06. April 2021
Wolfgang Koydl

Nach der «rassistischen Mathematik» nun die klassische Musik: Beethoven und Mozart geraten ins Visier der Woke-Culture

Es war nur eine Frage der Zeit, bis nach der «rassistischen Mathematik» ein weiteres Fach ins Fadenkreuz der Woken geraten würde: die «weisse Hegemonie» der Musik, die «entkolonialisiert» werden müsse. Schlecht für Mozart und Beethoven, weil sie in der «Periode der Sklaverei» wirkten.

Diese Überlegungen stellt die Universität Oxford an und beruft sich auf die Black Lives Matter-Bewegung. Demnach habe vor allem die Notation – fünf Linien mit Bass- und Violinschlüssel – ihre «Verbindung zu ihrer kolonialen Vergangenheit noch nicht abgestreift».

Die Notenschrift sei «ein Schlag ins Gesicht» farbiger Studenten, und die Verpflichtung zum Klavierstudium empfänden sie als «Qual». Weg damit. Künftig sollten mehr afrikanische Musik und Hip-Hop gelehrt werden, denn weisse Musik sei immer die «Komplizin weisser Vorherrschaft» gewesen.

Was wie ein Witz klingt, ist bitterer Ernst. Es ist Teil eines Angriffs auf Europa und auf alles, wofür der Kontinent steht. Er hat der Welt nicht nur Bach, Beethoven oder Berlioz geschenkt, sondern auch Demokratie, Freiheit und Menschenrechte. Kultur, nicht Barbarei.

PS: Soeben wurde bekannt, dass das Pariser Stadtmuseum römische Ziffern abschafft. Aus Louis XIV. wird Louis 14. Man wolle niemanden ausgrenzen.

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12 Kommentare zu “Nach der «rassistischen Mathematik» nun die klassische Musik: Beethoven und Mozart geraten ins Visier der Woke-Culture”

  • Tschoebi sagt:

    Tock-tock, der Irrsinn klopft an die Köpfe! Um mit Maslow zu sprechen: Viele - und hier vor allem die Jungen der westlichen Welt - haben nichts, aber gar nichts mit Grundbedürfnissen zu tun. Es geht uns noch immer zu gut....

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  • Janosh sagt:

    Wer stoppt endlich diese überheblichen, unreifen Grünschnäbel und Weltverbesserer. Der Kniefall vor den aus dem Kraut schiessenden MeToo-, BLM-,Woke-,Gender-, LGBTQIA-, Homo- und Transphobie-Bewegungen und wie sie alle heissen zeigt, wie dekadent ein Grossteil unserer Gesellschaft inzwischen geworden ist.

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  • Tenor sagt:

    Na klar, die Grundlagen der Musik werden in Zukunft mit Hip-Hop gelegt! Bravo!
    Und damit's niveaumässig aufgeht, beschränken wir uns für's Literaturstudium auf Comics. Und ein Architekturstudium geht mit Kartenhäusle bauen.
    Um das Niveau weiter anzupassen, lassen wir nur noch Behinderte und unter 16-jährige abstimmen. Das ist Wok-Kultur: Alles in die Pfanne!

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  • Scrocco sagt:

    Mozart, Beethoven, Scott Joplin, Don Shirley, Dave Brubeck, Duke Ellington, George Gershwin, Ray Charles, Geri Allen .... Sie alle würden sich im Grabe umdrehen. Ihr Ziel war in der Welt der Menschen nach dem göttlichen zu greifen. Egal, wie es kommt, diese Art von Musiker wird es immer geben - und die anderen wird die Zeit verschlingen.

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    • Meinrad Odermatt sagt:

      Vom "Ebenbild Gottes" zum hirnamputierten Nutzvieh einer (nicht existierenden) globalen Elite. Das ist doch ein gewaltiger Aufstieg in so kurzer Zeit! Wir brauchen dringend künstliche Intelligenz, denn von der natürlichen sind wir gerade dabei uns zu verabschieden. Wer hätte gedacht, dass aus gebildeten Bürgern (zähle mich dazu), die rund 20 Jahre zur Schule gegangen sind und auch so etwas wie Erziehung mitbekommen haben, ein solch "wehrloser Haufen von Affen" werden konnte. Ich versteh's nicht!

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  • johann6a sagt:

    Mir ist seit langem aufgefallen, dass es in Orchestern, die westlich-klassische Musik spielen, stets auch asiatische Musikerinnen und Musiker gibt, aber keine afrikanischen. Auch unter berühmten Solisten gibt es viele aus asiatischen Ländern. Dort hat man keine Probleme mit "white supremacy", sondern man orientiert sich leistungsmässig an den (einst) führenden westlichen Nationen, um diese möglichst zu übertreffen. Siehe dazu auch: https://www.volldaneben.ch/mozart-spielen-darf-sie-das/

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    • Edmo sagt:

      In manchen asiatischen Ländern ist klassische Musik sehr beliebt. Logisch, dass mittlerweile viele Asiaten auch als Interpreten an der Weltspitze mithalten. In Jazz-Formationen sind sie klar untervertreten. Wahrscheinlich haben die Asiaten diesen Groove einfach noch nicht für sich entdeckt. Sicher ist nur, dass Rassismus in der Musik nichts zu suchen hat. Nicht die Hautfarbe oder Herkunft der Musiker und Komponisten ist entscheidend, sondern deren Qualität. Diese Erkenntnis wäre echt Woke.

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  • Rolf Bolliger sagt:

    Neben den Einheitsmedien. treten seit einigen Jahren die Universitäten für eine völlige "Einheitsweltordnung" ein! Mit allen absurden und heuchlerischen Forderungen kämpfen die obersten Schulinstitutionen also gen einen latenten "Rassismus"! Das Wort "Rassismus" wurde und wird in St. Gallen selbstverständlich nie gebraucht, wenn 90% der vermummten Chaoten und Randalierer Migranten waren und sind! Beethofen und Mozart werden anderseits zu "Bösewichten" und kommen ins Visier der "Wok Culture!

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  • hape sagt:

    Und bald kommen die Hudigäggeler in s Visiier. Weil deren Ursprung bei den Älplern liegt, statt bei den Alpenden (irgendwo muss glaub noch ein * rein...).

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    • Edmo sagt:

      Wenn es rechtzeitig gelingt, die paar überlebenden Schweizer - erkennbar an Dialekt ohne Secondo-Slang - offiziell als Indigene registrieren zu lassen, gibt es für sie möglicherweise ein Reservat in den Hochalpen und dort dürfen dann sogar Hudigäggeler gespielt werden. Zumindest, wenn diese Musik von den Indigenen als unverzichtbares Heiligtum deklariert wird. Natürlich ist die Hoffnung eher gering, denn weisse Indigene sind von den rassistischen Antirassisten bis auf weiteres nicht vorgesehen.

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  • beatz sagt:

    Der Homo macht sich überflüssig, der sapiens ist gestorben! Erstmals in der Musik fiel mir deren "Chüblisierung" auf , als in vielen Eurpopäischen Ländern darüber diskutiert wurde die Zauberföte nicht mehr aufzufü¨hren, denn da tritt doch der böse Monastros auf, der ist schwarz und singt ua : ...weil ein Schwarzer hässlich ist..Die Oper wird zum Glück noch aufgeführt, mit einem weissen Monastros und wie ich annehme mit entkolonialisiertem Text !!

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