30. Juni 2021
Thomas Renggli

Federers letzter Tanz in Wimbledon ist ein historisches Ereignis. Der Basler beweist, dass er noch immer die wahre Nummer 1 ist

«Aaah», «Oooh», tosender Applaus.

Das Publikum auf dem Center Court in Wimbledon erlebt am Dienstag nochmals magische Federer-Momente: ansatzlose Stoppbälle, Volleys aus dem Handgelenk, Services wie Schläge mit einem Präzisionshammer.

Adrian Mannarino ist zwar weder Novak Djokovic noch Rafael Nadal, aber der Franzose fordert dem Schweizer alles ab. Und genau da liegt der grösste Verdienst von Federer im Herbst seines Spitzensportler-Daseins.

Statt wie Narziss in der griechischen Mythologie das eigene Spiegelbild anzuhimmeln und in Selbstliebe zu verharren, müht er sich auch an der Schwelle seines 40. Geburtstags noch durch die Knochenmühle des Profi-Tennis.

Er tut es nicht mehr mit der Lockerheit des Serien-Siegers und schon gar nicht mit der Überzeugung des Weltranglisten-Primus.

Doch Federer bleibt auch als Nummer 8 des Ranking die grösste Attraktion im Zirkus. Nirgends wird dies deutlicher als in Wimbledon, wo er in der Startrunde nach drei Sätzen bereits auf dem Weg ins Rentnerdasein scheint, aber auf grandiose Weise zurückfindet und am Schluss auch von der verletzungsbedingten Aufgabe seines Gegners profitiert.

So geht die schönste Geschichte im Schweizer Sport noch weiter – zumindest ein paar Tage.

Wir sollten jeden Moment in vollen Zügen geniessen. Denn einen wie Roger wird es im Land der Schwinger-Könige und Ski-Prinzessinnen so schnell nicht mehr geben.

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5 Kommentare zu “Federers letzter Tanz in Wimbledon ist ein historisches Ereignis. Der Basler beweist, dass er noch immer die wahre Nummer 1 ist”

  • scavenger sagt:

    Seine Werbeauftritte finde ich ziemlich peinlich, als Tennisspieler ist er super.

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  • Renato71 sagt:

    Ich bin im Zwiespalt. Grandios sind die sportlichen Leistungen von Roger Federer. Grösstes Ausgängeschild der Schweiz in der Welt. Bei jedem Punkt litt ich am TV mit, wenn es gegen seinen Erzrivalen Djokovic ging. Djokovic hat sich klar für eine Freiheit in der Impfenententscheidung eines jeden einzelnen ausgesprochen, während die Roger Federer Fondation auf der Liste des WEFs gelistetet ist. Ich bin im Zwiespalt.

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  • Reutimann Werner sagt:

    Zu schön wär's, den Roger Federal nochmals zuoberst auf dem Podest zu sehen. Neben dem wunschvollen Denken sei ihm herzlich gewünscht, dass er einen würdigen Karriere-Abschluss erleben darf. Mit stehenden Ovationen und Glückstränen im Gesicht.

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  • Pablo sagt:

    Ein toller Typ dieser Feder, nur wenn ich seinen Gesang in einer Reklame höre, muss ich sofort umschalten.

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