18. Januar 2021
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Wolfgang Koydl

Friedrich Merz, Deutschlands Donald Trump?

Deutschlands Christdemokraten haben ein Trump-Problem: Friedrich Merz. Wie der US-Präsident verfügt auch der als Parteichef gescheiterte CDU-Mann über zahlreiche Unterstützer, die treu zu ihm stehen. Mit der Wahl von Armin Laschet zum neuen CDU-Chef werden sie sich ebenso wenig abfinden, wie sie dessen Vorgängerin Annegret Kramp-Karrenbauer akzeptierten.

Laschet errang alles andere als einen überzeugenden Sieg – wenig über 50 Prozent. Merz lag knapp dahinter, was bemerkenswert ist, weil es sich bei Parteitagsdelegierten vorwiegend um ausgesuchte Mandatsträger handelt, die ihre Position letztlich ihrer Loyalität zur Parteiführung und zur Kanzlerin verdanken. Hätten die Parteimitglieder über den neuen Chef abstimmen dürfen, wäre Merz der Sieg sicher gewesen.

Denn obwohl er der älteste der drei Bewerber war, ist er der einzige, der für einen Neuanfang steht: den Bruch mit der Ära von Angela Merkel, die 18 Jahre lang die Partei und 15 Jahre das Land führte.

Einen solchen Bruch will nicht nur ein grosser Teil der Partei. Auch vielen CDU-Wählern ist die Partei in den Merkel-Jahren zu sehr in links-grünes Gewässer abgedriftet. Sie wollen, dass die Union wieder erkennbar konservativ ist. Laschet wird und will ihnen das nicht bieten.

Merz mag gescheitert sein, aufgeben wird er nicht. Darauf deutete seine erste Reaktion nach der Niederlage an. Er forderte den Posten des Wirtschaftsministers in der Bundesregierung – jetzt gleich. Dieses Selbstbewusstsein hat Trump'sches Format.

Dass Laschet ihn nicht zurecht wies, zeigt, wie lasch der neue Chef ist.

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