24. Juni 2021
Wolfgang Koydl

Europas schwule Fussballer haben Angst, sich zu outen. Das ist der Skandal – nicht Ungarn

Was, wenn Shaqiri schwul wäre, Ronaldo sich outen würde? Wie würden Schweizer und Kosovaren, Juve-Fans und Portugiesen reagieren? Begeistert?

Sicher nicht. Denn während Politiker Schwule für billige Effekthascherei missbrauchen, ist Homosexualität im Fussball selbst das grösste Tabu.

Kein einziger aktiver Profi-Fussballer in Europa hat eine gleichgeschlechtliche Präferenz zugegeben – obwohl 800 deutsche Kameraden Anfang des Jahres in einem offenen Brief Hilfe zugesichert hatten, falls sie sich outen.

Einer widersprach: Der deutsche Ex-Nationalspieler Philipp Lahm warnte vor einem Outing. Weder Fans noch Mitspieler würden Homosexuelle tolerieren. Ihnen drohe sogar das Karriereende.

Das ist der eigentliche Skandal, im 21. Jahrhundert. Nicht der Umstand, dass frei gewählte Abgeordnete ein Gesetz über Sexualkundeunterricht verabschieden.

Schwule haben in Ungarn alle Rechte. Sie werden nicht verfolgt. Anders als in Katar, wo nächstes Jahr die WM stattfindet. Mal sehen, wie tapfer Europas Politiker dann die Regenbogenfahne schwingen werden.

466 5

8 Kommentare zu “Europas schwule Fussballer haben Angst, sich zu outen. Das ist der Skandal – nicht Ungarn”

  • Mueller sagt:

    Es ist halt nicht einfach , wenn Sportler beim gemeisamen nackten Duschen wissen, dass ein Kollege schwul ist. Dessen Blicke ruhen halt ,homosexuell bedingt , anders auf den Penissen , als bei den Heteros!

    119
    23
    • Buecherwurm sagt:

      Diese scharfe Grenze gibt es offenbar nicht! Diverse Betreiber von Pornoportalen melden übereinstimmend, 1/3 aller Clicks gelten Homo-Pornos. Entweder alle Schwulen sehen Tag und Nacht Homo-Pornos ODER ganz normale Männer sehen sich heimlich ab und an einen Homo-Porno an.

      34
      10
      • Juerg Schneeberger sagt:

        Mich schaudert es, wenn ich nur schon Ihre Aussage lese, wonach sich normale Männer und ich zähle mich zu den normalen Männern, sich heimlich ab und an einen Homo-Porno anschauen würden. Nein, sowas ist für mich so abstrus, dass ich selbst beim Schreiben dieser Wortes tiefen Ekel empfinde.

        55
        8
        • Juerg Schneeberger sagt:

          Korrektur: Worte

          14
          1
        • Buecherwurm sagt:

          Ich habe mich schon als Jugendlicher/Student gewundert, damals flogen beim Frisör, in Baubuden etc. sogenannte Arsch- und Tittenblätter herum, "Wochenend", "Praline" und wie das alles hiess, die sich eindeutig an ein männliches Publikum wandten, mit den ganzen weiblichen Nuditäten darin, es fehlten in keiner Ausgabe aber auch 2 bis 6 Bilder von nackten Männern und das machten die Magazine alle so.

          Die Tatsachen waren und sind anders als Sie sie sehen wollen.

          17
          4
          • Juerg Schneeberger sagt:

            @ Bücherwurm, ich sage nicht, dass es nicht so ist oder sein kann, ich bringe nur zum Ausdruck, dass für mich als Normalo das Konsumieren solchen Verhaltens eben eine ekelerregende Vorstellung ist.
            Ich hatte wärend meiner Berufstätigkeit sehr viel mit Schwulen Männern zu tun, was in den allermeisten Fällen gut funktionierte. Schwule sind für mich Menschen wie andere auch, solange diese ihr Gebalz nicht wie jetzt leider der Fall, permanent öffentlich zur Schau stellen. Dies empfinde ich als Ekel.

            36
            2
          • Buecherwurm sagt:

            Es muss wohl 2019 gewesen sein, da raschelte durch die Nachrichten, eine Gruppe ausgesprochen knackiger junger Männer hatte sich auf einem Kreuzfahrtschiff eingemietet. Benehmen einwandfrei, dann kam heraus, dass die in den Kabinen Schwulenpornos drehten. Ab dann ging nichts mehr, die bekamen ununterbrochen von männlichen Kreuzfahrtreisenden Avancen und Angebote gemacht, so dass der Kapitain die Gruppe nötigte, im nächsten Hafen in Nordafrika auszusteigen. . . .

            2
            3
    • Mark S. sagt:

      Ich möchte als Sportler auch nicht mit den Frauen Duschen obwohl ich nichts gegen Frauen habe. Wenn Schwule eine andere Garderobe nutzen wäre das doch ok.
      Das Outing hängt vielleicht mehr von technischen Sachen hab als von der Akzeptanz.

      18
      3

Schreiben Sie einen Kommentar

© Copyright 2021 - Weltwoche daily

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche-daily.ch dienen als Diskussionsplattform und sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird. Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels oder wo angebracht an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Persönlichkeitsverletzende und diskriminierende Äusserungen hingegen verstossen gegen unsere Richtlinien. Sie werden ebenso gelöscht wie Kommentare, die eine sexistische, beleidigende oder anstössige Ausdrucksweise verwenden. Beiträge kommerzieller Natur werden nicht freigegeben. Zu verzichten ist grundsätzlich auch auf Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen), wobei die Online-Redaktion mit Augenmass Ausnahmen zulassen kann.

Die Kommentarspalten sind artikelbezogen, die thematische Ausrichtung ist damit vorgegeben. Wir bitten Sie deshalb auf Beiträge zu verzichten, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Unzulässig sind Wortmeldungen, die

  • Nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommerzieller Natur sind
  • andere Forumsteilnehmer persönlich beleidigen
  • einzelne Personen oder Gruppen aufgrund von Rasse, Ethnie oder Religion herabsetzen
  • in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • verächtliche Abänderungen von Namen oder Umschreibungen von Personen enthalten
  • mehr als einen externen Link enthalten
  • einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Online-Redaktion behält sich jedoch vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Es besteht grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.