07. April 2021
Roman Zeller

FCB-Stürmer Aldo Kalulu wird als «Bananenpflücker» beleidigt. Seine Reaktion macht ihn zum coolsten Spieler der Liga

Am Ostersonntag fand die Empörungspresse einen feinen Schoggihasen: Der dunkelhäutige FC Basel-Stürmer Aldo Kalulu wurde beim Heimspiel im Basler St. Jakobspark gegen Vaduz als «Bananenpflücker» denunziert. Hörbar, vor laufenden Kameras.

Während der Livesendung distanzierte sich das SRF vom «Rassismus-Eklat» (Blick), um nach dem Schlusspfiff schriftlich nachzudoppeln.

Der Tagesanzeiger sah die Welt bereits in der nächsten grossen «Black lives matter»-Debatte: «FCB-Stürmer rassistisch beleidigt» lautete die Top-Storie, die den täglichen Newsletter zierte. Sogar der «Umwelt-Notstand» in Florida war an diesem Morgen weniger knackig.

Viel Wirbel für eine Dummheit, die so offenkundig ist, dass sie sich selbst entlarvt. Das dachte sich Stürmer Kalulu. Auf Twitter vermeldete er: «Let’s move on», weiter geht’s. Der Stürmer wolle keine Zeit mit Idioten verplempern. So gesehen, ist er der coolste Stürmer der Liga, auch wenn er in dieser Saison nur dreimal traf.

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14 Kommentare zu “FCB-Stürmer Aldo Kalulu wird als «Bananenpflücker» beleidigt. Seine Reaktion macht ihn zum coolsten Spieler der Liga”

  • Buecherwurm sagt:

    Als Zugereister versuche ich mir die Reaktion vorzustellen, wenn ein Thurgauer als "Äpfelpflücker" bezeichnet würde. . . .

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    • bhueti sagt:

      Die bezeichnet man als "Mostinder" #NurSo. Bin selber im Thurgau aufgewachsen

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      • Buecherwurm sagt:

        Weiss ich, ich wohne zwar nicht im Thurgau aber im benachbarten St.Gallen, dass der Thurgau innerschweizerisch als Mostindien bezeichnet wird. Ich wollte aber der Brückenschlag zu der incriminierten Bezeichnung "Bananenpflücker".

        Ich erinnere mich noch an meine Anfangszeit in der Schweiz, an einen Artikel in der NZZ: "Der Thurgau, mehr als Traktorengebrumm und Apfelbäume"

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  • verena sagt:

    Die 5 mal gerade stehen lassen.
    Hand aufs Herz, wer hat nicht schon einmal etwas gesagt, was total deplaziert war? Ich denke jede(r), auch jene die jetzt eine Rassismus-Geschichte daraus machen.
    In diesem erneuten Rassismus-Klamauk, ist derjenige dern es angeht, nämlich Aldo Kalulu, der inteligenteste! >Let’s move on<!!!

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  • Santenbergler sagt:

    Zweifellos ist der Kommentar deplatziert und - je nach Kontext - beleidigend.
    In wenigen Wochen werden in Inseraten landesweit Erdbeer- und KirschenpflückerInnen gesucht. Bananen werden weltweit geschätzt und dank ebenso geschätzten BananenpflückernInnen landen sie auf unseren Tischen.
    Nun erhebt sich die unfehlbare (flat-earther und sexuelle Uebergriffe lassen grüssen) SRG erneut zur selbsternannten Moralinstanz um Rassismus zu proklamieren, wo keiner ist.

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  • Santenbergler sagt:

    "Wir wissen nicht, wer die Äusserung tätigte. Die SRG produziert diese Spiele, aber ich garantiere, die Aussage kam nicht von einem SRG-Mitarbeiter" wird der SRF-Moderator des Spiels wörtlich zitiert. Nun hat man aus dem völlig überfüllten Stadion einen Tag später einen "Schuldigen" ausgemacht.
    Wer sagt uns, ob nicht auch SRF-Mitarbeiter, die den Spruch mitgekriegt hatten, darüber gelacht hatten? Jedenfalls war die Reaktion des Moderators verdächtig vorschnell und jene der SRG fragwürdig.

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  • Juerg Schneeberger sagt:

    Um was für einen Haufen von von verblendeten, (man entschuldige meine Ausdrucksweise) „Klugscheissern“ es sich bei der SRF handelt, zeigt dieses Beispiel exemplarisch auf. Da wird ein emotionaler Ausrutscher eines Facharbeiters einer Auftragsfirma benutzt um gleich eine Kollektivstrafe über die ganze Firma zu verhängen, indem diese keine Aufträge mehr vom schlussendlich Steuerzahler finanzierten und quasi linken Staatsmoloch erhalten soll.
    Was für eine rassistische Augrenzung!

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  • T sagt:

    Man kann es auch anders sehen. Was wären unsere Fussballclubs ohne die vermeintlichen "Bananenpflücker"? Nichts und nochmals nichts! Man stelle sich das hölzerne Gestampfe auf dem Platz vor, ohne die virtuose, geschmeidige Spielfreude fremdländischer Talente. Die wandern ja nicht in die Sozialwerke ein, oder fahren mit Lastwagen in Weihnachtsmärkte. Die bereichern und erfreuen unsere Gesellschaft, indem sie etwas leisten.

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    • olive sagt:

      @T
      Sie haben recht, aber Ihnen ist bewusst, dass "virtuose, geschmeidige Spielfreude fremdländischer Talente" positiver Rassismus ist?
      Man kann heute seine Worte nicht genug auf die Goldwaage legen..

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  • jjg sagt:

    Interessant aber schon, dass der rassitische Kommentar von einem SRF Angestellten gekommen ist. Gerade von dort, wo uns in jeder Sendung Moralin und Propaganda gegen Rechts entgegenschallt.

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  • markus.schudel@gmx.ch sagt:

    Das nennt sich Kreation eines Fake Events.

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  • Mens Sana sagt:

    Habe ich da etwas nicht richtig verstanden/gehört???
    Fehlende johlende Fans im vollen Stadion????
    Sollte wohl einer der beisitzenden Journalisten über die Stränge geschlagen haben als er sich über einen Fussballer lustig gemacht hat?
    Und/oder einer der Spieler???
    Ein Schelm wer was anderes denkt 🤔🤔🤔😂😂😂

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    • Silvio Valentino sagt:

      Der Übeltäter ist ein Techniker eines externen Unternehmens, das für die SRG mit der Liveproduktion beauftragt war. Ganz dumme Aktion, sehr coole Reaktion von Kalulu. Etwas weniger cool war jene der SRG. Sie wird gemäss ihrer Mitteilung das Auftragsverhältnis mit der Firma aufkündigen und in Zukunft keines mehr eingehen. Welche Überreaktion! Da wird eine ganze Firma bestraft für das verbale Entgleisen eines Mitarbeiters, das man auch individuell hätte ahnden können. O tempora, o mores!

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      • Santenbergler sagt:

        Wetten dass das "externe Unternehmen" mit SRG beschriftet war. Aber wehe, wenn beim Monopolisten was unrund läuft, sind es plötzlich Externe. Das müsste schon noch etwas genauer präzisiert werden, sonst ist die Vermutung, dass da möglicherweise etwas konstruiert worden ist , nicht völlig abwegig . . .

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