05. Februar 2021
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Beat Gygi

Die NZZ verharrt in der Froschperspektive – und zeigt dabei anschaulich, warum der Rahmenvertrag mit der EU nicht zur Schweiz passt  

Meistgelesener Artikel in der NZZ ist am Donnerstag das Interview mit dem Unternehmer Alfred Gantner zu Schweiz-EU. Gantner ist Exponent der neuen Bewegung «Kompass/Europa», die den Rahmenvertrag bekämpft. Im Interview zeigt er Skepsis gegenüber der EU und nennt den Euro einen Fehler.

Dann kommt von der NZZ die Entgegnung, die einen aus den Socken haut:

«Beim Rahmenvertrag geht es nicht um die Frage, ob die EU auf dem richtigen Weg ist, sondern darum, wie die Schweiz sich den Marktzugang in ausgewählten Bereichen sichern kann.»

Ihre Optik: Sich an die EU binden hat Priorität – in welche Probleme die angebundene Schweiz dann geraten kann, ist unwichtig.

Die NZZ spricht für viele. Diese Froschperspektive beherrscht Medien, Bundesverwaltung, Economiesuisse, Swissmem, Diplomatie: Lieber andern folgen, als eigene Wege gehen.

Für ein paar schnelle Exportfranken und diplomatische Streicheleinheiten aus Brüssel wollen sie der EU die Kontrolle über unsere Demokratie übergeben.

Wie passt das zur Schweiz? Schlecht. Der Rahmenvertrag ist für Leute, die angestellt sein wollen, nicht für Selbständige.

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4 Kommentare zu “Die NZZ verharrt in der Froschperspektive – und zeigt dabei anschaulich, warum der Rahmenvertrag mit der EU nicht zur Schweiz passt  ”

  • GGS_Basel sagt:

    gewisse schweizer sind langsam am verblöden. gelassenes abwägen und gesunder menschenverstand bleiben auf der strecke. und jetzt noch das sog. rahmenabkommen, dieser KOLONIALVERTRAG. helvetia, quo vadis!

    GGS Basel, Weltwoche daily, 09.02.2021

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  • Edmo sagt:

    Man muss schon ein sehr verschobenes Weltbild haben, um das verzweifelte Aufspringen auf ein sinkendes Schiff als oberstes Gebot zur Wahrung der Sichterheit einzustufen. Die Mehrheit unserer Journalisten und Politiker ist offensichtlich nicht mehr in der Lage, den sie leitenden Schwachsinn zu erkennen.

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  • rolf.kielholz sagt:

    Für einen einstmals überzeugten NZZ-Leser ist es nur zu verständlich, dass einer der wenigen hochangesehenen und kompetenten Wirtschaftsredaktoren wie Beat Gygi glücklicherweise zur WW gewechselt hat !

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  • Werner Laube sagt:

    Die Schweiz arbeitet erfolgreich mit vielen Volkswirtschaften der Welt zusammen. Warum nur sollten wir für die Zusammenarbeit mit der EU „Eintritt“ bezahlen und politische Bedingungen übernehmen, die unsere Volksdemokratie schwächen?

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