15. Januar 2021
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Beat Gygi

EU-Forschungsprogramme bringen Milliarden – trotzdem kann die Schweiz getrost auf sie verzichten 

Die oberste Forschungsberaterin der Schweiz macht sich Sorgen um den Forschungsplatz Schweiz. Die Solothurnerin Sabine Süsstrunk, ETH-Professorin in Lausanne, Präsidentin des Schweizerischen Wissenschaftsrats und Verwaltungsrätin der SRG, sagt im Interview mit der NZZ, sie sehe für die Forschung ein «Superrisiko»: die Beziehung zur EU.

Süsstrunk sorgt sich ums weitere Mitmachen in den EU-Forschungsprogrammen. Bei Horizon 2020 (2014–2020, Budget 80 Milliarden Euro) war man dabei, fürs Folgeprogramm Horizon Europe (94 Milliarden Euro) ist es offen. Die EU verquickt die Frage mit dem Rahmenvertrag.

Was ist so begehrenswert an diesen EU-Programmen? Laut Süsstrunk verliert die Forschung an Bedeutung ohne Teilnahme an internationalen Projekten. Als schlagendes Argument gilt immer, die Schweiz hole via Finanzierung ihrer Forschungsprojekte jeweils mehr Geld aus dem Brüsseler Topf, als sie als sie in Form des Mitgliedsbeitrags einzahle.

Es geht so weit, dass der Bund den Wettbewerbsfähigkeits-Indikator WFI in der Forschung so definierte: «Die Fähigkeit der Forschenden eines Landes, kompetitiv vergebene Forschungsmittel zugesprochen zu erhalten.» Wettbewerbsfähig ist also, wer ein grosses Budget holt.

Das ist Forschungsbürokratie.

Erschreckendes Ergebnis: Talentierte Wissenschaftler verschwenden massenhaft Stunden fürs Schreiben von politisch genehmen Forschungsanträgen. Die wirklichen Resultate der Forschung dagegen werden kaum untersucht.

Aus diesem Bürokratiezirkel kann man füglich aussteigen. Die Spitzen-Hochschulen Europas liegen in Grossbritannien und der Schweiz, in dieser Kooperation kann man das Geld besser einsetzen.

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