13. Januar 2021
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Beat Gygi

Gefährlicher Irrweg: Warum ein Lockdown auch diesmal falsch ist

Auf breiter Front kam Bundesrat Berset am Dienstagabend in den Medien mit der Meldung, er fordere tags darauf in der Bundesratssitzung den Lockdown. Vor allem Blick und Tamedia-Portale halfen bei der Einstimmung des Publikums. Wie sehen die Entscheidungsgrundlagen aus? Die Mutationen des Virus seien gefährlich, strengere Schliessungen von Läden, Homeoffice-Pflicht, absolute Maskenpflicht und weiteres würden nötig, wird aus Bern zitiert.

Es gibt andere Entscheidungsgrundlagen, die klarer sind. Gerade erschien ein Papier des renommierten Stanford-Forschers John Ioannidis, das darauf hindeutet, dass Geschäftsschliessungen und Zuhausebleibe-Befehle zur Kontrolle des Virus im Prinzip nichts taugen. Die Schäden seien grösser als ein allfälliger Nutzen, gerade auch mit Blick auf ältere Menschen. Strengere Lockdowns könnten mehr Todesfälle bringen.

Hinzu kommen die wirtschaftlichen Schäden. In der Schweiz sagen zwar Ökonomen etwa aus der Covid-Task-Force jeweils, Pandemiemassnahmen täten auch der Wirtschaft gut. Aber soeben hat der Schweizerische Gewerbeverband mit Währungsfonds-Daten aus 50 Ländern eine Studie erstellt, die zeigt: Je weniger einschneidend die Shutdown-Massnahmen, desto geringer war der Wirtschaftseinbruch.

Wenn Berset will, kann er auch nach Deutschland blicken. Da führt die Regierung eins zu eins vor, wie wenig es bringt, Menschen und Firmen immer schärfer zu kontrollieren, ja zu blockieren. Wahrscheinlich schaut er hin, sieht aber nicht den Schlamassel, sondern denkt sich wie früher schon: «Am besten machen wir das gleiche wie die andern.»

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