06. Oktober 2021
René Hildbrand

Fernsehen für Spät-Pubertierende: Nervige Duzis-Dekadenz beim Regional-Fernsehen TeleZüri

Die Du-Unkultur begann, als Roger Schawinski 1994 anfing, Fernsehen zu machen. Er wurde von jedem Tölpel, der in seine Sendung anrief, geduzt. Die Zuschauer meinten, das Du gehöre zum Piraten-Vokabular. «Hoi Roger», «Hoi Markus» (Gilli),«Hoi Hugo» (Bigi).

Inzwischen wird die Brüderschaft in TeleZüri und den Partnersendern von Oliver Steffen gepflegt. Er tut das mit seinen Gästen. Am Montag ging es in TalkTäglich um den von Klima-Aktivisten blockierten Verkehr in der Zürcher Innenstadt.

Es war eine junge Frau von Extinction Rebellion eingeladen. Sie gehört zum «Fürsorge-Team» der extremen linken Bewegung. Es zeigte sich rasch: Die Bündnerin hat keinen blassen Schimmer von einer schwachen Ahnung. Nach eigenen Worten liebt sie es einfach, «Radau» zu machen.

Der zweite Gast war SVP-Nationalrat Benjamin Giezendanner. Ein Politiker muss gierig nach Aufmerksamkeit sein, wenn er für eine Geschwätz-Wettbewerbli mit einer inkompetenten Aktivistin im Feierabend-Verkehr von Rothrist nach Zürich fährt. Vielleicht liegt es an der Partei. Oder am Kanton.

Der frühere SVP-National- und Ständerat Maximilian Reimann war mal TV-Ansager. Seine Kollegen sagten ihm nach, er wäre für einen 15-sekündigen Kamera-Auftritt morgens um drei Uhr bei Eisregen von Gipf-Oberfrick an den Leutschenbach gefahren.

Steffen war sichtlich angetan von seinem neuen Du-Gspänli. Gleich zu Beginn sagte der ungeschickte Chefredaktor in ihre Richtung: «Es ist ja nicht schlimm, es gab ja keinen Verkehrskollaps.» Mit seiner mangelnden Distanz macht sich der Moderator unglaubwürdig.

Markus Gilli wird schmerzlich vermisst. Im April war Steffen dafür verantwortlich, dass sich seine Kollegin blamierte. Diese musste mit zwei Cracks über den Greensill-Skandal und die CS talken. Die Gäste waren Peter V. Kunz, Professor für Wirtschaftsrecht, und Lukas Hässig, Herausgeber von Inside Paradeplatz. Die Moderatorin war heillos überfordert.

Beim SonnTalk gibt es neben Steffen zum Glück noch Patrik Müller. Der CH-Media-Chefredaktor siezt seine Gäste. Die deutsche TV-Koryphäe Günter Jauch hat einmal gesagt: «Mich dürfen nur Kinder und Thomas Gottschalk duzen.»

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17 Kommentare zu “Fernsehen für Spät-Pubertierende: Nervige Duzis-Dekadenz beim Regional-Fernsehen TeleZüri”

  • magichamlet sagt:

    Es ist nicht wichtig wie viele Leute auftauchen, sondern was es für Bilder gibt. Das einzige wo diese Aktivistin etwas verloren hat, ist auf Instagram. Wenn nicht die Leute die man erreicht und deren Meinung man vertritt wichtig ist, dann versteht man nicht was Demokratie ist. Keine macht dem Klimafaschismus!

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  • Isaac sagt:

    Der heillos überforderte Sreffen läd die immer gleichen Schmalspurpolitiker ein. Nicht mehr schauen hilft.

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  • Realo100 sagt:

    Da hat sich offenbar jemand den Spaß erlaubt, die meisten Beiträge nicht zu liken…sind hier etwas linke Hacker am Werk????????

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    • Melanie sagt:

      Sieht so aus, ja. Extrem auffällig. Deshalb gar nicht beachten.

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    • Eulenlaender sagt:

      Aufgrund des bisherigen Datenmaterials gehe ich davon aus, dass es ein paar Leute gibt, welche sich die Zeit nehmen, Mehrfach-Likes zu verteilen, meistens auf der "rechten" Seite. Dann dürfte es noch ein Botscript geben, mit dem man einzelne Kommentare ansteuern kann, welches 35 Likes oder Dislikes auf einen Schlag vergibt. Auch dieses wird von der "rechten" Seite eingesetzt, welche aber gelegentlich einen Fehler macht. Diese Annahmen könnten sich bei weiterer Analyse auch in Luft auflösen. 😉

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  • Marlisa Schmid sagt:

    Dieses infantile DU nimmt leider in allen Bereichen überhand. Auch Apple, Twitter, in Werbespots, in Geschäften... wird man mit DU angequatscht, egal welchen Alters man ist. Im TV jedoch ist das völlig daneben. Umso erstaunlicher, dass SRF diese Unart bisher noch nicht praktiziert, mit Ausnahme von Schawinski, der ja inzwischen abserviert wurde. Noch schlimmer als das DU allerdings ist die abartige Gendersprache, die wir täglich im SRF bis über die Schmerzgrenze hinaus erdulden müssen.

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  • Peter Rossa sagt:

    jeder TV-Apparat oder dessen Fernbedienung hat doch einen Knopf, um solchen Mist zu beenden.

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  • Benedikt Ramseier sagt:

    Ich möchte mich auch nicht von jedem Tölpel duzen lassen. Aber leider verbreitet sich diese Masche je länger desto mehr. Ob bei gewissen Online-Shops, Providern, Verkehrsdurchsagen am Radio....Es ist eine Respektlosigkeit die sich gegen das Individuum richtet und es entwertet. Die Nazis haben ihre Gefangenen auch geduzt, um sie zu erniedrigen.

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    • Realo100 sagt:

      Früher war es sogar Sitte, die eigenen Eltern zu siezen…

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    • M sagt:

      Genau, es ist eine Respektlosigkeit. Im Spanischen wird (leider auch immer weniger) zwischen "usted" und "tu" unterschieden. Die höfliche, respektvolle Anrede usted kommt von "vusted", abgeleitet von "vuestra merced" (euer Gnaden). Usted wird heute fast nur noch gegenüber älteren Personen und im Umgang mit Behördenvertretern verwendet. Selbst Banken und Versicherungen schreiben einen mittlerweile mit dem anbiedernde "tu" an.

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  • katarina graf sagt:

    Ich frage mich, warum man überhaupt TeleZüri einschaltet. Das grenzt doch schon an Wahnsinn und an Masochismus, sich diese bescheuerten Beiträge anzuschauen.

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    • Melanie sagt:

      Da bin ich nicht einverstanden. TeleZüri ist immerhin und trotz allem noch Lichtjahre besser als SRF. Ganz unsäglich finde ich allerdings, dass auch TeleZüri dauernd diese elenden Bilder von gezoomten Spritzensetzungen und Interviews mit Löli-Lappen zeigen muss. Da muss ich jeweils auch weg- oder abschalten.

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  • Melanie sagt:

    Ja, Markus Gilli und seine journalistischen Haltungen fehlen wirklich. Andererseits hätten seine Nachfolger bei TeleZüri ja jahrelang Gelegenheit gehabt, all das, was Gilli so super gemacht hat, zu lernen, abzuschauen, nachzumachen. Warum tun die das nicht?? Markus Gilli war es ja, der TeleZüri wirklich gut, objektiv, ausgeglichen und überaus sehenswert gemacht hat (nein, nicht Schawinski!)

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  • olive sagt:

    Irgendwie passt das zur übrigen Infantilisierung der Gesellschaft.
    Kinder an die macht und duzen.

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  • Rolf Bolliger sagt:

    Die Bündnerin habe keine Ahnung, um was es in der Zürcher Strassenblockade eigentlich gehe, sie liebe es einfach "Radau zu machen"! Ja. diese Chaotin ist wenigstens ehrlich! Aber diese Aussage noch durch den Moderator mit dem Satz zu beschönigen: "Es ist ja nicht schlimm, es gab ja keinen Verkehrskollaps" Zitatende des Chefredaktors Steffen, gibt eigentlich einen ungetrübten Einblick in die Welt der heutigen völlig linksideologischen Journalisten!

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  • VP-Falger sagt:

    Eine erneut Gebühren-Abschaffungsinitiative ist dringend fällig geworden. Dieses Bashing-Fernsehen ist kaum mehr auszuhalten.

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