02. Dezember 2020
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Rolf Hürzeler

Fehltritt vor über vierzig Jahren – ist Eric Clapton für immer ein Rassist?

Er hat um Verzeihung gebeten – noch und noch. Er wird sich voraussichtlich weiterhin vergeblich entschuldigen. Der englische Musiker Eric Clapton hat 1976 während eines Konzerts volltrunken die Schwarzen im Publikum angepöbelt. Seither hängt dem Musiker die Etikette an, ein Rassist zu sein – obwohl sein Blues tief in der afrikanischen Tradition wurzelt.

Der Vorwurf ist wiederaufgetaucht, weil der 75-jährige Clapton seinen Musikerkollegen Van Morrison unterstützt. Dieser singt mit einem Lied gegen Corona-Restriktionen an, was als unanständig gilt. Meinungsfreiheit zählt nur für politisch korrekte Interpreten.

Auch Morrison kann sich seine letzten Lebensjahre vergeblich entschuldigen wie Clapton. Immer wird es heissen, Morrison habe mit dem Lied Schwarze einer tödlichen Krankheit ausgesetzt, wie einschlägige Medien behaupten.

Rockmusik hat ihre Wurzeln im Protest gegen eine Gesellschaft, die als ungerecht empfunden wurde. Dank der Toleranz dieser Gesellschaft konnte er sich schliesslich durchsetzen und ist heute im wörtlichen Sinn kulturell tonangebend. Doch Rockmusik hat, bitte schön, den Erwartungen der heutigen Meinungsmacher zu entsprechen.

Auch David Bowie oder Elvis Costello wurden des Rassismus bezichtigt. Wer genau hinschaut, wird bei vielen Rockern einen Fehltritt finden, der sich ausschlachten lässt – auf immer und ewig. Fehltritte waren einst das Markenzeichen der Rockmusiker.

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