08. Oktober 2021
Nena Schink

Faszination alte weisse Männer: Warum ich mir vom feministischen Feindbild gerne die Welt erklären lasse

Mir ist es Beruf, Berufung und Vergnügen, weisse Männer über sechzig zu interviewen. Auch wenn ich sie lieber als alte, weise Männer bezeichne.

Ich werde nie begreifen, wieso zahlreiche Feministinnen sie in den letzten Jahren zunehmend zum Feindbild stilisiert haben.

Die deutsche Autorin Sophie Passmann schrieb gar einen Bestseller über dieses feministische Ärgernis.

Was die schrillen Frauenrechtlerinnen entsetzen dürfte: Meine spannendsten Gesprächspartner waren allesamt Männer, und allesamt in fortgeschrittenem Alter, ohne den Herrschaften zu nahe treten zu wollen.

Generell halte ich den Geschlechterkampf für überhitzt, und es fehlt mir in den Reihen meiner Generation an Demut: Demut vor Erfahrung. Demut vor Expertise. Demut vor dem Alter.

Übereifrige Feministinnen, die in der Gesellschaft Stempel verteilen, sind mir zu wieder, zu hysterisch.

Ich starte meinen Tag jetzt mit dem Podcast «Redezeit», wo die 32-Jährige Chefreporterin Franca Lehfeldt mit dem 80-Jährigen Kult-Journalisten Heiner Bremer das politische Geschehen diskutiert.

Prädikat: Hörenswert, weil – unter anderem – ein alter, weiser Mann dabei ist.

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15 Kommentare zu “Faszination alte weisse Männer: Warum ich mir vom feministischen Feindbild gerne die Welt erklären lasse”

  • Randy sagt:

    Nena Schink ist eine tolle Frau , mit pointierten Meinungen die sie auch gegen sogenannte Schwergewichte selbstsicher vertritt.Und last but not least : sehr gutaussehend und sehr wortgewandt . Sie bei Bild TV zu sehen und zu hören ist ein Genuss!

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  • mhol sagt:

    Wenn ich über das Thema des Verachtens nachdenke, komme ich zum Ergebnis: Das Verachten kann in letzter Konsequenz keine gute Idee sein. Möglich dass sich dieser Effekt geschickt nutzen lässt. Dann wäre da aber noch die Konsequenz mit der Resonanz. Verachten erfordert also adäquate Verdrängung. Verdrängung erfordert Kraft. Ist Verachtung nun eine Frage der Intelligenz? Vermutlich nicht so schlimm. Aber der von der aufgewendeten Intelligenz: da bin ich mir schon sicherer.

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  • Juerg Schneeberger sagt:

    Werte Frau Schink, mir fehlt in Ihrem Bericht das Wesentliche, nämlich die Demut von dem was sie tatsächlich erschufen.

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  • nebo sagt:

    Ich als Frau irgendwo in der Mitte fühlte mich schon immer von der 'Weisheit' des ge(ver)lebten Geistes angezogen. Und die findet man nun mal nicht in der Jugend sondern in der Erfahrung, die das Leben mit sich bringt.

    Man höre sich nur zb. TRUTH von Jordan Petterson an.
    https://www.youtube.com/watch?v=7R-FUA0ZBJc

    Feminismus hierzulande und in unserer Zeit ist in meinen Augen Folge einer Wohlstandsverwahrlosung. Und so denke ich, dass diese Frauen ein ganz anderes Problem haben: sich selber.

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  • TillhemWell sagt:

    Bildung und Intelligenz waren sich früher immer sehr nahe, heute sind beide einzel erhältlich, entweder mit dem Titel oder altersbedingt. Muss nicht, kann aber.

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    • mhol sagt:

      Kann nicht ganz folgen, auch wenn ich meine, eine Ahnung dafür entwickeln zu können, was die Aussage an sich nicht weniger fraglich macht. Bei der Intelligenz, ist die Frage, inwieweit dieselbe und in welchen Bereichen angelegt ist. Intelligenz lässt sich nicht erwerben. Bildung schon. Je weniger geistige Intelligenz anliegt, desto höhere Anforderungen sind an Fleiss und Wille gestellt.
      Fleiss und Wille lässt sich auch nicht erwerben, dazu konsequente Arbeit notwendig.

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      • mhol sagt:

        Heute lässt sich vielleicht besser täuschen? Dazu braucht es neben den Anforderungen im Bereich der Gesinnung (je tiefer die Gesinnung, desto übler darf die Täuschung anliegen) und da wird es schwieriger: einerseits je nachdem um was es geht, muss die Intelligenz hier völlig fehlen, an anderer Stelle braucht es die zum Akt der Täuschung erforderliche Minimaldosis an Intelligenz. Fazit: Kann es ehrenwerte Banker oder Politiker geben? Vielleicht in der Absicht. Kann sich der halten? Denkt mal nach

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    • holsderkuckuk sagt:

      Ganz genau. Intelligenz ist Grundbedingung um Bildung zu erlangen. Heute ist das ganz anders: Dank Bologna-Reform werden auch geistig Beinamputierte zu Hochspringern. Der hinterste Dorfpolitiker quakt im Chor der Bildungsfrösche: Bildung stärken! Quak Quak, aber sich ausserhalb des Sumpfes, in dem man sich wohlfühlt, umsehen und die Realität erkennen will man nicht. Die Schweiz leistet sich ein sehr teueres "Bildungswesen", aber die Zustände an den Schulen willl man nicht zur Kenntnisnehmen.

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  • Kangiluta sagt:

    Eigentlich würde BR Berset genau in dieses Beuteschema passen. Seine Eskapaden sind nun doch schon einige Zeit bekannt. Non si sente (man hört euch nicht). Warum? Alles Lug und Betrug!

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  • Edmo sagt:

    So wie der Neid das unfreiwillige Eingeständnis von Unterlegenheit ist, ist die Wut der Feministinnen auf die alten weissen Männer das unfreiwillige Eingeständnis, der Lebensleistung dieser verhassten Sorte Mensch nichts Adäquates gegenüberstellen zu können. Die übereifrigen, lauten und grossmäulig auftretenden Feministinnen machen sich mit ihrem Hass genau so klein und unbedeutend, wie sie wirklich sind.

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  • Max Casalegno sagt:

    Es sind nicht nur die Feministinnen, die uns ältere weise Männer verachten, sondern die ganze Gesellschaft. Ich bin 60. Letztes Jahr habe ich mein 3. Uni-Studium abgeschlossen. Ich beherrsche 6 Sprachen. Habe Dutzende von Projekten erfolgreich geführt. Ich war als 25-Jähriger schon Projektleiter. 2 Jahre am Bewerben, nur dumme gelogene Absagen von der Stange. Wenn ich sehe, was für kleine Lichter statt mir genommen werden... Dumme stellen nur Dumme ein...

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    • Edmo sagt:

      Die Jungen wollen immer früher übernehmen. Das ist normal. Leider ist es ein seltenes Glück geworden, wenn man die eigene Seniorität noch einbringen kann. Es gibt Junge in Führungspositionen, die uns Alte als erfahrenes Korrektiv schätzen und respektieren. Doch sie sind zur Ausnahme geworden. Die meisten Jungen wollen sich umgehend selbst verwirklichen, wenn sie an die entprechende Position gelangt sind. Dann werden die Alten einfach auf schnellstem Weg entsorgt. Kein Erfolgsmodell.

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      • Max Casalegno sagt:

        Das ist schon richtig, aber viel schlimmer. Es sind die Inquisitoren der HR-Abteilungen, die unsere Bewerbungen per Tastendruck in 10 Sekunden abweisen, nachdem sie Älter und Foto gesehen haben. Das Personalwesen ist die größte Scharlatanerie des Jahrhunderts.

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