10. Juni 2021
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Cora Stephan

Frauen hätten in der Pandemie viel mehr Verantwortung für die Kinder übernommen, klagt die deutsche Familienministerin. Na und?

Die SPD beansprucht, so einst Kanzler-Kandidat Olaf Scholz, die Lufthoheit über den Kinderbetten. Schliesslich ist das Private politisch! Also auch das Eheleben «unserer Menschen».

Nach ihrer Vorgängerin Franziska Giffey beklagt auch die jetzige SPD-Familienministerin Christine Lambrecht, dass Frauen in Corona-Zeiten «viel mehr die Verantwortung übernommen haben», etwa fürs Homeschooling der Kinder. Es müsse jedoch auch in Pandemie-Zeiten «eine faire Verteilung der Aufgaben» geben, da müsse die Politik aufklären, «damit es in den Köpfen ankommt».

Ob über eine «faire Verteilung» die Betroffenen nicht besser selbst entscheiden?

Könnte es nicht sein, dass auch Frauen gegen die nun schon seit Jahrzehnten gegeisselte «geschlechtsspezifische Arbeitsteilung» gar nicht so viel einzuwenden haben, wie besorgte Funktionärinnen vermuten?

Weibliche Karrieren scheitern nicht an den Männern, sondern vor allem an den Frauen selbst, die einfach nicht tun, was die SPD für richtig hält.

Viele ziehen ihre Kinder der Karriere vor. Warum? Vielleicht, weil sie «der gebärende Elternteil» sind?

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9 Kommentare zu “Frauen hätten in der Pandemie viel mehr Verantwortung für die Kinder übernommen, klagt die deutsche Familienministerin. Na und?”

  • Melanie sagt:

    Die Kinder einer Karriere vorzuziehen macht ja auch viel mehr Sinn und Freude. Für die meisten Mütter zumindest. Arme Kinder, echt, die ein gebärendes Elternteil abgekriegt haben oder noch abkriegen, bei dem es umgekehrt ist - bei dem es neben der Karriere der Gebärerin halt eben nur die zweite oder dritte Geige spielt. Du meine Güte! Ich bin sowas von froh, dass ich noch eine RICHTIGE Mutter hatte (bei der die Arbeit an 2. Stelle stand) und auch selber eine RICHTIGE Mutter war/bin (Arbeit dito)

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  • olive sagt:

    Diese Überheblichkeit der Politiker regt mich auf. "Abholen, wo sie stehen" , "in die Köpfe hineingeht", "die Menschen" , nicht etwa die Bürger usw.usf.
    Was glauben die eigentlich, "die Menschen" seien eine homogene Masse und ihnen auf jeden Fall unterlegen?

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  • Guy Tiger sagt:

    Wunderbar: "... der gebärende Elternteil..." einfach köstlich.

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  • Edmo sagt:

    Die Familienminsterin beklagt sich zurecht. Der Staat bläht sich jeden Tag mehr auf, weiss alles besser und macht alles richtig. Doch kaum ist Pandemie, schon haben Familien die Frechheit, sich ungefragt selbst zu organisieren. Wo soll das denn hinführen? Trotz hoher Staatsschulden wird wohl ein massiver Ausbau des Familienministeriums nicht zu vermeiden sein. Die unausstehliche Eigenverantwortung in Familien muss endgültig ausgerottet werden! So will es der heilige Zeitgeist.

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  • markus.schudel@gmx.ch sagt:

    Frauen besser? Welch ein Irrtum! Deutsche Frauen hatten bereits 2018 das Wahlrecht - aber den Nationalsozialismus wendeten auch sie nicht ab...

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  • Mueller sagt:

    Nach meiner bescheidenen Lebenserfahrung ist das mütterliche Gen nun mal nur in den Frauen enthalten! Da kann sich der Vater noch so Mühe geben, er wird nie wie die Mutter sein können! Liebe Gleichmacher merkt Euch eines, die Natur ist viel stärker als Eure intellektuellen Ergüsse!

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