28. April 2021
Florian Schwab

Gegen Glencore und Co.: Das EDA unterteilt die Firmenwelt in Gut und Böse. Dabei stellen die Beamten das grössere Reputationsrisiko dar

Nicolas Bideau ist Chef von «Präsenz Schweiz», der Image-Agentur des Aussendepartements (EDA). Und ein Manichäer. Er unterteilt die Welt in Gut und Böse.

Das EDA dekretiert, dass der Bund von bestimmten Firmen keine Anlässe sponsern lässt. Eine Zusammenarbeit Glencores mit der Botschaft in Kolumbien musste über die Klippe springen. Und ein Sponsoring der helvetischen Vertretung in Paris durch Läderach wird überprüft. Bideau in der NZZ am Sonntag: «Wenn der Ruf einer Firma leidet, ist kein positiver Imagetransfer möglich.»

Hätte Herr Bideau eine Mine von nahem gesehen, dann wüsste er: Glencore gehört zu den Rohstoff-Firmen mit den höchsten Standards. Ihre vielen tausend Mitarbeiter in Entwicklungsländern verdienen gut. Die Firma tut das Menschenmögliche, um den Bergbau sozial- und umweltverträglich zu gestalten.

Vorbildlich ist auch, mit welcher Langfristigkeit die Chocolaterie Läderach ihre Lieferantenbeziehungen zu Kakaobauern in Südamerika pflegt.

Die beiden Firmen bewirken an einem Tag mehr Gutes für das Image der Schweiz als «Präsenz Schweiz» in Jahren. Mit der Attacke erweist sich das EDA selber als Reputationsrisiko. Was Amtschef Bideau freilich nicht daran hindert, ein Spitzensalär zu kassieren – finanziert auch von den Firmen auf seiner schwarzen Willkür-Liste.

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8 Kommentare zu “Gegen Glencore und Co.: Das EDA unterteilt die Firmenwelt in Gut und Böse. Dabei stellen die Beamten das grössere Reputationsrisiko dar”

  • holsderkuckuk sagt:

    Alle Kommentare gehen in die gleiche Richtung, sind leider ohne Wirkung. Wer mit der Arbeitsweise der heutigen Regierungen, Bund oder Kanton, unzufrieden ist muss energischer gegen die politische Misswirtschaft ankämpfen. Boykotiert alle Kanäle der SRG und natürlich auch alle der Mainstream-Medien. Schaut euch die Senderliste der Privatsender an, die mit Zwangsgebühren aller in der Schweiz Serafe-Pflichtigen beglückt werden. Bla Bla, talk am A..., oder das hohe Lied auf die Regierung.

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  • Peter Eschmann sagt:

    Hat da jemand „Ernst Cincera“ gesagt?

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  • johann6a sagt:

    Das Verhalten im EDA richtet sich heute nach den Kriterien, die sich international durchsetzen, und zwar aufgrund von intransparenten Einflüssen und Prozessen. Das führt dann dazu, dass die Ursachen oder die Rechtmässigkeit eines Reputationsrisikos, das von einer Branche oder Firma ausgeht, nicht mehr untersucht werden. Die Existenz eines Reputationsrisikos genügt. Eine schöne Einladung an NGO, Firmen mit Schmutz zu bewerfen.

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  • Anstolmi sagt:

    Wir haben zu viele Beamte, welche ihre Zeit auf irgend eine Weise totschlagen müssen. Sie beziehen fürstliche Saläre und schaden der Wirtschaft. Sie sitzen an den vollen Futterkrippen und wissen nicht, dass ihr eigener, äusserst bequem erworbener Wohlstand genau vonn diesen ihnen so verhassten Firmen stammt. Arroganz und blinde Überheblichkeit pur!

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  • baloiszydeco sagt:

    Nehme an, der Bund verzichtet auch auf die Steuern dieser Imageschädiger? Und was ist mit den Banken? Teilweise als kriminelle Organisationen in den USA bezeichnet? Tolles Image, n'est ce pas, Herr Bideau?

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  • Rolf Bolliger sagt:

    Das Gedankengut und die Ansichten des Amtschefs Bideau zeigt einmal mehr, wie in unseren politischen Amts-Stuben die Welt in "gut" und "bös" eingeteilt wird. ohne die Gründe sachlich und realistisch einzuschätzen und zu verfolgen! Dass unsere linken, stets wirtschaftskritischen Einheitsmedien solchen "Gutmenschen" mit Unmengen an Druckerschwärze, offenen Mikrofone und laufenden TV-Kameras umschwärmen, ist ebenfalls die tägliche Selbstverständlichkeit! Auch die Gehälter solcher "Gutmenschen"!

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  • Edmo sagt:

    Alle Bundesbehörden sind dermassen unnötig aufgebläht, dass deren meist unsinniges Tun einer zwingenden Logik gehorcht. Was sollen denn diese politisierten, idelogisierten, aber sonst ahnungslosen Sesselfurzer Gescheites hervorbringen? Sie sehen sich als Volkserzieher, wollen über die Moral wachen und wichtig sein. Es wäre längst bitter nötig, sämtliche Departemente personell auf maximal 50% des heutigen Personalbestandes zu reduzieren und die Aufgaben von Behörden klar und neu zu definieren.

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