06. Mai 2021
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Christoph Mörgeli

Für Markus Söder von der CSU ist das Klima die nächste «pandemische Herausforderung». Was wohl Franz Josef Strauss dazu sagen würde?

Ehedem regierte in der bayerischen CSU der barocke Landesfürst Franz Josef Strauss. Ein bisschen autokratisch, zugegeben, und ein bisschen wollte er möglicherweise auch persönlich an seinem blau-weissen Wirtschaftswunder-Freistaat profitieren.

Doch eines wusste Franz Josef Strauss ganz genau: Erfolg hat mit Leistung zu tun, mit harter Arbeit, mit Marktwirtschaft und mit der persönlichen Freiheit der Bürgerinnen und Bürger. Eindringlich hat Strauss seine Anhänger rechts der Mitte – und rechts von der CSU duldete er niemanden – gewarnt vor den rot-grünen Rezepten, die Wohlstand und Selbstbestimmung vernichten.

Mittlerweile beherrscht die CSU als Strauss-Enkel ein gewisser Markus Söder. Dieser twittert: «Der Klimawandel ist nach Corona die nächste pandemische Herausforderung. Wir wollen in Bayern vorangehen und bis 2040 klimaneutral sein.» Söder kann gar nicht genug kriegen von der Pandemie. Er will seine Bayern nicht aus dem Kerker seiner Vorschriften und Gängelungen entlassen.

Als Franz Josef Strauss vom «rot-grünen Narrenschiff namens Utopia» warnte, konnte er eines nicht ahnen: Dass der CSU-Chef dieses Narrenschiff kapern und dort Kapitän spielen würde.

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11 Kommentare zu “Für Markus Söder von der CSU ist das Klima die nächste «pandemische Herausforderung». Was wohl Franz Josef Strauss dazu sagen würde?”

  • Buecherwurm sagt:

    Franz Josef Strauss hätte sich als erstes und alleinigt gefragt, wobei ER den meisten Reibach macht, das wat ein Korruptokrat wie alle Anderen in Führungspositionen.

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  • Alt-Badener sagt:

    Welch ein riesiges Glück, das es die WELTWOCHE gibt! Bedauerlicherweise kann ich mir kein Abo leisten, aber das tägliche brillante "daily" und die angehängten Kurzberichte mit den erfrischenden Inhalten und Kommentaren machen das Leben in dieser einstmals tatsächlich lebenswerten Bundesrepublik noch erträglich. Täglich freue ich mich darauf. Wie tief dieses Land (Deutschland) journalistisch und medial gesunken ist erkennt man an der Tatsache, dass es kein deutsches "WELTWOCHE daily" gibt.

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  • Josef Hofstetter sagt:

    Schade um Bayern, ich war während vielen Jahren sehr oft beruflich und auch privat in Bayern, diesem sehr schönen Land mit einer zuvorkommenden Bevölkerung. Ich kann mich sehr gut an Franz Jose Strauss erinnern, der uns an einer Messe in München regelmässig besuchte. Von Söder habe ich eigentlich etwas anderes erwartet, er ist leider nur ein Machtmensch, der glaubt für seine Karriere, alle anderen belehren zu müssen. Nach Stoiber leider die grosse Veränderung.

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  • Stefan Mueller sagt:

    Mit etwa der gleichen Gesitk, mit der gleichen simplen Aussprache, mit der gleichen Wendigkeit und dem gleichen Opportunismus gelang es doch schon mal einem in Bayern, die Welt zu verbessern....O.k. das war damals ein Postkartenmaler, und nicht ein kleiner billiger Provinz-Postillen-Schwätzer¨!

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  • Hans Peter sagt:

    Die Frage, die sich mir schon seit Monaten täglich stärker aufdrängt: wo bleibt die Selbstachtung der bayrischen Bevölkerung, einen solch machtgeilen Stritzi wie Egomane Söder weitgehend unwidersprochen gewähren zu lassen, anstatt dass ihn längst deutlich in die Schranken gewiesen, oder besser noch mit Schimpf und Schande aus dem Amt gejagt zu haben.
    "Freistaat Bayern": ein Hohn?

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  • Edmo sagt:

    Söder ist der Prototyp des Machtmenschen. Macht über Menschen zu haben, ist für ihn das wichtigste Lebenselixier. Das rotgrüne Narrenschiff ist in Zeiten der fortgeschrittenen Dekadenz das optimale Vehikel zur Verwirklichung von Machtgelüsten. Es wäre ein Wunder, wenn Söder darauf nicht anspringen würde. Wir haben es längst geahnt. Der Corona-Wahnsinn ist nur das Trainingslager für die kommende Öko-Diktatur. Deutschland merkt wieder einmal nicht, wie es rasant in den Totalitarismus abgleitet.

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