04. Dezember 2020
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Wolfgang Koydl

Europa zeigt auf Schweden, Schweiz und die USA. Doch Europa hat deutlich mehr Corona-Tote zu beklagen als Amerika

Es war – im wahrsten Sinne des Worten – eine Totschlagszahl, mit der die Demokraten Donald Trumps angebliches Corona-Versagen anprangerten: 250000 – die Anzahl der Amerikaner, die der Seuche erlagen. Auch die Europäer zeigten immer wieder hämisch mit dem Finger auf den Corona-Leugner im Weissen Haus. Der Tod, ein Meister aus Washington.

Leider vergassen die Europäer in ihrer Schadenfreude das kleine Einmaleins, namentlich die Addition. Denn in Europa, das die Krise mutmasslich so souverän meistert, sind mehr als 400000 Menschen an oder mit Covid-19 gestorben, selbst wenn man den europäischen Rekordhalter Grossbritannien herausrechnet.

Dies ist nur ein Beispiel für den kindischen Wettbewerb der Nationen. Da stellt sich etwa die deutsche Regierung hin und fragt allen Ernstes, ob jemand in den letzten Monaten lieber anderswo gelebt hätte als im gesegneten Deutschland. Da hackt Europa einhellig empört auf die Gebrüder Leichtfuss ein – erst die Schweden, jetzt die Schweizer. Und da sind die Briten, die als erste die Zulassung eines Impfstoffes ausrufen. Brexit sei Dank, angeblich.

Entweder ist Covid-19 jene globale Bedrohung, als die sie dargestellt wird. Dann dürfte man erwarten, dass die Welt zusammenrückt. Oder Covid ist doch nicht so schlimm. Worauf das kleinliche Hickhack hindeutet. Aber dann sollte man aufhören mit der Panikmache.

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