers mit der Süddeutschen Zeitung doch etwas weit. Gestern mussten die Schweizer Leser des Zürcher Blattes dicke Tränen über das Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft an der Fussball-Europameisterschaft mitvergiessen.

«Einfach nur traurig», betitelte Martin Schneider von der Süddeutschen auch im Tages-Anzeiger die germanische Stimmungslage nach dem Ausscheiden gegen England.

Tieftraurig wäre hierzulande allenfalls die Tatsache, dass sich die Deutschen in der Schweiz ehrlich mit den Schweizern über deren Sieg gegen die Franzosen gefreut haben, aber auf entsprechende Gegengefühle nicht hoffen dürfen: Die meisten Schweizer unterstützten nicht die Deutschen, sondern die Engländer.

Können und sollen wir das unseren deutschen Freunden erklären? Es ist das alte Problem des erdrückend grossen Nachbarn. Es ist der ständige Druck der EU unter deutscher Hegemonie, die uns das Brexit-Land sympathischer macht.

Hinzu kommt: Der aktuelle Sieg gegen Frankreich war höchstens der zweitgrösste Triumph in der Schweizer Sportgeschichte. Der grösste bleibt der 2:1-Sieg gegen Grossdeutschland im Jahr 1941. Dieses erste und eigentliche «Wunder von Bern» geschah ausgerechnet am 20. April – an Hitlers Geburtstag.

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25 Kommentare zu “«Einfach nur traurig!»: Wie die Leser des Tages-Anzeigers über das Ausscheiden der deutschen Elf trauern müssen”

  • Rolf Bolliger sagt:

    Diese Tränendrüsen-Drückerei im "Tages-Anzeiger" gehört eben auch zur EU-Hörigkeits-Propaganda der Medien! Deutschland ist und bleibt in der EU das wichtigste Geldgeberland und somit auch das massgebende Druckmittel, gegen die erfolgreiche Schweiz. die einfach nicht in diese EU will! Der "Tagi" ist und bleibt die Zeitung mit dem grössten Medieneinfluss! Zum Glück begreifen immer mehr "Schweizer(innen)" , wie undemokratisch diese marode Macht in Brüssel Europa zur EU-Diktatur formen will!

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  • peterlinz sagt:

    Tagesanzeiger, Süddeutsche Zeitung und SRF/DRS sind gleich geschaltet. Letztere arbeitet mit allen linken Medien Deutschlands zusammen. Andere werden selten beigezogen. Das trojanische Ross beherbergt immer mehr linke Gleichgesinnte. Ebenfalls das blödsinnige Gegender mit der Kunstpause inmitten von gegenderten Wörtern wird übernommen. Eigenglich sollte man eine Volksinitiative starten um diesen Blödsinn zu verbieten. Aber die werden ja nicht immer umgesetzt.

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  • albert steinegger sagt:

    Meines Erachtens resultierte der grösste Sieg gegen das Grossdeutsche Reich an der WM 1938, wo die Schweiz die klar favorisierten Deutschen (kurz nach deren Annexion von Österreich) nach einem 1:1 mit einem 4:2 im Wiederholungsspiel rausgeworfen hatten. Dies zur grossen Freude der Franzosen. Das "Wunder von Bern" haben die Deutschen wahrscheinlich eher in guter Erinnerung; bezieht es sich doch in der Regel auf den überraschenden Erfolg gegen die Ungarn im Finale der WM 1954.

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  • Stefan Mueller sagt:

    Scheint sich trotz allem zu lohnen...für den widerlichen Coninx-Milliardärsclan!
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    Dass sich die dumpfe Linkschaotensumpf-Journaille als Feigenblatt für die Halunken-Heuschrecken-Tagesanlüger-Bosse mittels Ekel-Linksmüll prostituiert,
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    die Coninxe so jährlich zig Steuer-Mio. dazu noch widerlich erschlichene Corona-Milliönchen dank Berner linksradikalen/scheinbürgerlichen Volksgenossen abzocken, noch mit grossteutscher Besserwisserei und Arroganz anreichern! Als Signal für spätere EU-Knete?

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  • Papagallo sagt:

    Die "deutsche" Mannschaft hat ihren politischen Auftrag erfüllt: Kniefall und Regenbogen. Mehr durfte nicht erwartet werden. Milka-Werbung: "Unser Team hat sich echt gute Chancen erspielt". Also, ab jetzt nur noch Regenbogen und während des Spiels immer wieder den Kniefall einbauen? Die gewollte Politisierung, Ideologisierung des Sports mit diesem unerwarteten Erfolg hätte eigentlich deutlicher als Stolz in den Gesichtern erkennbar sein müssen. Ich freue mich für die Schweiz und England !

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  • Petersen sagt:

    Sollte es einmal wieder eine Deutsche Fußball-Nationalmannschaft geben, werde ich für die Meinen fiebern. "Deutschland vor, noch ein Tor!" - diese harmlose Begeisterung meiner Kindheit gilt doch heute als Rechtsextremismus.

    Seit etlichen Jahren gibt es für mich als Deutschen keinen Grund, Fan von "Die Mannschaft" zu sein. Der DFB hat mich, wie viele Deutsche, mit den albernen linkspolitischen Aktionen vertrieben.

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    • Alt-Badener sagt:

      Geschätzter Herr Petersen, Danke für Ihren Kommentar. Ich bin voll bei Ihnen. Dieses Land ist schon längst nicht mehr mein Land und wenn es beim Fußball noch nationale oder patriotische Gefühle gab, so wurden diese bei diesem Turnier endgültig begraben. Eigentlich wollte ich nach dem Kniefall den TV abschalten, aber der Wunsch, evtl. das Ausscheiden erleben zu dürfen, war größer. Was habe ich mich über die englischen Tore gefreut! Aber eigentlich schlimm, dass man aktuell so fühlen muss . . .

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  • Edmo sagt:

    Für den Tages-Anzeiger war es wirklich ein trauriger Tag. Die Deutschen produzierten sich als Weltmeister der Moral und sind am Fussball gescheitert. Das geht den moralisierenden Gutmenschen des Tagi natürlich an die Substanz. Ist es nicht eine Schande, dass schnöder Fussball an einer EM stärker gewichtet wird als politische Korrektheit? Und dass ausgerechnet die Guten nach Hause geschickt werden? Die Regeln sind neu zu schreiben, für Moral muss es extra Punkte geben.

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    • Der Michel sagt:

      Ich plädiere für eine neue Fußball-Regel: Wer am längsten kniet kriegt ein Tor Vorsprung. Und wer die schönste Regenbogenmontur trägt darf mit zwei Mann (pardon: Personen) Überzahl auf den Platz. Wahlweise müssen die kürzer knienden auf den Torwart verzichten - der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Auch nicht die Grenzen zum Wahnsinn - Grenzen kann man ja bekanntlich eh nicht schützen.

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      • markus.schudel@gmx.ch sagt:

        Und der Michel futiert sich weiterhin einen Dreck darum, dass wir hier ss statt ß verwenden, obwohl ich es ihm schon mehrmals geschrieben habe.
        Ja, ja, ist ein klitzekleines Detail, aber eben typisch für Deutsche. Kann man dann hochrechnen und findet dieses Verhalten auch in der EU. Der Michel hat recht und gut ist, schliesslich sind die ja das Gelbe vom Ei.

        Darum mag ich die nicht. Darum mag die keiner.

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        • Florence sagt:

          Mir passiert das auch hin und wieder. Grund: ausländische i-Phones sind so programmiert. Da kann es vorkommen dass ein deutsches Doppel-S hineinrutscht. Es ist einwenig mühsam, jedesmal zurückzusetzen, löschen und ein Schweizer Doppeltes S zu tippen. Also, nicht zu streng sein.

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          • Luther sagt:

            Sprache kann man einstellen. Es gibt keine länderspezifischen iPhones, nur länderspezifische Einstellungen.

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        • Realo100 sagt:

          Ich bin ja auch nicht der treuste Fan des nördlichen Kantons, aber Ihre Kritik ist doch einfach lächerlich. Unterlassen Sie doch bitte diesen Quatsch und beschränken Sie sich auf das Wesentliche. Mich stören Gender-Sternchen und dergleichen viel mehr......

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        • Der Michel sagt:

          Man muß (ich *liebe* das "ß") die Deutschen nicht mögen. Aber das Oberlehrerhafte, das man ihnen nachsagt, verkörpern Sie als - wie ich vermute - Eidgenosse (mit Doppel-S!!!) brillant - châpeau!

          Kleiner Tipp vom Rechthaber: Inhaltliche Diskussionen wären sinnvoller.

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          • markus.schudel@gmx.ch sagt:

            Ups, jetzt bin ich "offen und direkt" und sage, was mir nicht passt, und schon beginnen die beleidigten Leberwürste aus dem grossen Kanton mit der Zurschaustellung von Motschgrinden und der moralischen Zurechtweisung.

            Hab nicht anderes erwaret. Darum mag ich die nie. Darum mag die niemand niemals.

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        • schraegdenker sagt:

          Echt unterirdisch, dass man so eine Winzigkeit kritisiert und darauf dann sogar noch seine Antipathie gründet. Soll doch jeder so schreiben, wie er will und es gewohnt ist. Oder verstehen Sie den Text nicht, weil ein Doppel-S vorkommt? Das ist Intoleranz und Alltags-Rassismus vom Feinsten, finde ich.

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  • gian sagt:

    "Einfach nur traurig."
    @ Genosse Schneider vom Süddeutschen Volks Beobachter ; zeigen Sie Gelassenheit. Niederlagen schmerzen, vor allem gegen den Brexit-Engländer.
    Die Schweiz freut sich! Nichts Neues - bereits 1966 (Wembley-Final, nach dem 3. Reich das 3. Tor). Baseler Karneval: Büttenrede (Schnitzelbank): "Dr Hansli isch a Nätte, er tuat zum Herrgott bätte, lass d'Sunne schine, mach Friede uf Ärde, aber loss d'Schwobe ja nie Weltmeister wärde."

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  • Realo100 sagt:

    Jetzt fehlt nur noch ein REQUIEM auf die deutsche ELF

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  • markus.schudel@gmx.ch sagt:

    Wieso kriegt der Tagi Millionen-Subventionen von SP-Sommaruga, wenn er die Auslandabteilung quasi von der deutschen SüZ machen lässt? Bin ich voll dagegen. Das ist wie bei der deutschen "Swiss". Warum kriegt eine ausländ. Firma Subventionen, nur damit "Schweiz" draufsteht? Bin ich voll dagegen. Es gibt nur Geld, wenn man von hier ist.
    Und a propos Deutsche: Seit dem 2. WK sind wir unter den Fittichen der Weltmacht USA meist gut gefahren (ausser Banken). Das ist der Unterschied.

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  • Gonzo sagt:

    Wer Weltmeister der Moral ist, braucht gar nicht mehr zu gewinnen, er hat schon gewonnen.

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  • Rote Pille sagt:

    Die Deutschen wollten die europ. Woke-Mannschaft der Merkel-Bessermenschen sein und Deutschland endgültig rehabilitieren. England war hier als Bühne besonders wichtig, da die angelsächsi. Medien evtl. noch ein bisschen mehr darüber berichtet hätten. Vielleicht hätte der unlustige Quoten-Night-Late-Host Trevor Noah auf CNN die Merkel-Truppe auch noch gelobt (Bsp: "Africa has won the World Cup"). Man kann nur hoffen, dass das Aus dieser Mannschaft ein Vorzeichen für das Aus der Merkel-CDU ist.

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